Anriss VK - wie lange dauert der Heilungsprozess?

Frage vom Mon 29. Sep 2003 20:47

Ich habe mir vor 6 Wochen einen Anriss des vorderen Kreuzbandes (re. Knie) zugezogen, der erst eine Woche später bei einer Arthroskopie festgestellt wurde. Im Zuge der Arthroskopie wurden abgesprengte Fasern im Gelenkspalt sowie eine massive Einblutung in der Kapsel entfernt. Mehr wurde nicht gemacht. Zusätzlich wurde ein Knorpelschaden an der Kniescheibe festgestellt, für den man mir "AHP 200" verschrieb

Erstmalig hatte ich nach einer Arthroskopie (das war bereits die fünfte, jedoch die erst am rechten Knie) bereits unmittelbar nach dem Aufwachen aus der Narkose irre Schmerzen, die auch den ganzen Tag lang noch angehalten haben.

Drei Tage später habe ich mit KG begonnen, die ich bis heute zweimal wöchentlich mache. Entgegen den Aussagen des behandelnden Arztes kann ich aber auch heute noch nur bedingt ohne Krücke laufen; ab Mittag muss ich auf jeden Fall eine Krücke benutzen.

Nachdem ich sowohl beim Orthopäden als auch bei dem operierenden Chirurgen schon mehrfach gesagt habe, dass ich nach wie vor immense Beschwerden beim Laufen habe (in die Hocke gehen geht überhaupt nicht!), bekomme ich nur immer wieder zu hören, dass ich eben ein bisschen mehr Geduld aufbringen muss.

Meine Fragen nun:
1) Wie lange dauert der Heilungsprozesse, bis - zumindest eingeschränkt - Walken, Joggen etc. wieder möglich ist?

2) Ist es normal, dass ich auch sechs Wochen nach dem VK-Anriss beim Laufen immer noch Beschwerden habe (beim Nachvorneziehen des rechten Beins habe ich ständig das Gefühl, als blockiere etwas im Knie / auch nach kurzen Strecken kann ich manchmal nicht weiterlaufen, weil ich den Eindruck habe, ich müsse mein Knie erstmal wieder "einrenken")?

3) Macht es Sinn, eine zweite Meinung einzuholen, auch wenn Orthopäde und Chirurg (nicht jedoch mein KG-Therapeut!!) der Ansicht sind, alles ist normal und ich müsse mir mehr Zeit lassen?

4) Falls zweite Meinung - sind Orthopäde oder Chirurg verpflichtet, mir die Ergebnisse der Arthroskopie auszuhändigen und kann ich verlangen, eine Überweisung (beispielsweise an eine ortho. oder chirurg. Ambulanz) zu geben? Was tun, wenn beide sich weigern?

Für eine möglichst rasche Antwort wäre ich dankbar.

Viele Grüße

Antwort von Dr. med. S. Böll vom Mon 06. Oct 2003 15:48

Sehr geehrte Frau F.,

der bisherige Heilungsverlauf ist sicherlich nicht normal, so dass ich Ihnen unbedingt zu einer kernspintomographischen Untersuchung des Kniegelenkes raten würde, um eventuelle Einklemmungen von Kreuzbandresten feststellen zu können. Zudem muss gesagt werden, dass vordere Kreuzbandanrisse sehr selten sind. In den meisten Fällen kommt es zu einem kompletten Riss des vorderen Kreuzbandes, lediglich die nicht stabilisierende „Hülle“ des Kreuzbandes bleibt teilweise bestehen – jedoch ohne stabilisierende Wirkung. Ich würde Ihnen auch durchaus raten, eine zweite Meinung einzuholen und ggf. bei bleibender Instabilität eine Kreuzbandersatzoperation ins Auge zu fassen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. S. Böll

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