SCS-Rückenmarkstimulation oder erneute Operation: Was ist besser?
Ein Vergleich des amerikanischen National Spine Network von zwei wirksamen Behandlungsmethoden bei chronischem Rückenschmerz
Rückenmarkstimulation oder Reoperation? Das Rush Presbyterian-St.Luke's Medical Center startet eine multizentrische Studie, die untersucht, welcher der beiden Methoden bei der Behandlung von ungelöstem Schmerzgeschehen nach einer Operation der Vorzug zu geben ist.
Orthopädische Chirurgen am Rush-Presbyterian-St.Luke's Medical Center in Chicago führen eine klinische Studie durch, die untersucht, welche Behandlung bei der Schmerzbehandlung nach einer Rückenoperation den besten Erfolg zeigt: eine zweite Operation oder die Behandlung mit Rückenmarkstimulator.
Laut einer von Medtronic, Inc., Minneapolis, Minn. durchgeführten Befragung von orthopädischen Chirurgen aus dem Jahre 1998 unterziehen sich in den USA jährlich schätzungsweise 200.000 Patienten einer Wirbelsäulenoperation. Das Forschungsergebnis zeigt, daß ungefähr 25 Prozent der Patienten nach einer Operation an einem ungelösten Schmerzgeschehen leiden und trotz erfolgter schmerztherapeutischer Eingriffe danach noch mehr als 13.000 Patienten über Schmerzen klagen.
Rückenmarkstimulation und Wirbelsäulenoperationen können chronische Rückenschmerzen, die ihren Ursprung im Gehirn haben, signifikant vermindern.. Bei der Rückenmarkstimulation werden Schmerzsignale blockiert. Diese werden dann nicht zum Gehirn weitergeleitet, wo sie als Schmerz wahrgenommen werden. Bei Wirbelsäulenoperationen werden schmerzhafte eingeklemmte Nerven dekomprimiert oder es werden zwei oder mehrere Wirbelkörper miteinander verbunden.
"Diese bahnbrechende Studie verspricht, die entsprechenden Untersuchungsergebnisse zu liefern, die wir benötigen, um Patienten mit ungelösten Rückenschmerzen nach einer erfolgten Operation die bestmögliche Weiterbehandlung empfehlen zu können.," so Dr. Gunnar Andersson., M.D., Vorsitzender, Fachgebiet orthopädische Chirurgie im Rush-Presbyterian-St.Luke's Medical Center.
Rush nimmt als einziges medizinisches Zentrum in Chicago an der Studie teil, die in 11 verschiedenen Städten der USA durchgeführt wird . "Zum ersten Mal führen wir umfangreiche Untersuchungen durch, deren Ergebnisse es uns ermöglichen, Patienten geeignete Empfehlungen zur Weiterbehandlung geben zu können. Entweder eine weitere Operation oder die Behandlung mit Rückenmarkstimulation."
Die Studie wird vom National Spine Network, Marietta, Ga., und von Medtronic Inc. organisiert und durchgeführt. Das NSN (www.NSNonline.org ) ist eine non-profit Organisation, die aus 28 führenden unabhängigen Therapiezentren für Wirbelsäulenbehandlung besteht. Ziel der Studie ist es, herauszufinden welche Behandlungsmethode - Rückenmarkstimulation oder wiederholte Rückenoperation - zu Schmerzreduzierung, erhöhtem Funktionsstatus, besserer Lebensqualität und verminderter Einschränkung bei Patienten mit ungelöstem Schmerzgeschehen der Wirbelsäule führt.
Die Teilnahme von insgesamt 150 Patienten an 11 Orten ist bis Anfang 2003 geplant. Jeder Teilnehmer wird 24 Monate lang begleitet und nach drei, sechs, zwölf, achtzehn und vierundzwanzig Monaten befragt. Die Endresultate der Studie sollen bis 2005 veröffentlicht werden.
Kandidaten, die an der Studie teilnehmen wollen, müssen sich mindestens ein Jahr vor Bewerbung einer Rückenoperation unterzogen haben, erfolglose alternative Behandlungsmaßnahmen wie medizinische Behandlung oder Physiotherapie nachweisen, unter stark einschränkenden Schmerzen leiden, die soziale und berufliche Aktivitäten wesentlich einschränken, mindestens 20 Jahre oder älter sein. Es dürfen keine medizinischen Kontraindikationen gegen Operation (oder eine Schwangerschaft) vorliegen und falls notwendig muß eine psychiatrische Unbedenklichkeitserklärung nachgewiesen werden.
NSN hat die Studie an der American Academy of Orthopedic Surgeons (AAOS) bei der letzten Versammlung in San Francisco am 1. März angekündigt. Medtronic, Inc. (www.medtronic.com) ist ein führendes Unternehmen der Medizintechnologie.
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