Bandscheibenprotusion

Frage vom Sun 01. Jan 2006 21:23

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 44 Jahre alt, lebe in Spanien und leide seit Jahren an Beschwerden im Lendenbereich ("Hexenschuss"). Die Beschwerden kamen ein bis zwei Mal jährlich vor, klangen aber von selbst wieder ab. Nun aber treten die Beschwerden gehäuft auf und klingen auch nicht wieder ab (nun bereits seit vier Monaten). Es wurde mir eine Bandscheibenprotusion beim LW4/5 diagnostiziert (anhand Kernspintomografie) und seitdem werde ich physiotherapeutisch behandelt (Wärme, Massage, Elektroden (Muskelstimulierung)). Auch wurde mir eine Übung zur Stärkung der Bauchmuskulatur (Oberkörper im Liegen leicht anheben) gezeigt, die ich seitdem täglich mache. Die Physiotherapie hat bisher keinen Erfolg gezeigt. Ich habe ständig Schmerzen, ganz besonders morgens, aber auch tagsüber. Es sind leichte bis mittelschwere Schmerzen, ziemlich lokalisiert auf den Lenden-, Pobereich, ohne Ausstrahlen ins Bein. Wenn es ganz schlimm wird, bekomme ich Linderung durch Liegen auf dem Sofa mit Heizkissen. Da ich ein sportlicher Mensch ohne Übergewicht bin, und eine OP wohl in meinem Fall nicht indiziert ist, frage ich mich, was ich zusätzlich unternehmen kann, um wieder einen schmerzfreien Zustand zu erreichen, der es mir ermöglicht, wieder normal zu leben und Sport zu treiben. Wie sieht es mit der Ozontherapie aus?

Mit freundlichen Grüßen aus Barcelona,

Dorothee Orf

Antwort vom Tue 10. Jan 2006 08:01

Sehr geehrte Frau O.,

auch wenn Sie leider von der Physiotherapie bezüglich der Schmerzen noch nicht profitieren, so ist es dennoch wichtig, dass Ihre Muskulatur in guter Form ist, um die anfallende Mehrarbeit bewältigen zu können. Die Wärmeanwendungen, die Sie sich selbst zukommen lassen, unterstützen dies. Ansonsten kann auch eine eher mäßige Vorwölbung hartnäckige Beschwerden verursache, sei es durch Schmerzen aus der Bandscheibe selbst, die sich beispielsweise auch durch Drehbewegungen im Bett äußern können, als auch durch eine vermehrte Reibung an den angrenzenden Wirbelgelenken. Sinnvoll für eine weitere Behandlung wäre eine gezielte Spritze an die Wirbelgelenke L4/L5. Wenn dadurch keine Besserung erzielt wird, wäre eine so genannte Mikrolaserbehandlung der Bandscheibenvorwölbung in Erwägung zu ziehen. Dies ist ein so genannter minimal invasiver Eingriff, der keiner Vollnarkose bedarf. Zuvor sollten Sie jedoch der Physiotherapie und ev. auch Medikamenten noch einige Wochen die Chance geben. Unterstützend können auch zusätzliche Therapien wie Akupunktur usw. wie auch die von Ihnen angesprochene Ozontherapie ausprobiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.med. R. Nissl

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