Therapie bei Bandscheibenvorfall
Frage vom Fri 24. Jan 2003 11:17
Hallo liebes Expertenteam!
Im Sommer letzten Jahres ereilte mich (weiblich, 33 Jahre) ein übler Bandscheiben vorfall zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel. Seitdem bekomme ich im Abstand von zwei Monaten vom Neurochirurgen zwischen 4 und 6 Spritzen (teils unter CT). Mit diesen komme ich relativ gut zurecht, bin jedoch nicht wirklich schmerzfrei. Da mir der Neurochirurg sämtliche körperliche Betätigung (außer Wandern und Schwimmen) verboten hat, fühle ich mich in meiner Lebensqualität deutlich eingeschränkt und habe daher einen Orthopäden aufgesucht. Dieser schlug eine Operation vor (Bandscheibentransplantat). Diese OP lehnt der Neurochirurg wiederum kategorisch ab. Unter dem Motto "Sie können doch arbeiten gehen, was wollen sie noch?". Damit möchte ich mich nicht zufrieden geben und habe daher folgende Frage: Ist ein Transplantat sinnvoll, welche Risiken hat diese OP, kann ich danach wieder Sport treiben (joggen, skaten)? Inwieweit kann ich meine Wirbelsäule zur Zeit belasten (ist wirklich alles verboten, sogar Betten machen)? Soll ich mich wirklich mit der Empfehlung des Neurochirurgen zufrieden geben?
Ich verbleibe in Erwartung ihrer Antworten mit freundlichen Grüßen
A. Jäger
Antwort von Dr. med. R.-O. Oeljeschläger vom Mon 03. Feb 2003 15:43
Sehr geehrte Frau J.,
bei der geplanten Operation ist wahrscheinlich von einer Bandscheibenprothese (künstliche Bandscheibe) die Rede. Die Implantation einer Bandscheibenprothese ist dann sinnvoll, wenn ein ausgeprägter Bandscheibenverschleiß mit dementsprechenden Rückenschmerzen vorliegt. Dieser Eingriff wird durch den Bauchraum durchgeführt, die verschlissene Bandscheibe wird komplett entfernt und der Bandscheibenraum auf die natürliche Höhe auseinandergespreizt. Anschließend wird die Bandscheibenprothese, welche aus 2 Metallplatten mit einem dazwischen liegenden Kunststoffgleitkern besteht, in das Bandscheibenfach eingelegt und verwächst dort mit den Wirbelknochen. Nach einer gewissen Einheilungszeit sind leichtere Sportarten in der Regel durchaus möglich. Die Implantation einer Prothese ist sinnvoll bei jüngeren, aktiven Patienten mit guter Knochenqualität (kein Knochenschwund), bei denen die Rückenschmerzen im Vordergrund stehen und etwaige Beinschmerzen nicht zu stark sind.
Die Entscheidung, ob eine Prothese für Sie in Betracht kommt, muss ein Wirbelsäulenchirurg (Orthopäde oder Neurochirurg) stellen, der mit dieser Operation vertraut ist.
Unabhängig davon sollte aber abgeklärt werden, ob Ihre Beschwerden nicht durch einen kleineren (minimal invasiven) Eingriff gebessert werden können, zumal nach Ihren Angaben ein Bandscheibenvorfall vorliegt.
Da Ihr Bandscheibenvorfall bereits mehrere Monate zurückliegt, ist in der Regel gegen leichtere körperliche Belastungen nichts einzuwenden. Bei Sportausübungen sollten Sie vorsichtig probieren, ob Ihnen die körperliche Belastung gut tut oder nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. R.-O. Oeljeschläger
Nachfrage vom Thu 01. Sep 2005 20:30
Sehr geehrter Herr Dr.,
können Sie mir bitte mitteilen, welche Bedeutung die Stärke der Schmerzen im Bein bei der Entscheidung, ob ein Implantat geeignet ist, hat ?
Freundliche Grüße
Voss
Antwort vom Wed 28. Sep 2005 10:09
Sehr geehrter Herr V.,
die Stärke der Schmerzen im Bein beeinflusst nicht die Entscheidung, welche Operationstechnik oder welches Implantat gewählt wird. Ob eine operative Therapie indiziert ist, entscheidet vor allem das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein neurologischer Defizite. Die gewählte Operationstechnik ist stark abhängig von den Befunden der Schnittbilddiagnostik.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.med. Medele
Nachfrage vom Thu 01. Jun 2006 14:53
Was versteht man unter PDA
Antwort vom Mon 10. Jul 2006 11:07
Sehr geehrte Frau H.,
eine PDA versteht man eine Anästhesie, d.h. eine Schmerzlinderung, die mittels einer gezielten Spritze direkt an gereizte Nervenstrukturen gebracht wird. Meistens wird so etwas unter Durchleuchtungs- oder CT-Kontrolle durchgeführt.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. R. Effner /si
