Offene Entlastungs-Operation an der Halswirbelsäule
Mikrochirurgische Dekompression
Ausgelöst durch hohen Druck oder ständige Belastung kann Bandscheibengewebe in den Nervenkanal austreten und dabei die Nerven einengen. Auch knöcherne Anlagerungen, verursacht durch Abnutzung, Verschleiß oder altersbedingte Veränderungen, haben den gleichen Effekt.
Behandlung
Bei der sogenannten Mikrochirurgischen Dekompression, entfernt der Operateur dieses Gewebe vorsichtig aus dem Nervenkanal. Er führt dazu unter Sicht durch ein OP-Mikroskop spezielle Mikroinstrumente durch einen kleinen Schnitt neben der Wirbelsäule ein.
Dabei achtet er darauf, das Operationsfeld so klein wie möglich zu halten. Auf diese Weise wird möglichst wenig gesundes Gewebe verletzt und gleichzeitig verhindert, dass sich Narbengewebe bildet. Dadurch heilt die Wunde schneller und der Patient ist früher wieder belastbar.
Indikation
Bei Bandscheibenvorfällen und bei Verengungen des Nervenkanals an der Halswirbelsäule kann dieser Eingriff eine sinnvolle Maßnahme sein.
- Bandscheibenvorfall: Druck auf die Nerven, verursacht durch in den Wirbelkanal ausgetretenes Bandscheibengewebe
- Nervenkanalverengung (Foramenstenose): Knöcherne Anlagerungen im Nervenkanal, verursacht durch Abnutzung, Verschleiß oder altersbedingte Veränderungen
Folgen dieser Druckbelastung:
- typischerweise in den Arm ausstrahlende Schmerzen, ausgelöst durch eine zusätzliche entzündungsbedingte Reizung des Nervengewebes
Stellenwert/Vorteil
Stellenwert
Die Mikrochirurgischen Dekompression im Bereich der Halswirbelsäule ist eher selten. Durch das spezielle mikrochirurgische Vorgehen ist dieser Eingriff sehr sicher und effektiv. Aktuelle Studien berichten eine Erfolgsrate von über 90 Prozent.Vorteile
- Millimetergenaues Arbeiten führt zu einer gezielten Entlastung der bedrängten Nervenwurzeln.
- Spezielle Mikroinstrumente, hochauflösende OP-Mikroskope und spezielle Operationstechniken gewährleisten ein gezieltes und präzises Vorgehen unter Schonung der Nerven und anderer wichtiger Strukturen. Das Risiko von Komplikationen und unerwünschten Nebenwirkungen wird so auf ein Minimum reduziert.
Nach der Behandlung
Arbeitsfähigkeit
Schreibtischarbeiten sind nach drei Wochen wieder möglich, stärker belastende Tätigkeiten - abhängig von den körperlichen Anforderungen des jeweiligen Berufs - nach ca. vier bis fünf Wochen.Sportaktivitäten
Bereits zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff sind Sportarten wie Laufen, Walken, Rad fahren und Schwimmen wieder erlaubt und möglich. Nach vier Wochen darf sich der Patient wieder voll belasten und sogar Kontakt- und Kraftsportarten ausführen.Experten
Dr. med. Samer Ismail
Facharzt für Neurochirurgie
Dr. med. Frank Sommer
Facharzt für Neurochirurgie
