Injektion von Botulinum-Toxin gegen Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen
Behandlung
Botulinum-Toxin wird von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet. In geringer Dosierung unterbricht es die Übertragung der Impulse von den Nervenfasern auf die Muskulatur. Durch die Injektion kleinster Mengen in die schmerzhaften Muskelverhärtungen (die sogenannten Triggerpunkte) kommt es zur Durchbrechung des Teufelskreises von Muskelverspannung und Schmerzen.
Verwendet werden extrem dünne Kanülen wie bei Insulin-Injektionen. Die Muskeln erschlaffen durch eine leichte, vorübergehende Lähmung und spannungsbedingte Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen verschwinden. Eine spürbare Wirkung tritt zwei bis zehn Tage nach der Injektion ein. Sie hält drei bis sechs Monate an und kann anschließend wiederholt werden. Nach weiteren Injektionen wirkt das Botulinum-Toxin sogar bis zu einem Jahr.
Indikation
- Von der Muskulatur ausgehende Schmerzen, die von der Halswirbelsäule in die Arme und bis zu den Fingern ziehen können (myofasziale Cervikobrachialgie mit Triggerpunkten)
- Migräne
- Von der Muskulatur ausgehender tiefsitzender Rückenschmerz (myfaszialer klassischer tiefsitzender Rückenschmerz ohne radikuläre Ausfälle)
- Zustand nach Verstauchung der Halswirbelsäule mit oder ohne nachfolgendem muskulär bedingtem Schiefhals (Distorsions-Trauma mit oder ohne Torticollis spasticus)
Kontraindikation
- Generelle Muskelschwäche
- Einnahme von Marcumar (blutverdünnendes Medikament)
- Schmerzen, die durch Druck der Bandscheibe auf eine Nervenwurzel entstehen (bandscheibenbedingte Wurzelkompressionssyndrome)
Stellenwert/Vorteil
Stellenwert
Botulinum-Toxin wird in der Medizin seit mehr als zwanzig Jahren eingesetzt. Besonders in der Neurologie wird es oft zur Behandlung von Erkrankungen verwendet, die mit einer krankhaft erhöhten Muskelverspannung einhergehen. Seit über sieben Jahren wird Botulinum-Toxin in den USA mit großem Erfolg auch zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt. Insbesondere die Behandlung muskulär bedingter Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen erwies sich dabei als sehr erfolgreich.Vorteile
Die bisher verschriebenen muskelentspannenden Medikamente (Muskelrelaxantien) haben unangenehme Nebenwirkungen. Sie verursachen nicht nur Müdigkeit, bei längerer Einnahme besteht auch die Gefahr der Abhängigkeit.
Darin liegt der entscheidende Vorteil der Botulinum-Toxin-Therapie: Nach der Injektion in den Muskel kommt es nicht zu einer Verteilung im gesamten Körper. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Gewichtszunahme treten nicht mehr auf.
