Intradiskale elektrothermale Therapie / IDET
Unter Bildwandlerkontrolle wird ein flexibler Katheter im Faserring der Bandscheibe plaziert. Danach erfolgt das Erhitzen
einer Wärmespule, die am Ende des Katheters eingebaut ist.
Hierbei kommt es zu folgenden therapeutischen Effekten: Ausschaltung von schmerzsensiblen nervalen Strukturen bzw.
Denervierung (Unterbindung der Schmerzleitung) der sogenannten Schmerzrezeptoren (Schmerzzentren) des Bandscheibenringes.
Das Erhitzen führt zu einer Umwandlung des Kollagengewebes des äußeren Faserringes der Bandscheibe. Kleine Fissuren (Risse)
können wieder verschlossen werden.
Indikation
- Chronische lumbale Rückenschmerzen
- keine Besserung durch nichtinvasive Behandlungsmethoden bei normalem neurologischen Befund
- Schmerzreproduktion bei einer Diskographie ist Voraussetzung
- bisher keine Operationen im Bereich der betroffenen Bandscheibe
Stellenwert
Eine Schmerzbehandlung durch Thermokoagulation des Bandscheibenringes ist möglich. Einsatz dieser Behandlungsmethode
nur bei mäßigen Bandscheibendegenerationen in der Kernspintomographie. Bei Wurzelreizung durch Bandscheibenvorwölbungen bzw.
durch einen Bandscheibenvorfall (z.B. Ischiasschmerz) kann diese Behandlungsmethode nicht eingesetzt werden.
Vorteil
Wenig invasives Therapieverfahren, das ambulant in unserer Praxisklinik durchgeführt werden kann.
Nachbehandlung
Zwei Wochen nach dem Eingriff sollte eine abgestimmte Physiotherapie mit Schwerpunkt eines isometrischen Aufbautrainings beginnen.
In den ersten zwei Wochen sollte ein Kunststoffkorsett getragen werden.
Arbeitsfähigkeit
Mit Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit ist zwei Wochen nach dem Eingriff zu rechnen. Körperliche Belastungen sollten drei Monate
nach dem Eingriff vermieden werden. Insbesondere schweres Heben ist zu vermeiden, um den Umwandlungsprozeß des Kollagens nicht
zu beeinträchtigen.
Sportaktivitäten
Sportliche Aktivitäten sollten entsprechend sorgfältig in ihrer Belastung dem Heilungsprozess angepaßt werden.
Ergebnisse
Ergebnisse der jüngsten amerikanischen Studien ergeben eine 70%ige deutliche Beschwerdebesserung.
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