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Botulinumtoxin in der Schmerztherapie

Jeder, der schon einmal unter Muskelkrämpfen gelitten hat, weiß, daß diese plötzlich auftretenden massiven Muskelanspannungen besonders schmerzhaft sein können. Schmerzen können jedoch auch durch einfache Muskelverspannungen entstehen. Typische Beispiele für solche Erkrankungen sind der Spannungskopfschmerz und muskulär bedingte Nacken- und Rückenschmerzen. Für die medikamentöse Behandlung bei schmerzhaften Muskelverspannungen gilt, daß mit steigender Wirksamkeit als Nebenwirkung auch eine zunehmende Müdigkeit auftritt. Hinzu kommt die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit. Deshalb sollten muskelentspannende Arzneimittel nur kurz eingesetzt werden.

Von Betroffenen ebenso wie von ärzten vermißt wurde jedoch bisher ein einfach durchzuführendes Behandlungsverfahren mit langer Wirkdauer und ohne Nebenwirkungen wie Müdigkeit.

Gerade dies sind die herausragenden Eigenschaften der Anwendung in der Schmerztherapie

Was ist Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin wird von einem Bakterium mit Namen Clostridium botulinum gebildet.

Wie wirkt Botulinumtoxin?

Wird Botulinumtoxin in kleinster Menge gezielt in einen Muskel gespritzt, verhindert das Mittel dort die Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin aus den Nervenfasern. Ohne das Acetylcholin fehlt den Nervenfasern der Befehl, sich zusammenziehen. Folge: Sie erschlaffen. Schmerzhafte Muskelverspannungen können dadurch gelöst werden.

   Es kommt zu einer Durchbrechung des Teufelskreis von Muskelverspannungen und Schmerzen.

Bedeutsam ist aber auch die unmittelbare Beseitigung muskulärer Ursachen für Migräneattacken. Denn schmerzhafte Muskelverspannungen können Migräneattacken auslösen.

Wie schnell und wie lange wirkt Botulinumtoxin?

Die Wirkung tritt 2 - 10 Tage nach der Injektion ein. Sie hält drei bis maximal fünf Monate an, anschließend ist eine Wiederholung der Behandlung möglich und wieder genauso wirksam.

Wo wird Botulinumtoxin eingesetzt?

Botulinumtoxin wird in der Medizin seit mehr als 20 Jahren eingesetzt. Zunächst in der Augenheilkunde zur Behandlung von muskulären Schielstellungen sowie in der Neurologie zur Behandlung von Erkrankungen mit einer krankhaft erhöhten Muskelverspannung. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist heute die kosmetische Behandlung von Falten im Gesichtsbereich.

Botulinumtoxin wird nun seit über zwei Jahren besonders in den USA mit großem Erfolg auch zur Behandlung von chronischen Schmerzerkrankungen eingesetzt. Insbesondere die Behandlung von Spannungskopfschmerzen, Migräne sowie muskulär bedingten Nacken- und Rückenschmerzenerwies sich dabei als sehr erfolgreich.

Welche Nebenwirkungen hat Botulinumtoxin?

Eine Behandlung mit Botulinumtoxin gilt als sehr verträglich. Selten auftretende Nebenwirkungen erklären sich über den Wirkmechanismus, so kann eine zu große Menge Botulinumtoxin eine zu starke Schwächung des injizierten Muskels verursachen. Diese Nebenwirkungen bilden sich immer wieder vollständig zurück und können durch die individuelle Wahl der Dosis und der Injektionsorte vermieden werden.

Ein entscheidender Vorteil der Botulinumtoxin-Behandlung besteht darin, daß es nach der Injektion in einen Muskel zu keiner Verteilung im gesamten Körper kommt.

   Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Gewichtszunahme sind daher unbekannt.

Botulinumtoxin darf nicht eingesetzt werden bei Patienten , die an einer generellen Muskelschwäche leiden Aufgrund fehlender klinischer Erfahrung darf Botulinumtoxin auch nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewandt werden. Auch darf Botulinumtoxin nicht bei einer Allergie gegen Lactose oder Human-Albumin angewandt werden, ebenso wenig bei spezifischen Rückenschmerzen wie z.B. Bandscheibenvorfall oder Tumoren.

Wie wird Botulinumtoxin angewandt?

Das Prinzip der Behandlung von Schmerzmedikamenten mit Botulinumtoxin besteht darin, den Wirkstoff genau in die schmerzhafte Muskulatur zu spritzen. Ziel der Behandlung ist es, genau die schmerzhaften Muskelverhärtungen (sog. Triggerpunkte) zu injizieren, und damit als Schmerzquelle auszuschalten.

   Gezielte Durchbrechung von Muskelverspannungen und Schmerz

In zahlreichen klinischen Studien wird derzeit der Einsatz von Botulinumtoxin im Bereich der Schmerztherapie detailliert untersucht. Unsere Praxis startet im Sommer 2001 unter der Leitung von Frau Dr. Harriet Hauser eine wissenschaftliche Studie über die Injektionsbehandlung in der Behandlung von Spannungskopfschmerzen, Migräne sowie muskulär bedingter Nacken- und Rückenschmerzen. Die Wirkung wollen wir in unserer Praxis wissenschaftlich untersuchen

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