Behandlung mit Botulinumtoxin
Frage vom Thu 09. Aug 2001 10:50
Über das Internet habe ich erfahren, daß Sie eine Behandlung mit Botulinumtoxin durchführen. Mein Neurologe hat mir mitgeteilt, daß meine Spannungskopfschmerzen (Migräne hat er ausgeschlossen) möglicherweise mit dieser Behandlung gelindert werden könnten. Die Röntgenaufnahmen ergaben einen geringen Verschleiß im Bereich der Wirbelgelenke. Eine CT-Untersuchung der Halswirbelsäule hat keinen Bandscheibenvorfall aufgezeigt.
Antwort von Praxisklinik Dr. Schneiderhan vom Thu 09. Aug 2001 10:51
Bei der Behandlung mit Botulinumtoxin können chronisch bedingte Beschwerden aufgrund einer wie-derkehrenden Muskelverspannung über einen längeren Zeitraum wesentlich gebessert werden. Vor-aussetzung ist jedoch, daß keine gravierenden Veränderungen im Bereich des betroffenen Wirbelsäu-lenabschnittes vorliegen. Das bedeutet, daß keine Bandscheibenvorfälle oder erhebliche degenerative Veränderungen z.B. der Wirbelgelenke bestehen. Selbstverständlich dürfen auch keine neurologi-schen Ausfallserscheinungen oder ausstrahlende Schmerzen in die Arme vorliegen. Nach sorgfältiger klinischer Untersuchung und Überprüfung zuvor durchgeführter intensiver konservativer Behand-lungsmaßnahmen wie Physiotherapie, medikamentöse Therapie, ggf. Entspannungsverfahren, wird diese Behandlungsmethode dann ambulant durchgeführt.
Nachfrage vom Fri 22. Dec 2006 13:00
Sehr geehrte Damen und Herren
Meine Frau leidet seit 2 Jahren an einem starken HWS Distorsionstrauma. Die Verspannungen der Nackenmuskulatur sind resistent gegen Therapie und Musgelrelaxantien. Nun habe ich von Botulinumtoxin-Spritzen in die Triggerpunkte gelesen.
Welche Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein? Es liegt eine Streckhaltung der HWS und ein Bandscheibenvorfall (ohnen Einfluss auf die Nerven) vor.
Sind die Nebenwirkungen wie Schluckbeschwerden oder vorübergehende Stimmlagenänderungen auch beim Einspritzen in den Trapezmuskel möglich?
Vielen Dank für Ihre Antwort und
freundliche Grüsse
Ruedi Imfeld
Antwort vom Wed 24. Jan 2007 09:01
Sehr geehrter Herr I.,
größere Nebenwirkungen müssen nicht befürchtet werden. Allerdings wendet man Botulinum-Toxin grundsätzlich nicht bei einem bestehenden Bandscheibenvorfall an. Dies muss zuvor genau geprüft werden, ob nicht doch der Bandscheibenvorfall saniert werden sollte.
Wir wünschen Ihrer Gattin eine gute Besserung und verbleiben mit freundlichen Grüßen
Dr. med. R. Nissl /si
Nachfrage vom Mon 20. Aug 2007 12:38
Hallo,
ich (42) habe lt. MRT degenerative Veränderungen von C2-C7 insbesonders Neuroforaminalstenose C4/5 und C6/7 und einen relativ engen Spinalkanal. Meine Beschwerden sind Schwindel, Benommenheit und ständige Spannungskopfschmerzen. Mein Chiropraktiker behandelt mich seit ca. 1/2 Jahr mit Manualtherapie. Er sagt das die Zwischenwirbelgelenke C2/3 ständig blockieren. Nach den Behandlungen ist ca. 1 Woche Beschwerdefreiheit, danach wird es wieder schlimmer. Ich mache seit Jahren div. Rückengymanstik, Yoga, Entspannungstechniken.
Würde bei mir eine Botoxbehandlung längere Beschwerdefreiheit bringen können, gegebenenfalls zur Durchbrechung der Chronifizierung.
mfg
Ennulat
Antwort vom Tue 11. Sep 2007 09:09
Sehr geehrter Herr E.,
wenn die von Ihnen geschilderten Beschwerden einen Zusammenhang mit den Zwischenwirbelhöhen zwischen zweiten und dritten Halswirbel haben, so könnte eine vorübergehende Blockierung des Schmerzempfindens in diesem Bereich durchaus sinnvoll sein. Anbieten würde sich hierzu allerdings eine Infiltration von Lokalanästhetika unter Bildwandler- oder CT-Kontrolle.
Wir wünschen eine gute Besserung und verbleiben mit freundlichen Grüßen
Dr. med. A. Sigel/so
