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Neues Verfahren zur Behandlung von Wirbelsäulen und Bandscheibenschmerzen

70 Prozent aller Deutschen leiden unter Rückenschmerzen, über 100.000 von ihnen lassen sich pro Jahr sogar an der Bandscheibe operieren. Ein Eingriff, der trotz aller Fortschritte Risiken birgt und keineswegs Schmerzfreiheit garantiert. Eine neue Wirbelsäulen Kathetertechnik, die von Pro f. Gabor Racz, Houston/Texas, entwickelt wurde, verspricht eine Lösung dieses Problems.

Mit dieser neuen Methode kann Schmerzpatienten ohne Operation geholfen werden. Ganz gezielt wird dabei unter Röntgenkontrolle ein dünner Katheter durch das Innere der Wirbelsäule neben dem Rückenmarkskanal bis an die betroffene Nervenwurzel vorgeschoben und eine Enzymlösung sowie entzündungshemmende Medikamente injiziert. Folge: Die Bandscheibe schrumpft, Entzündungen bilden sich zurück, Schmerzen verschwinden. Die neue Methode hilft sogar vielen austherapierten Patienten. Experten glauben, daß das neue Verfahren mehr als 80 Prozent aller Bandscheibenoperationen überflüssig machen kann.

In Deutschland beherrschen allerdings erst wenige Wirbelsäulenspezialisten diese Technik. Das soll sich jetzt ändern. Deshalb hat das Schmerztherapeutische Kolloquium (STK), eine der größten und bedeutendsten Fachgesellschaften für Schmerztherapie in Deutschland, den Münchner Orthopäden Dr. Reinhard Schneiderhan offiziell beauftragt, allgemein gültige Richtlinien für diese neue Behandlungsmethode zu erstellen.

Den Wert dieser Therapie haben inzwischen auch die großen Universitätskliniken erkannt. So erstellt die Orthopädische Uniklinik München derzeit eine wissenschaftliche Studie über die Kathetertechnik nach Prof. Racz, deren Ergebnisse noch in diesem Jahr vorgestellt werden sollen.

Die neuen Richtlinien sollen künftig auch den Krankenkassen als Grundlage zur Kostenerstattung dienen. Denn bisher muß zumindest bei den gesetzlichen Kassen die Kostenübernahme (ca. 2.000 Mark) für jeden Eingriff einzeln beantragt werden. Private Krankenkassen erstatten die neuen Methode ohne vorherige Absprachen.

Die 10 wichtigsten Richtlinien für die neue Therapie

  • Der Eingriff kann nur stationär in einer Klinik durchgeführt werden.
  • Er muß in einem Operationssaal mit Röntgengerät (Bildwandler) erfolgen.
  • Während des Eingriffs muß ständig EKG, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut gemessen werden.
  • Ein vollausgebildeter Narkosearzt muß anwesend sein.
  • Die Klinik muß über eine Intensivbzw. Wachstation verfügen.
  • Der Behandler muß ausgebildeter Facharzt sein.
  • Er muß zur Grundausbildung an mindestens zwei mehrtätigen Workshops von Prof. Racz teilgenommen haben.
  • Er muß bei mindestens 200 Eingriffen (120 LWS, 80 HWS) einem Spezialisten assistiert haben.
  • Er muß mindestens 200 weitere Eingriffe (120 LWS, 80 HWS) unter Aufsicht selbständig durchgeführt haben.
  • Empfehlenswert ist eine Zulassung des Arztes durch die Ersatzkassen zur Behandlung chronisch schmerzkranker Patienten.

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