Wirbelsäulen-Glossar
Startseite zum Thema Rückenschmerzen Presse aktuell Altes Presse-Archiv Patientenforum Impressum Rückenbuch Rückenbuch kostenlos downloaden

1.Januar 2005 | AGR Newsletter Nr.33:  Verengter Wirbelkanal - Minimalinvasive Therapie


Vorschau: der folgende Presseartikel berührt u.a. folgende Stichpunkte aus dem Themengebiet "Wirbelsäule"

  • Rückenschmerzen
  • Verengter Wirbelkanal
  • Wirbelsäulenliga
  • Arterienverkalkung
  • Mikrotherapie - minimalinvasive Therapie
  • Spinalkanalstenose
  • X-Stop-Methode
  • Bandscheibenvorfall
  • Wirbelsäulenkatheter nach Racz
  • Laser

Verengter Wirbelkanal
Eine neue Volkskrankheit wird immer häufiger diagnostiziert -
Verengter Wirbelkanal: So wird er wieder weit

Volkskrankheit verengter Wirbelkanal
Es beginnt mit dumpfen Rückenschmerzen, die nahezu immer in die Beine ausstrahlen. Dann folgt ein pelziges Gefühl. Oberschenkel und Waden werden taub. Der Gang wird unsicher, das Gehen fällt immer schwerer. Wer zum Arzt geht und eine CT- oder Kernspinaufnahme machen lässt, erfährt die Diagnose meist sehr schnell: Der Wirbelkanal ist verengt. Fachleute nennen diese besondere Art von Rückenbeschwerden auch Spinalkanalstenose.

Die Wirbelsäulenliga e.V. weist deshalb in ihrer jüngsten Aufklärungsaktion darauf hin: „Obwohl dieses Problem nur selten in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist es doch weit verbreitet. Etwa jeder dritte Mensch über 60 Jahre ist davon betroffen. Jeder zweite dieser Betroffenen klagt über massive Beschwerden. Das sind immerhin 15 Prozent aller älteren Menschen. Das Gehen ist in vielen Fällen nur noch über kurze Strecken möglich. Häufig müssen sich die Patienten hinsetzen und warten, bis die Schmerzen wieder besser werden. Andere beugen sich nach vorne oder stützen sich auf einen Gehwagen. Denn dadurch lassen die Schmerzen typischerweise nach.“

Wirbelsäulenliga-Präsident Dr. Reinhard Schneiderhan aus München: „Daran kann man oft schon erkennen, ob ein verengter Wirbelkanal vorliegt. Wenn beim Vorbeugen des Oberkörpers die Beschwerden besser werden, liegt der Verdacht nahe. Das kann jeder Patient leicht selbst ausprobieren.“

Verengter Wirbelkanal. Was muss man sich darunter vorstellen? Orthopäde Dr. Schneiderhan erklärt: „Der Wirbelkanal ist ein Raum, der von den Wirbelkörpern, den Wirbelbögen und den kleinen Wirbelgelenken umschlossen wird. Durch ihn ziehen das Rückenmark und viele wichtige Nerven von oben nach unten. Ein hochsensibler Bereich. Er schützt das Rückenmark wie ein Panzer. Manchmal wird dieser Panzer nun zu eng. Das kommt oft daher, dass sich im Wirbelkanal vermehrt Knochensubstanz bildet. Der Grund dafür sind starke Belastung und Abnutzung. Wir wissen, dass sich das Knochengewebe bei langfristig erhöhter Belastung verstärkt, um dieser Belastung gewachsen zu sein. Geschieht das im Wirbelkanal, bilden sich auch hier knöcherne Anlagerungen. Der Durchmesser des Kanals wird dann kleiner. Die Nerven haben weniger Platz. Manchmal drücken die Knochenverstärkungen auch direkt auf die Nerven. Es entstehen Schmerzen, die in ein oder beide Beine ausstrahlen.“

Die Art der Symptome lassen sich übrigens leicht mit denen verwechseln, wie sie bei schweren Durchblutungsstörungen oder Arterienverkalkung in den Beinen auftreten können. Auch hier treten Beschwerden und Schmerzen auf. Auch hier müssen die Betroffenen oft schon nach wenigen Metern Gehstrecke stehen bleiben, weil das Bein weh tut. Erst beim Stehen oder Sitzen tritt eine Besserung ein. In diesem Fall spricht man von der so genannten Schaufenster-Krankheit. Sie hat jedoch nichts mit der Wirbelsäule zu tun. Nur die Krankheitszeichen sind ähnlich. Deshalb sollte der Arzt zunächst mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung feststellen, ob die Arterien im Bein möglicherweise verengt sind.

Beugt sich ein Patient mit einer Arterienverkalkung mit dem Oberkörper nach vorne, tritt in der Regel keine Besserung der Beschwerden ein. Weil das Beugen keinen Einfluss auf die Blutgefäße ausübt. Beim verengten Wirbelkanal ist das jedoch anders. Durch die Beugung vergrößert sich der Wirbelkanal. Die Nerven erhalten dadurch mehr Platz und werden nicht mehr so stark bedrängt. Folge: Die Schmerzen bilden sich vorübergehend zurück.

Ein ähnlicher Effekt kann auch beim Fahrradfahren auftreten. Wirbelsäulenliga-Präsident Dr. Schneiderhan: „Durch die Beugung des Oberkörpers ist es manchen Patienten ohne weiteres möglich, zehn Kilometer mit dem Rad zu fahren. Dagegen können sie kaum 50 Meter laufen.“

Die Wirbelsäulenliga hat außerdem festgestellt, dass die Symptomatik nicht mehr nur bei älteren Patienten auftritt, sondern zunehmend auch bei jüngeren. Die Ursache dafür ist das heute übliche stundenlange Sitzen am Schreibtisch. Dadurch entsteht eine enorme Belastung der Wirbelsäule.

Mikrotherapie
Aber in der modernen Orthopädie gibt es Abhilfe. Zunächst wird der Arzt konservative Maßnahmen wie Krankengymnastik, Medikamente und Injektionen verordnen. Hilft das jedoch auf Dauer nicht weiter, muss längst nicht gleich opereriert werden, wie viele Ärzte immer noch glauben. Neue minimal-invasive und schonende Behandlungsformen können hier oft einen großen und belastenden Eingriff vermeiden.

Mikrotherapie erweitert den Wirbelkanal besonders schonend

Nach Empfehlungen der Wirbelsäulenliga hat sich die neue Mikrotherapie als das derzeit schonendste Verfahren bewährt, um einen verengten Wirbelkanal operativ wieder zu erweitern.

Sie bietet dem Patienten gleich mehrere Vorteile. Mit Hilfe einer speziellen Operationshülse kann der Neurochirurg seine Instrumente bis zum verengten Wirbelkanal einführen und gleichzeitig die umgebende Rückenmuskulatur schonen. Das ist wichtig, um die Stabilität der Wirbelsäule nach dem Eingriff zu erhalten und das Risiko schmerzhafter Narbenbildungen zu verringern.

X-Stop
Im Wirbelkanal selbst kommt eine Diamantfräse zum Einsatz. Damit be-seitigt der Neurochirurg durch ein kleines Fenster im Wirbelbogen die knöchernen Anlagerungen, die den Kanal so schmerzhaft einengen. Das ist eine besonders elegante Methode im Vergleich zu den früheren und sogar heute noch oft angewendeten großen Verfahren, bei denen ganze Wirbelbögen entfernt wurden oder sogar eine Versteifungs-Operation durchgeführt wurde

Nach diesem Mikro-Eingriff unter Vollnarkose muss der Patient nur noch für etwa drei Tage in der Klinik bleiben. Ein weiterer stationärer Aufenthalt in einer Rehaklinik ist im Gegensatz zur großen herkömmlichen Operationsmethode meist auch nicht mehr erforderlich.









Neu: Die X-Stop-Methode

Implantat in der Wirbelsäule
Noch kürzer und noch schonender geht es mit einer völlig neuen Technik: Der X-Stop-Methode. Nach Angaben der Wirbelsäulenliga setzt der Operateur dabei ein kleines Titan-Implantat zwischen die beiden Dornfortsätze auf der Rückseite der Wirbelsäule ein. Dieses Mini-Implantat drückt die beiden Knochenfortsätze dauerhaft auseinander und erreicht damit den gleichen Effekt, als ob sich der Patient nach vorne beugen würde. Allerdings nur zwischen den zwei betroffenen Wirbeln. Der große Vorteil besteht darin, dass der Wirbelkanal selbst bei diesem Eingriff nicht eröffnet werden muss. Das macht die Operation noch schonender und noch sicherer.


Die X-Stop-Technik ist jedoch nur für etwa jeden dritten Patienten mit verengtem Wirbelkanal geeignet. Und zwar immer dann, wenn die krankhaften Veränderungen noch nicht allzu weit fortgeschritten sind und der Patient rechtzeitig zur Behandlung kommt.

Oft helfen auch Racz-Katheter oder Laser

Racz-Katheter und Laser
Ein verengter Wirbelkanal wird jedoch nicht immer nur durch knöcherne Anlagerungen hervorgerufen. Nicht selten engt auch ein Bandscheibenvorfall den Kanal ein und drückt von vorn auf die Nervenwurzel. Hier ist also nicht eine knöcherne Anlagerung schuld, die operativ entfernt werden müsste, sondern die Bandscheibe. Orthopäde Dr. Schneiderhan hat damit besonders gute Erfahrungen gemacht: „In diesen Fällen behandeln wir die Patienten mit dem Wirbelsäulenkatheter nach Racz oder mit dem Mikrolaser. Sowohl der Racz-Katheter als auch die Lasersonde werden dabei nur durch eine dünne Kanüle in den Rücken eingeführt. Eine offene Operation lässt sich auf diese Weise oft sogar vollständig vermeiden.“

Nähere Auskünfte er-halten Sie bei der
Wirbelsäulenliga e.V.
Widenmayerstr. 29
80538 München
info@wirbelsaeulenliga.de
www.wirbelsaeulenliga.de

Weitere Artikel:    vor 2002  |  2002  |  2003  |  2004  |  2005


April 2005 | Lisa
Starker Rücken - keine Schmerzen.


April 2005 | das Neue
Sportarten im Rücken-TÜV.


März 2005 | Frau im Spiegel
5 Fragen zum Thema Sport als Rückentherapie


März 2005 | Freizeit-Revue
Spinalstenose - das spät erkannte Rückenleiden


März 2005 | Gesundheit aktuell
Mikrolaser verdampft Rückenschmerzen


Februar 2005 | Bildwoche
Wenn der Rücken SOS funkt


Februar 2005 | Welt der Frau
Rückenschmerzen -wenn die Bandscheiben krumme Touren machen


Januar 2005 | Bild München
Der Mann für alle Fälle


Januar 2005 | Gesundheit aktuell
Rückenschmerzen weg ohne Operation


Januar 2005 | Welt am Sonntag
Ab ins Bett


Januar 2005 | tz
Gutscheine verboten


Januar 2005 | Orthoprof
Verengter Wirbelkanal - Minimalinvasive Therapie


Januar 2005 | AGR-Newsletter
Verengter Wirbelkanal - so wird er wieder weit


Januar 2005 | Orthopress
Rückentherapie mit Hightech und Herz