Rückenschmerzen: Auch Rettungssanitäter leiden
Während seiner 27jährigen Berufslaufbahn als Rettungssanitäter bestand Richard Mettetals Tätigkeit darin ,Verletzte zu tragen und sich bei Rettungsaktionen freischwebend in einer Hängevorrichtung vom Hubschrauber herunterzulassen. Manchmal arbeitete er viele Stunden an einem Stück. Das Ergebnis dieser langen Jahre im Dienste der Allgemeinheit sind heute für den 54-jährigen, der in den USA lebt, chronische Rückenbeschwerden, , an denen er seit 1984 leidet.
"Es ist jetzt schon so lange her, daß ich mich gar nicht mehr erinnern kann, wann ich zum letztenmal schmerzfrei war," sagt Mettetal. "Und ich bin so wütend, daß ich nicht mehr alles das machen kann, was ich tun möchte."
Dem amerikanischen National Institut für Sicherheit und Gesundheit im Beruf in Cincinnati, Ohio zufolge sind Rückenschmerzen in den USA die häufigste Ursache von Berufskrankheiten, die infolge einer Berufstätigkeit auftreten. Und die verzögerte Rückkehr an den Arbeitsplatz bedeutet im Hinblick auf die Gesamtkosten, die durch Rückenbeschwerden verursacht werden einen wesentlichen Kostenfaktor für die Krankenversicherungen. Beschwerden der Wirbelsäule verursachen mehr Arbeitsausfall und Behandlungskosten als alle anderen Krankheiten, so Robert Shields, M.D. Allgemeinarzt mit Zusatz Osteopathie in Plano, Texas.
"Das sind die häufigsten Beschwerden, die in meiner Praxis vorkommen," sagt er. "8 von 10 Patienten sind in Ihrem Leben irgendwann einmal von Rückenschmerzen betroffen."
Rückenschmerz verstehen
Rückenschmerzen treten in zwei verschiedenen Formen auf, entweder sind sie chronisch oder akut und sie treten meist im Lendenwirbelsäulenbereich auf. Akute Schmerzen treten plötzlich und sehr intensiv auf. Sie entstehen meist durch eine falsche Bewegung . Akute Schmerzen dauern meist nur kurze Zeit an. Chronische Schmerzen sind dagegen immer wiederkehrend und lange andauernd; jede kleine Bewegung kann sie wieder auslösen. Das Andauern der Schmerzen mag manchem Patienten wie eine Ewigkeit erscheinen.
Obwohl Rückenschmerzen gewöhnlich vermieden werden könnten (mit geeigneten Gymnastikübungen z.B.), meinen die Experten, daß vier von fünf Amerikanern irgendwann einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen leiden. Man muß sich nur vorstellen, daß auf der Lendenwirbelsäule das größte Gewicht lastet. Die Stabilität der Lendenwirbelsäule hängt vom Zustand der Wirbelkörper und der Bandscheiben ab.
Um ein Verständnis für die vielen Verletzungsmöglichkeiten an der Wirbelsäule zu bekommen, stellen wir uns einmal vor, daß jeder Mensch 24 bis 25 Wirbelknochen hat, einschließlich Hals und Brustkorbwirbelsäule. Die Wirbelsäule wird vom Stützapparat der Bänder und Muskeln zusammengehalten. Hinzu kommen noch Nervenstränge, einige Bandscheiben (die als Schockpuffer fungieren) und Gelenke, die die Richtung der Bewegung der Wirbelsäule lenken. "Und wenn man sich vorstellt, wie dieses komplexe Gebilde in die verschiedensten Richtungen gedreht und gebeugt wird, dann können Sie sich auch vorstellen, was dabei alles passieren kann," erklärt Shields.
Shields erläutert weiter, daß es zu Zerrungen der Bänder, überanstrengung der Muskeln, zu Bandscheibenvorfall und zu Gelenkreizungen kommen kann. Während man logischerweise meinen möchte, daß Verletzungen meist vom Sport oder einem Unfalltrauma herrühren, hat jedoch oft die einfachste kleine Bewegung große Schmerzen zur Folge. Hinzu kommen noch Arthritis, erbliche Belastungen, schlechte Haltung, übergewicht und psychologische Probleme wie Streß als mögliche Ursachen für Rückenschmerzen. Und um es noch weiter zu komplizieren, können Rückenschmerzen auch direkt von inneren Krankheitsursachen kommen, wie z.B. Nierensteinen, Nierenentzündungen, Blutgerinnseln oder von Osteoporose.
Laut Meinung des Praktischen Klinikführers für besseres Verständnis akuter Lendenwirbelsäulenprobleme , von 1994 herausgegeben von der Human Services Agency for Health Care Policy and Research, kann die genaue Ursache für Rückenbeschwerden jedoch trotz modernster Medizintechnologie bei den wenigsten Patienten genau bestimmt werden. Röntgenuntersuchungen können nur in einem kleinen Teil der nichtspezifischen Fälle Aufschluß über die Krankheitsursache geben.
Möglichkeiten der Schmerzbehandlung
Die Beschwerden von Herrn Mettetal begannen vor 14 Jahren, als er wegen schrecklichster Schmerzen, die ihm ins Bein schossen beinahe ohnmächtig wurde. Die erste Diagnose lautete: Bandscheibenvorfall. Seither sind seine Schmerzen immer schlimmer geworden, trotz vier großer Operationen, die das Problem behandelten. Völlig verzweifelt hat er es mit verschiedenen Schmerzmedikamenten, Physiotherapie und Schmerzkliniken versucht - alles Versuche zur Wiederherstellung eines einigermaßen lebenswerten Lebens.
Die American Medical Association folgert in einer 1996 durchgeführten Studie über Rückenschmerzen, daß in den USA ein Betrag in Höhe von über $ 50 Billionen für Diagnose und Behandlung von Rückenbeschwerden ausgegeben wird. Da die Krankheitsursachen so vielfältig sein können, kann die Behandlungsmethode, die dem einen Patienten hilft, beim anderen Patienten ohne Erfolg bleiben.
Bei den meisten Menschen helfen Medikamente gut bei der Bekämpfung von Schmerzen und Unwohlsein. Aber jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben. Rückenexperten sagen, daß nicht verschreibungspflichtige non-steroidale Entzündungshemmer (NSA) einschließlich Acetominophen (Tylenol), Naproxen (Aleve) und Ibuprofen (Nuprin, Motrin IB und Advil) als Schmerzmedikamente geeignet sind. Stärkere Schmerzen machen die Verschreibungen von Oxycodon (Oxycontin), Acetaminophen mit Codein (Tylenol mit Codein) und Meperidin (Demerol)
