Akupunktur
Im Laufe der traditionellen Entwicklung der Akupunktur fand man heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Akupunkturpunkten und Organen bzw. körperlichen Funktionen gibt. Einzelnen Punkten am Körper konnten so bestimmte Krankheitssymptome zugeordnet werden. Dabei fiel auf, dass alle Punkte, die dem gleichen Organ zugeordnet wurden, auf einer gedachten Linie lagen. Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet zwölf dieser Hauptmeridiane mit insgesamt 361 Hauptakupunkturpunkten.
Behandlung
Je nach Krankheitsbild werden bestimmte Akupunkturpunkte auf den Meridianen mit Nadeln gereizt. So sollen Nerven und Organe direkt beeinflusst werden und der gestörte Energiefluss wieder in ein harmonisches Gleichgewicht kommen. Besonders in der Schmerztherapie können mit Hilfe der Akupunktur gute Erfolge erzielt werden.
Hintergrund
Die Therapiemethode der Akupunktur stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ihre Anfänge reichen bis ca. 4.000 Jahre v. Chr. zurück und stellen ein umfassendes System der Diagnostik und Therapie dar. Bis in die heutige Zeit hinein gehören das zweibändige Lehrbuch des Gelben Kaisers aus der frühen Han-Dynastie (200 v. Chr.) sowie das Lehrbuch von Huang Fu-Mi (259 n. Chr.) zu den wichtigsten Werken der Akupunktur.
Indikation
Immunstimulierende Therapie
Zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte bei rheumatischen Erkrankungen, häufigen Infekten und Erschöpfungszuständen.
Therapie gegen Migräne und Schwindel
Bei unterschiedlichen chronischen Kopfschmerzen - einschließlich Migräne - sowie rezidivierendem Schwindel können mit gezielten Akupunkturanwendungen Beschwerden gelindert oder auch ganz beseitigt werden.
Therapie gegen Ohrensausen
Bei dem weit verbreiteten Ohrensausenleiden (Tinnitus) stoßen schulmedizinische Behandlungen oft an ihre Grenzen. Ein individuell abgestimmtes Akupunkturprogramm kann hier signifikante Verbesserungen erzielen.
Stellenwert/Vorteil
Stellenwert
Millionen Menschen unterziehen sich mittlerweile in Deutschland jedes Jahr einer Akupunkturbehandlung. Die Mehrzahl der Schmerzkliniken setzt Akupunktur bei ihren Behandlungen ein. Bis vor kurzem noch als Außenseitermethode beargwöhnt hat sich die Akupunktur damit fast schon zu einer sanften Standardtherapie bei chronischen Schmerzen entwickelt.
In einer großangelegten Studie an über 45.000 Patienten untersuchten Kliniken unter Leitung des Münchner Universitätsklinikums Rechts der Isar die Wirkung der Akupunktur. Die ersten Ergebnisse zeigten: Bei über 70 Prozent der Patienten ließen sich die Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen wirksam mit Akupunktur behandeln.
Die von den teilnehmenden Ärzten dokumentierte Wirksamkeit war bei über 50 Prozent der Patienten gut, bei 20 Prozent sogar sehr gut. Interessant dabei: Bei den meisten Patienten trat die schmerzlindernde Wirkung der Akupunktur bereits nach der sechsten Behandlung ein.
