Op bei V.a. Ependymon

Frage vom Fri 26. Sep 2003 13:02

Sehr geehrtes Praxis-Team!

Seit 2 Jahren leide ich an einem bek., intramedullären Tumor in Höhe HWK 6/7.
Da ich die ganze Zeit relativ beschwerdefrei war, habe ich ein OP vermieden.
Leider wird jetzt aktuell, auf Grund starker Verschlechterung meines Zustandes (zunehmende Störung der Feinmotorik beider Hände, die Beine werden bei Belastung schneller "müde", neu aufgetretene Dranginkontinenz bei intakter Mastdarmfunktion), eine Operation ins Auge gefasst. Bei einer durchgeführten MRT der HWS nativ und KM kam folgendes Ergebnis im Vergleich zum Vorbefund vom März d.J. heraus: "die tumorassoziierte Zyste im oberen zervikalen Myleon ist größenprogredient und dehnt sich aktuell bis in Höhe HW 2/3 aus. Auch die kleinzystischen Anteile am unteren Pol des soliden Tumoranteils sind größer. Zudem zeigt sich eine weiter progrediente Ausdehnung der assoziierten intramedullären Umgebungsreaktion, die bis in Höhe BW 2 reicht. Der solide, in T2-Wichtung hypointense und nach KM flau anreichernde Tumoranteil ist im Vergleich zur Voruntersuchung inhomogener ohne direkten Nachweis einer Größenzunahme. Beurteilung: Größenzunahme der tumorassoziierten Zysten im oberen und unteren pol des soliden Tumors mit Zunahme des Umgebungsödems bis in das obere thorakale Myleon BW 2. D.D. kommt am ehesten ein zervikales Ependymom in Betracht".
Da ich aufgrund der Diagnose bei einer OP höchst wahrscheinlich im Rollstuhl sitzen werde, möchte ich auf diesem Wege Ihren Rat einholen, ob Sie eine andere Möglichkeit als eine OP sehen.

Für Ihre Mühe danke ich Ihnen ganz herzlich!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. med. R.-O. Oeljeschläger vom Wed 08. Oct 2003 14:43

Sehr geehrter Herr S.,

laut Befundbericht der MR-Untersuchung liegt hier mit einiger Wahrscheinlichkeit ein teilweise zystisches Ependymon des Rückenmarks im Bereich der oberen Brustwirbelsäule vor. Da die Beschwerden und die neurologischen Ausfälle zunehmen und das Kernspintomogramm ebenfalls eine Größenzunahme der Zysten zeigt, sollte hier ggf. eine Operation erwogen werden. Bei solch einer Operation wird der Wirbelkanal von hinten eröffnet und das Rückenmark dargestellt. Anschließend werden die Zysten eröffnet und entleert und, falls möglich, der solide Tumoranteil ebenfalls entfernt.

Dass Sie als Operationsfolge im Rollstuhl sitzen werden, sehe ich eher als unwahrscheinlich an. Bei entsprechendem spezialisierten, vorsichtigem Vorgehen mit Hilfe entsprechend feiner Instrumente und eines Operationsmikroskops treten in der Regel keine postoperativen Querschnittslähmungen auf.

Bezüglich der Operation sollten Sie sich bei einer spezialisierten neurochirurgischen Abteilung vorstellen, z.B. in einer Universitätsklinik in Ihrer Nähe.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. R. O. Oeljeschläger

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