Flexible, minimal-invasive Fusionsoperation der Lendenwirbelsäule
Spondylodese
Versteifungsoperationen an der Lendenwirbelsäule gehören zu den häufigsten Eingriffen der Wirbelsäulenchirurgie. Sie sind dann sinnvoll, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden und nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben.
Zweck des Eingriffs ist es, zwei oder mehr benachbarte Wirbel in ihre ursprüngliche Lage zu bringen, sie zu stabilisieren und knöchern zusammenwachsen zu lassen. In modernen Kliniken geschieht dies minimal-invasiv mit kleinen Hautschnitten und sehr geringer Gewebeschädigung. Dank dieser Technik ist die weit verbreitete Angst vor Fusionseingriffen heute mehr denn je unbegründet.
Behandlung
Bei der dynamischen Stabilisierung in moderner Vertiflex-Technik setzt der Neurochirurg zunächst einen kleinen Kunststoff-Block zwischen die beiden benachbarten Wirbelkörper um den Kanal zu erweitern. Dies geschieht minimal-invasiv über einen kleinen Schnitt.
Danach werden die beiden Wirbelkörper durch Schrauben-Implantate mit eingebauten flexiblen Dynabolt-Stoßdämpfern verbunden. Im Gegensatz zur klassischen Versteifung, bleibt bei der flexiblen Versteifung die Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulensegmente weitgehend erhalten.
Indikation
"Die Wirbelsäulenversteifung ist die letzte Möglichkeit, eine stark abgenutzte und degenerativ veränderte Wirbelsäule zu behandeln. Der Arzt wird immer dann zu einem solchen Eingriff raten, wenn er keine anderen Therapiemöglichkeiten mehr sieht und die Betroffenen unter anhaltenden oder immer wiederkehrenden starken Schmerzen leiden. Die minimal-invasive OP-Technik verursacht weniger Schmerzen, schont die Muskulatur des Rückens und reduziert den Blutverlust sowie die Narbenbildung", erläutert
Dr. med. Samer Ismail.
- Fortgeschrittene Verengung des Nervenkanals
- Bandscheibenverschleiß
- Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke
Stellenwert/Vorteil
Stellenwert
Durch die neuen, minimal-invasiven OP-Verfahren können Muskeln und Nerven maximal geschont werden. Internationale Studien weisen eine langfristige Erfolgsrate von etwa 80 Prozent aus.Vorteile
- Im Gegensatz zur festen Versteifungsoperation bleibt die Beweglichkeit der Wirbelsäule im betroffenen Segment erhalten. Dadurch werden die benachbarten Bandscheiben vor einer übermäßigen Belastung und einem vorzeitigen Verschleiß bewahrt.
- Die minimal-invasive OP-Technik verursacht weniger Schmerzen, schont die Muskulatur des Rückens und reduziert den Blutverlust sowie die Narbenbildung.
Nach der Behandlung
Arbeitsfähigkeit
Nach etwa vier Wochen sind Bürotätigkeiten und leichte körperliche Arbeiten möglich, nach sechs Wochen können auch handwerkliche Tätigkeiten ausgeübt werden.Sportaktivitäten
Schwimmen ist nach ca. vier bis sechs Wochen möglich, Radfahren mit möglichst aufrechter Oberkörperhaltung nach sechs Wochen. Andere Sportarten sollten - je nach Belastungsmuster und Belastungsintensität - erst nach etwa drei Monaten begonnen und langsam gesteigert werden.Experten
Dr. med. Samer Ismail
Facharzt für Neurochirurgie
