Vernarbung nach Bandscheibenoperation?

Frage vom Tue 18. Feb 2003 22:26

Ich bin 51 Jahre alt und habe bis Anfang 2002 keinerlei Rückenprobleme gehabt. Anfang März bekam ich brennende, bohrende Schmerzen, Schmerzen, wie elektrische Schläge in den Beinen, sodaß ich nur mit einer Überdosis Ibuprofen 3 Stunden am Tag unter wahnsinnigen Schmerzen gehen konnte. Liegen und Sitzen war annähernd schmerzfrei. Aufgrund einer schlechten Tomographie, die einen leichten Vorfall L2/3 ergab, wurden bei mir folgende Eingriffe gemacht:
Kathedertherapie nach Grönemeyer (1 Woche)
3 x PRT im Abstand von 4 Wochen
Schmerztherapie:
Nervenstimulanz unter Vollnarkose
Durchtrennung von Nerver im Sakrabereich (danach 8 Wochen Nervenbrennen als Folge)
Mitte November 2002 erneute Diagnose (Tomographie)
Befund:
Mediolateraler linksseitiger Massenvorfall in L2/3 auf der li. Seite mit einem cranialen und caudalen Sequester und Komp. des Durakanales und der li. L3-Wurzel und einem lateralen BS-Sequester.

Am 25.11.02 bin ich in der Endoklinik operiert worden. Abgesehen vom Heilungsschmerz war ich bis Anfang Februar total schmerzfrei und bin ohne Probleme stundenlang gelaufen.

Seit dem 6. Febr. habe ich zunehmende Schmerzen im li. Oberschenkel. Erneute Tomographie ergab folgende Diagnose:
V.a. Rez.-NPP mit Nervenwurzelkomp. L2/3 li.; Postnukleotomie-Syndr. L2/3 li; NNP V.a. NNP LWK 3/4 li-forominal; L3 Radikulopathie li, senso-mot. Lumbalkanalstenose LWK 3/4, relativ.

Vor 1 Woche PRT an 3.Nervenwurzel li - ohne Erfolg.
Vorgestern Unterspritzung des inneren Narbengebietes. Dadurch erst Brennen im Oberschenkel.

Meine Frage:
Kann es eine Vernarbung sein?
In meinem jetzigen Zustand kann ich schmerzfrei sitzen und liegen, gehen und stehen nur 3 Minuten. Dann werden die Schmerzen unerträglich.

Gefäßerkrankungen etc. sind nicht vorhanden.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Stisser


Antwort von Dr. med. R.-O. Oeljeschläger vom Wed 26. Feb 2003 13:28

Sehr verehrte Frau St.,

bezüglich Ihrer Krankengeschichte mit der postoperativen Schmerzfreiheit bis zum 6. Februar kommt als Ursache der Beschwerden am ehesten ein erneuter Bandscheibenvorfall in der operierten Höhe infrage. Diesbezüglich ergab ja auch eine Tomographie den Verdacht auf einen Rezidivvorfall L2/3 links. Prinzipiell, aber weniger wahrscheinlich, könnten auch Vernarbungen beziehungsweise ein nach der Operation aufgetretenes Wirbelgleiten (Instabilität) die Ursache der Schmerzen sein. Hierbei kommt es jedoch meistens zu allmählich sich steigernden Beschwerden.
Da bei Ihnen auch Nervenausfälle (Radikolopathie sensomotorisch) bestehen, muss bei Ihnen eine erneute Operation zur Entlastung der eingeklemmten Nervenwurzel in Erwägung gezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. R. - O. Oeljeschläger
Facharzt für Neurochirurgie

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