Operative Arthrosetherapie – Hüftgelenk
Am Hüftgelenk wird üblicherweise die Implantation einer Totalendoprothese gewählt. Hierbei kommen Langschaft-implantate oder moderne Kurzschaftvarianten und Pfannensockel in zementierten, unzementierten oder kombinierten Varianten zum Einsatz.
Behandlung
Therapeutische Gelenkspiegelung/-spülung (Arthroskopie)
Offene bzw. arthroskopische Sanierung der Gelenklippe
- Gelenklippenresektion
- Rekonstruktion durch Naht oder Nahtanker
Umstellungsoperation des Schenkelhalses bei Hüftkopfnekrose zur Unterstellung des unbetroffenen Areales des Hüftkopfes in die Hauptbelastungszone
- Neigung des Schenkelhalses nach vorne (Flexionsosteotomie)
- Steilstellung des Schenkelhalses (Valgisationsosteotomie)
- Kombination von beiden (Flexions-Valgisationsosteotomie)
- Drehung des Schenkelhalses um die eigene Achse (intertrochantäre Rotationsosteotomie)
Hüftgelenksersatzoperationen
- Hemiprothese: lediglich Ersatz des Schenkelhalses und Hüftkopfes; lndikation bei geriatrischen Schenkelhalsfrakturen
- Totalendoprothese (HTEP), nicht zementiert: Ersatz des kompletten Hüftgelenks durch Pfannensockel, Pfanneninlay, Kopf und im Oberschenkel verankerten Prothesenschaft
- Totalendoprothese (HTEP), zementiert: Ersatz des kompletten Hüftgelenks durch zementierte Pfannen und im Oberschenkel zementiert verankerten Prothesenschaft und Prothesenkopf
- Hybrid Totalendoprothese (HTEP): Zementierung eines Gelenkpartners und nicht zemtierte Implantation des anderen (z.B. zemententierte Pfanne mit nicht zementiertem Schaft)
Mögliche Paarungen von Inlay und Kopf bei Hüftgelenksersatz
Materialien- Keramikkopf / Keramik-Pfanneninlay
- Keramikopf / Polyethylen(PE)-Pfanneninlay („high density“ PE)
- Metallkopf/ Polyethylen(PE)-Pfanneninlay („high density“ PE)
- Oxinium
Kopfdurchmesser bzw. Innendurchmesser des Pfanneninlays
- 28mm
- 32mm
- 36mm
Zementierung oder Nicht-Zementierung
- Nicht zementiert: Im deutschsprachigen Raum ist diese Technik weit verbreitet.
- Zementiert: Diese Technik ist weltweit aber insbesondere in Skandinavien üblich, aufgrund wissenschaftlicher Nachweise in dort geführten Prothesenregistern und finanzieller Gesichtspunkte.
- Teilzementierung
Pfanne nicht zementiert – Schaft zementiert: Häufiger Kompromiss
Verankerung der Pfanne in nicht zementierter Technik
- Pressfit
- Pressfit mit zusätzlicher Schrauberankerung
- Schraubpfanne
- Spreizpfanne

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Indikation
Der beste Zeitpunkt für einen künstlichen Gelenkersatz kann nach individuellen Gesichtspunkten weit vor Auftreten von radiologischen Endstadien der Arthrose liegen. Zum einen können sich die Sekundärerscheinungen der Erkrankung (muskuläre Verkümmerung, Bandinstabilitäten, Fehlbelastungen der Wirbelsäule) erschwerend auf die Rehabilitation nach einem künstlichen Gelenkersatz auswirken.
Des weiteren gilt es zu bedenken, dass ein zu langes Aufschieben einer Gelenkersatzoperation aufgrund der schmerzbedingt eingeschränkten körperlichen Aktivität und der damit nicht selten verbundenen Gewichtszunahme auch Auswirkungen auf das ohnehin alternde Herzkreislaufsystem haben kann. Dadurch können bei einer späteren Durchführung auch die allgemeinen operativen Risiken wesentlich erhöht sein.
Insgesamt richtet sich die jeweilige Therapie nach dem Krankheitsstadium und dem Leidensdruck bzw. der Einschränkung der Lebensqualität des Patienten. Die geeignete Methode muss nach einer individuellen Abstimmung und unter einer sorgfältigen gemeinsamen Entscheidungsfindung (sog. „shared decision making“) zwischen Operateur und Patient gewählt werden.
Stellenwert/Vorteil
Stellenwert
"Die aktuellen Entwicklungen in der Hüftendoprothetik streben neben weniger invasiven OP-Methoden nach dem größtmöglichen Kopfdurchmesser der Implantate. Dieser garantiert - bei in Studien nachgewiesenen Standzeiten von bis zu 25 Jahren - einerseits die größtmögliche Beweglichkeit und andererseits die bestmögliche Stabilität", erklärt Dr. med. Frank Barnbeck.
Hierbei soll mit moderner Gleitpaarungen gleichzeitig ein möglichst geringer Abrieb garantiert werden. Auch wenn die modernen Materialeigenschaften und Kopfgrößen signifikante Verbesserungen ermöglichen, so ergeben sich aus den jeweiligen Vor- und Nachteilen immer wieder Kompromisse.
Keramik / OxiniumDurch einen großen Kopf ergibt sich aufgrund der größeren Fläche unter Belastung auch mehr Abrieb. Eine Keramik-Keramik-Paarung zeigt zwar beste Abriebkonstanten ist aber bei kleinen Pfannendurchmessern nicht kombinierbar mit einem anzustrebenden großen Kopf. Außerdem ergeben sich im Falle eines Materialbruchs durch Partikelbildung gravierende Einschränkungen bei Revisionsoperationen.
Metall und PolyethylenMetall-Metall-Paarungen bieten ähnlich gute Abriebwerte wie Keramik-Paarungen, andererseits sind Erhöhungen der Metallionenkonzentration im Blut und eine lokale so genannte Metallose im umliegenden Weichteilgewebe bewiesen. Polyethylen bietet mit den innovativen hochvernetzten Weiterentwicklungen stabile sehr gute Materialeigenschaften auch unter den Gesichtspunkten des Preisleistungsverhälnisses. Abriebpartikel führen aber zu Auflösungen von Knochenstruktur (Osteolysen) und damit zur Lockerung der Implantate insgesamt.
Nach der Behandlung
Entlassungskriterien
- Selbständiges Laufen auf einer Strecke von ca. 35 m
- Keine Wundkomplikationen
- Ausreichende orale Schmerztherapie
- Ausreichende Beweglichkeit für Krankengymnastik und Laufen (Knie kann 90° gebeugt werden)
Physiotherapie
- Aufstehen und Laufen mit Gehstützen
- Eisanwendungen vor und nach jeder Behandlungseinheit
- Gewichtsbelastung wie es der Patient toleriert
- Atemübungen
Folgendes sollte der Patient selbständig trainieren:
- Hinlegen und Verlassen des Bettes
- Benutzung der Toilette
- Anziehen
- Baden / Duschen
- Ein- und Aussteigen (Auto)
- Krankengymnastische Übungen (CPM und aktive Übungen)
- Gebrauchsschulung von Walker oder Gehstützen (Treppensteigen)
Zu beachten
- Das Gelenk nicht verdrehen!
- Nicht knien!
- Beine beim Sitzen nicht überkreuzen!
- In Ruhe Hüfte und Knie in eine leicht gebeugte Haltung bringen!
Experten
Forum
Berichte
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18.11.2010 17:38 - Alles für die Frau