Medikamenteneingabe in den Rückenmarkskanal

Intrathekale Pharmakotherapie

Mit diesem Verfahren können chronische Wirbelsäulenschmerzen erfolgreich behandelt werden. Da gezielt die betroffene Nervenleitung durch Medikamente beeinflusst wird sind die Nebenwirkungen gegenüber anderen medikamentösen Behandlungen wesentlich reduziert.


Behandlung

Bei diesem Verfahren wird die Nervenleitung (neuronale Transmission), welche die Weiterleitungsaufgaben (Transmitterfunktionen) übernimmt, durch Medikamente beeinflusst. In aller Regel wird dafür erfolgreich Morphin verwendet, andere Substanzen wie z.B. Lokalanästhetika können aber ebenfalls eingesetzt werden. Die motorischen Funktionen, Gefühlsqualitäten und die sympathischen Reflexe werden durch die eintretende Schmerzausschaltung (Analgesie) nicht beeinträchtigt.

Grundsätzlich ist jedoch eine ausreichend lange Testbehandlung vor der Durchführung der Therapie erforderlich. Eine qualifizierte kontinuierliche Langzeitbetreuung der Patienten, einschließlich Dokumentation des Behandlungsverlaufes, ist ebenfalls Voraussetzung.

Indikation

"Wir setzen diese Behandlung ein bei chronischen Schmerzen im spinalen Einzugsgebiet (Wirbelsäulenursprung), wenn durch die medikamentöse Behandlung mit Opioiden (systemische Pharmakotherapie) kein ausreichender Wirkeffekt erzielt werden kann und für die Patienten unzumutbare Nebenwirkungen auftreten", erläutert Dr. Hartmut Neumann.

Stellenwert/Vorteil

Stellenwert

Auf den internationalen Konsensuskonferenzen in Memphis 1997 und in Brüssel 1998 wurden die internationalen Erfahrungen zusammengefasst und Empfehlungen zur rückenmarksnahen Langzeittherapie mit Opioiden auch bei nichtmalignen Schmerzen gegeben. Diese Empfehlungen basieren im Wesentlichen auf zwei retrospektiven Studien von Paice et al. und Winkelmüller.

In beiden Studien wurden sowohl Patienten mit Krebsschmerz als auch Patienten mit nichttumorbedingten Nervenschmerzen (neuropathischen, nozizeptiven und gemischt nozizeptivneuropathischen Schmerzen) über einen längeren Zeitraum beobachtet und ausgewertet. Die durchschnittliche Schmerzreduktion lag bei allen Patienten bei über 60 Prozent. Hervorgehoben wurde eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität.

Vorteile

  • Die Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung, z.B. mit Opioiden, können wesentlich reduziert werden.

Nach der Behandlung

Eine begleitende und abgestimmte Physiotherapie wird empfohlen. Diese orientiert sich im Wesentlichen an der Beschwerdesymptomatik des Patienten. Bei zunehmender Schmerzreduktion kann eine sorgfältige Bewegungstherapie sowie eine abgestimmte Muskelkräftigungstherapie einsetzen.

Arbeitsfähigkeit

Durch die effektive Schmerzunterbindung kann nach Eintritt der medikamentösen Wirkung die Arbeitsfähigkeit wiedererlangt werden.

Sportaktivitäten

Nach Eintritt der medikamentösen Wirkung stellt sich oft eine wesentliche Besserung der Mobilität ein.

Experten

Forum

Berichte

”Der systematische Medikamentenverbrauch kann nach dieser Medikamentenpumpen-implantation erheblich reduziert werden.“
Dr. Hartmut Neumann

Kontakt

Haben Sie Fragen?

Hotline zum Kontaktformular Patientenforum Sie fragen – unsere Experten anworten.