Arthrose: Ursachen und Symptome

Zahlreiche Faktoren begünstigen die Entstehung von Arthrose. Da die Gelenkknorpel keine Nerven besitzen bleibt diese aber oft lange Zeit unbemerkt. Ein erster Hinweis auf den Beginn oder das Vorhandensein einer Arthrose ist meist ein unspezifischer Gelenkschmerz bei starker Belastung.

Bei Arthrose wird die Knorpeldicke des betroffenen Gelenks geringer, die Oberfläche wird aufgeraut und die Gleitfähigkeit nimmt ab. Zusätzlich kommt es zu Entzündungsreaktionen in der Gelenkinnenhaut, wodurch Enzyme freigesetzt werden, die u.a. den noch intakten Knorpel angreifen. Ist die Zerstörung so weit fortgeschritten, dass der Knochen freigelegt ist, reiben die Gelenkanteile aneinander. Es kommt zu Schmerzen und zu einer Funktionseinschränkung des Gelenks.

Da die Gelenkknorpel keine Nerven besitzen bleibt die Entstehung der Arthrose oft lange Zeit unbemerkt. Der natürliche Verlauf der Erkrankung würde zur kompletten Annäherung der knöchernen Gelenkspartner mit einer fast totalen Versteifung des betroffenen Gelenks führen.

Entstehung von Arthrose

Häufige Ursachen

  • arthrose_ursachen_1.jpgMangelhafte Anlage oder Ausbildung von Gelenken oder Gelenkpartnern während des Wachstums (Dysplasie)




  • arthrose_ursachen_2.jpgNicht anatomisch ausgeheilte Gelenkserkrankungen (z.B. Osteochondrosis dissecans) oder nicht anatomisch ausgeheilte Knochenbrüche mit Gelenkbeteiligung durch Inkongruenz, d.h. nicht der Form angepasste Gelenkpartner

  • arthrose_ursachen_3.jpgMinderdurchblutung mit Absterben der Knorpeltragenden Knochenanteile (Avaskuläre Nekrosen, z.B. Ahlbäcksche Krankheit)



  • arthrose_ursachen_5.jpgChronische entzündliche Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis: Bei rheumatischen Erkrankungen kommt es durch eine Störung des Immunsystems von der Gelenkschleimhaut ausgehend zur direkten entzündlich bedingten Knorpelschädigung. Auch Blut enthält knorpelschädigende Abbauprodukte, welche zu einer frühzeitigen Knorpelschädigung führt.

  • arthrose_ursachen_4b.jpgFehlbelastungen durch Fehlstellungen von Gelenken, z.B. Achsenfehlstellung durch O- oder X-Beine (Diese können angeboren oder kindlich bzw. jugendlich erworben sein. Auch eine Entstehung nach einer nicht anatomischen Ausheilung von Knochenbrüchen oder infolge einer Meniskusentfernung ist möglich.)

  • Beinlängendifferenzen mit asymmetrischer Belastung
  • Überbeanspruchung der Gelenke durch Schwerarbeit oder Spitzensport (Fußball, Basketball)
  • Rückbildung des Knorpels durch Bewegungsmangel und Ruhigstellung der Gelenke
  • Familiäre Disposition ("geerbt", meist mütterlicherseits)
  • Schädigung v.a. der gewichtbelasteten Gelenke wie Hüfte, Knie und Sprunggelenk durch Übergewicht

Ursache Hüftkopfnekrose

arthrose_hueftkopf.jpgBei der Hüftkopfnekrose (HKN; engl. AVN = avascular necrosis) handelt es sich um das Absterben des Hüftkopfes aufgrund von Minderdurchblutung im Erwachsenalter. HKN ist eine mögliche Ursache von frühzeitiger Koxarthrose.

Diese Form der Arthroseentstehung ist häufig mit einem plötzlich auftretenden Schmerz, der gelegentlich zur absoluten Belastungsunfähigkeit führt, verbunden. Ursächlich für die Entstehung einer Nekrose im Hüfkopfbereich ist eine Minderdurchblutung von Teilen oder des gesamten Hüftkopfes. Diese Erkrankung ist durch vielerlei Risikofaktoren begünstigt. Hierzu zählen:
  • Medikamentöse Immunsuppression (z.B. nach einer Organtransplantation oder Chemotherapie)
  • Dauerhafte Cortisontherapie (z.B. bei Asthma)
  • Starke Nikotinabhängigkeit
  • Alkoholismus
  • HIV

Hüftkopfnekrose kann aber auch ohne einen der genannten Risikofaktoren auftreten. Dann wird von einer idiopathischen Hüftkopfnekrose gesprochen. Wie viele andere Erkrankungen wird auch die HKN in verschieden Stadien eingeteilt. Diese Stadieneinteilung beruht im Wesentlichen auf einer Diagnostik per MRT.

Im Anfangsstadium ist im MRT in einer bestimmten Bildsequenz (T2-Gewichtung) typischerweise ein Knochenmarködem erkennbar. In diesem Stadium kann unter Umständen eine einfache Infusionstherapie mit Ilomedin eine Heilung herbeiführen, indem sie die Blutzirkulation im Knochen wieder herstellt (Reperfusion). Man spricht von Reversibilität.

Wenn eine so genannte Demarkierung des betroffenen Areals am Hüftkopf eingetreten ist, so ist eine operative Therapie notwendig. Hier bietet sich, sofern noch kein Kollaps des Knorpels eingetreten ist, eine Bohrung des Hüftkopfes und ggf. eine Unterfütterung des Hüftkopfes mit frischem Schwammknochen an. Durch eine Bohrung kann evtl. abgestorbener Knochen abgetragen und eine Einblutung, d.h. Einschwemmung von gesunden Zellen, erreicht werden. Unter einer zwingenden Entlastung des Gelenks kann sich dann unter Umständen die Situation durch eine lokale Regeneration des Knochens am Hüftkopf erholen.

Sobald der Knorpelüberzug am Hüftkopf eingebrochen ist, tritt meist eine rasche Verzahnung des eingedrückten Kopfes am Pfannendach ein (Ankylose). Es kommt zu einer schnell eintretenden Beinverkürzung mit heftigen Bewegungs- und Belastungsschmerzen. In diesem Fall bleibt als alleinige operative Option der Ersatz des Hüftgelenkes.

Anzeichen und Symptome

Ein erster Hinweis auf den Beginn oder das Vorhandensein einer Arthrose ist meist ein unspezifischer Gelenkschmerz. Dieser tritt in der Regel vor allem bei größerer Belastung auf, da die Reibung der Gelenkflächen zunimmt und sich die Stoßdämpferfunktion verringert. Auch ein so genannter "Anlaufschmerz" ist charakteristisch, weil sich das Gelenk quasi erst "einlaufen" muss.

Um die Reibung der Gelenkflächen zu mildern, wird vom Körper vermehrt Gelenkflüssigkeit (Synovia) gebildet. Bildet sich allerdings zuviel Synovia, schwillt das Gelenk an und es entsteht ein Gelenkerguss. Bewegungen sind dann nur noch eingeschränkt möglich und außerdem meist schmerzhaft.

Typische Symptome

  • Meist dumpfe Schmerzen besonders bei Beginn von Belastungen, so genannter "Anlaufschmerz"
  • Schmerzen bei Treppensteigen oder Autoein-/ausstieg.
  • Gelenkssteifigkeit v.a. am Morgen
  • arthrose_gelengergussf.jpgGelenksergüsse z.B. Knieschwellungen mit Aussackungen auch der Kniegelenkskapsel in der Kniebeuge (Bakerzyste); es besteht ein Druckgefühl und das Knie kann nicht gebeugt werden.
  • Schmerzen in der Nacht und im Ruhezustand
  • Die Gelenksdeformität ist ein fortgeschrittenes Stadium der Arthrose

arthrose_deformitaet.jpgEs ist wichtig festzustellen, dass das Krankheitsbild der Arthrose nicht nur auf den Gelenkknorpel begrenzt ist. Durch die zunehmende Bewegungseinschränkung kommt es zu einer Verkümmerung (Atrophie) und Verkürzung (Kontraktur) der das Gelenk steuernden umliegenden Muskelgruppen.

Daneben führt die zunehmende Deformierung und Achsabweichung auch zu einer Instabilität und Dysbalance der Bänder, welche das Gelenk stabilisieren. Das hierdurch veränderte Gangbild bei Arthrose in den großen Gelenken der Beine kann zusätzliche Folgen und Fehlbelastungssyndrome an der Wirbelsäule haben.


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