Perkutane Nukleotomie
Absaugmethode oder endoskopische Entfernung
(Bandscheibenvorfall)
Perkutane Nukleotomie schont bei der Entfernung durch die Haut das Gewebe und verringert so die Gefahr der gefürchteten Narbenbildung nach
einer konventionellen Operation. Dieses minimal invasive Verfahren zur Entfernung eines Bandscheibenvorfalls wird
seit mehr als 10 Jahren in den USA und in Europa erfolgreich eingesetzt. Nach örtlicher Betäubung wird eine dünne
Sonde unter Bildwandler/Röntgenkontrolle in den betroffenen Bandscheibenraum eingeführt. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten
das ausgetretene Bandscheibengewebe schonend zu entfernen:
1. Das hervorgetretene Bandscheibenmaterial wird über eine öffnung an der Sondenspitze angesogen und nachfolgend
mit einem integrierten Messer abgetrennt und dann automatisch abgesaugt, somit kann die Nervenwurzel durch die endoskopische Entfernung
des Bandscheibenvorfalls bzw. des betreffenden Bandscheibengewebes entlastet werden.
2. Durch die in den Bandscheibenraum eingeführte Sonde werden Spezialinstrumente mit hochpräzisen Endoskopen und Kameras
bis zum Bandscheibenraum vorgeschoben. Mit feinen Spezialzangen wird das ausgetretene Bandscheibengewebe unter Sicht entfernt.
Indikation
- Gedeckte Bandscheibenvorfälle
- Bandscheibenvorfälle, bei denen herkömmliche konservative Behandlungsmaßnahmen keine wesentliche Besserung erzielen konnten.
- Bandscheibenvorfälle, bei denen eine epidurale Katheterbehandlung keine anhaltende Besserung erbringen konnte.
Stellenwert
Minimal invasives Therapieverfahren bei dem auch größere Bandscheibenvorfälle mit Wurzelbeteiligung ( keine Sequester) ohne
offene Operation und ohne Gefahr einer Narbenbildung behandelt werden können.
Vorteil
Perkutane Nukleotomie, im Behandlungsspektrum eingeordnet, ist ein minimal invasives Verfahren, das ambulant in unserer Praxisklinik durchgeführt werden kann und eine Reduktion des Druckes auf
die betroffenen Nervenwurzeln durch gezielte Entfernung der bedrängenden Bandscheibenanteile erreicht. Keine Narbenbildung im
Operationsgebiet. Ein intensives Rehabilitationsprogramm ist nicht erforderlich.
Nachbehandlung
In den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff sollten Sie ein speziell auf Sie angepasstes Kunststoffkorsett tragen. Zwei Wochen
nach dem Eingriff wird eine abgestimmte Physiotherapie mit dem Schwerpunkt eines isometrischen Aufbautrainings beginnen.
Arbeitsfähigkeit
Nach 1-2 Wochen können Bürotätigkeiten und leichte körperliche Arbeiten wieder aufgenommen werden. In den ersten vier Wochen
sollten körperlich belastende Arbeiten noch nicht durchgeführt werden. Diese können ab der vierten Woche langsam gesteigert werden.
Sportaktivitäten
Nach drei Wochen ist Schwimmen, Radfahren (möglichst aufrechte Oberkörperhaltung) wieder möglich. Joggen auf weichen Boden
nach frühestens vier Wochen. Alle anderen Sportarten können je nach Belastungsintensität und Belastungsmuster ab der fünften
Woche langsam steigernd aufgenommen werden.
Ergebnisse
In der internationalen Literatur werden Erfolgsquoten von über 80 % angegeben.
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