Andere Schmerztherapie?
Frage vom Thu 27. Dec 2001 23:28
2 Halswirbel haben sich bei mir um 5 mm gegeneinander verschoben. Mein 5. Lendenwirbel ist 2x eingebrochen (Osteoporose, Knochendichte 69%) Ich habe starke Schmerzen im Schulter-Nackenbereich und im Bereich der Lendenwirbelsäule. Mir wurden verordnet:
3x2 Paracetamol und 3x1 Novalgin Tablette
pro Tag, damit kann ich es aushalten.Zu sagen wäre noch, daß ich seit 1 Jahr ein Magengeschwür habe(mit Nexium behandelt)
Antwort von Dr. med. S. Böll vom Tue 15. Jan 2002 20:43
Sehr geehrte Frau B.,
die Osteoporose löst häufig Wirbelsäulenschmerzen aus, so daß auch eine Behandlung der Knochenentkalkung zum einen zur Schmerzlinderung sinnvoll, zum anderen zur Vermeidung von Wirbelkörpereinbrüchen bzw. Brüchen nach leichteren Verletzungen. Über die Möglichkeiten eine Osteoporosebehandlung kann Ihnen Ihr Orthopäde sicher weitere Empfehlungen geben. Die von Ihnen angegebenen Medikamente sind sicherlich sinnvoll zur Schmerztherapie und sollte weiter eingenommen werden, sofern eine gute Verträglichkeit besteht.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. S. Böll
Nachfrage vom Thu 20. Jun 2002 20:11
Bei meiner Mutter sind nach einem Sturz 3Brustwirbel zusammen gebrochen ,sie bekommt Ibutop Tabletten ,wegen den starken Schmerzen,gibt es noch eine bessere Therapie,um Ihre Schmerzen zu lindern?
Antwort von Dr. med. S. Böll vom Tue 02. Jul 2002 17:49
Sehr geehrte Frau A.,
zur initialen Schmerztherapie bei Osteoporose hat sich Calcitonin entweder in Spritzen- oder in Nasensprayform bestens bewährt. Hierbei wird auch die Osteoporose direkt behandelt.
Mit freundlichen Grüssen
Dr. med. S. Böll
Nachfrage vom Thu 11. Dec 2003 08:10
Meine Mutter ist 82 Jahre und liegt seit 6 Wochen mit obiger Diagnose. Fortschritte sind bis dato nicht erzielt worden! An Schmerzmittel wurde verabreicht: Tramadol (50 mg): keine Wirkung, Tramal 200 mg: Halluzinationen, Tramagit: 4x1/Tag: Beginn von Halluzinationen. Sie liegt zu Hause, keine weiteren Maßnahmen durch den Arzt. Wie lange dauert solch ein Heilungsprozess i.d. Regel? Bis heute kann sie lediglich 4-5 aufstehen und sich ca. 30 Min. auf den Beinen halten! Wir haben große Sorge und Ängste. Welche Mittel könnte der "Hausarzt" als Schmerztherapie ohne "Halluzinationen" verabreichen? Angeblich sei Krankenhaus nicht angebracht. Gruß E. Holzmann
Antwort von Dr. med. S. Böll vom Tue 16. Dec 2003 14:40
Sehr geehrte Frau H.,
bei osteoporotisch bedingten Wirbelkörpereinbrüchen ist ein Stützkorsett nach unserem Dafürhalten unbedingt nötig, um den Pat. mobilisieren zu können. Zunehmend werden auch Wirbelkörperstabilisierungs- bzw. Aufrichtungsverfahren angeboten, die über kleine Zugänge die eingebrochenen Wirbelkörper mit Zement verstärken. Eine kurzfristige Beschwerdefreiheit ist häufig die Folge. In orthopädischen Kliniken werden diese Verfahren zunehmend durchgeführt.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. S. Böll
Nachfrage vom Mon 03. Dec 2007 12:48
Ich habe leider nur nebenbei im Radio einen Beitrag mitbekommen, in dem über Schmerzspritzen gesprochen wurden, die eine Wirkung von bis zu einem 1/2 bzw. einem ganzen Jahr haben. Was sind das für Spritzen, wer behandelt damit und gibt es Erfahrungen über die Nebenwirkungen.
Mit bestem Gruß
Köller
Antwort vom Mon 17. Dec 2007 10:12
Sehr geehrte Frau K.,
im Hinblick auf die Osteoporose gibt es eine Weiterentwicklung. Die bisher eingenommenen sogenannten antiresorbtiven Medikamente wie Bisphosphonate (im Handel z.B. unter Actonel, Fosamax erhältlich) können nun ersetzt werden durch ein Medikament, welches nicht über eine Spritze sondern über eine Infusion über 15 Minuten Dauer einen Wirkung von einem Jahr hat, so dass die Einnahme als Tablette nicht mehr notwendig ist. Der Vorteil in dieser Infusion liegt allein vor allem in der besseren Verfügbarkeit des Medikamentes im Körper durch die direkte Gabe in die Venen. Bei Gabe von den Tabletten über den Magen-Darm-Trakt kommt es zu einer Ausscheidung einer großen Menge, ohne dass diese Wirkung entfalten könne. Die Indikation besteht bei nachgewiesener Osteoporose bzw. osteoporotischen Knochenbrüchen.
Wir wünschen eine gute Besserung und verbleiben mit freundlichen Grüßen
Dr. med. D. Müller /mü
Nachfrage vom Fri 07. Dec 2007 17:54
Meine Schwiegermutter leidet unter starken Rückenschmerzen nach mehrfachen Wirbelköpereinbrüchen. Sie kann das Haus nicht mehr verlassen. Suche einen Schmerztherapeuten in Berlin der auch Hausbesuche macht.
Antwort vom Mon 17. Dec 2007 09:12
Sehr geehrte Frau H.,
leider können wir Ihnen keine spezielle Adresse nennen. Aufgrund der beschriebenen Rückenschmerzen mit den mehrfachen Wirbelkörpereinbrüchen ist jedoch unter Umständen eine gezielte antiosteoporotische Therapie möglich. Hier gäbe es die Möglichkeit einer gezielten Therapie mit einer einmaligen Infusion des Medikaments „Aclasta“ über 10 bis 15 Minuten ev. eine Schmerzbesserung herbeizuführen. Dies sollte der Hausarzt Ihrer Schwiegermutter veranlassen können.
Wir wünschen eine gute Besserung und verbleiben mit freundlichen Grüßen
Dr. med. D. Müller/mü
