Trokargestützte Entlastungs-Operation an der Hals- oder Lendenwirbelsäule
Trokargestützte Dekompression und Laminotomie (inklusive Sequesterentfernung)
Ausgelöst durch hohen Druck oder ständige Belastung kann Bandscheibengewebe in den Wirbelkanal austreten und dabei Nerven einengen. Auch knöcherne Anlagerungen, verursacht durch Abnutzung, Verschleiß oder altersbedingte Veränderungen, haben den gleichen Effekt.
Behandlung
Bei der sogenannten Trokargestützten Dekompression, führt der Arzt durch einen nur einen Zentimeter kleinen Mini-Schnitt in der Haut (perkutan) zunächst vorsichtig eine Tunnelsonde ein, um danach noch schonender an den Wirbelkanal zu gelangen.
Er schiebt durch diese Technik die Fasern der Rückenmuskeln nur zur Seite und muss sie nicht wie bei der klassischen großen OP durchtrennen, was spätere Narbenbildung und Komplikationen vermeidet. Durch die Tunnelsonde entfernt der Operateur mit speziellen Mikroinstrumenten das Gewebe aus dem Wirbelkanal, das die Nerven einengt. Er blickt dazu durch ein OP-Mikroskop.

Indikation
Wenn alle konservativen und minimal-invasiven Behandlungsmethoden bei kleineren Bandscheibenvorfällen und/oder knöchernen Einengungen des Wirbelkanals an Hals- und Lendenwirbelsäule nicht zum Ziel geführt haben kann dieser Eingriff eine sinnvolle Maßnahme sein.
- Bandscheibenvorfall: Druck auf die Nerven, verursacht durch in den Wirbelkanal ausgetretenes Bandscheibengewebe
- Wirbelkanalverengung (Spinalkanalstenose): Knöcherne Anlagerungen im Wirbelkanal, verursacht durch Abnutzung, Verschleiß oder altersbedingte Veränderungen
Folgen dieser Druckbelastung:
- typischerweise ausstrahlende Schmerzen, ausgelöst durch eine zusätzliche, entzündungsbedingte Reizung des Nervengewebes
Stellenwert/Vorteil
Stellenwert
Bei der mikroskopisch assistierten minimal-invasiven Entlastung mit dem modernen METRx®System handelt es sich um eine geschlossene Technik, bei der die Muskulatur nicht von Knochen abgetrennt werden muss. Das METRx®System ist Teil der sogenannten MAST-Technologie ("Minimal Access Spinal Technology"). Bei erfahrenen Neurochirurgen und unter Berücksichtigung internationaler Studien ist mit einer Erfolgsquote von etwa 85 Prozent zu rechnen.
Vorteile
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Nach der Behandlung
Danach empfiehlt sich eine ambulante Physiotherapie.
Arbeitsfähigkeit
Schreibtischarbeiten sind nach drei Wochen wieder möglich, stärker belastende Tätigkeiten - abhängig von den körperlichen Anforderungen des jeweiligen Berufs - nach etwa vier Wochen.Sportaktivitäten
Sport ist nach Abschluss der physiotherapeutischen Nachbehandlung nahezu uneingeschränkt möglich. Mit Nordic Walking kann beispielsweise nach zwei Wochen, mit Radfahren nach vier Wochen und mit Jogging auf weichem Boden nach fünf Wochen wieder begonnen werden.Experten
Dr. med. Samer Ismail
Facharzt für Neurochirurgie
Dr. med. Frank Sommer
Facharzt für Neurochirurgie
