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Minimalinvasive epidurale Wirbelsäulenkathetertechnik bei chronischen Rückenschmerzen *Aus der Ambulanten und stationäräen interventionellen Schmerztherapie, München Minimal-invasive Epidural Spinal Catheter Technique in Chronic Back Pain Key words: chronic back pain - edidural spinal catheter technique, minimal-invasive Schlüsselwörter: chronische Rückenschmerzen - epidurale Wirbelsäulenkathetertechnik, minimal-invasivSummaryEpidural spinal catheter technique is a minimal-invasive operation procedure developed by Gabor Racz (United States). Epidural spinal catheter technique ist a modern method of treatment for acute pain symptoms not controllable by outpatient treatment with a high intensity of pain as well as in chronic pain, in patients in whom previous therapeutic methods did not have the disired success. Especially in disc protrusions an prolapes, in acute and chronic pain conditions after discectomies, in postoperative cicatrizations an fibroses and in painfull changes on the spinal column. In the present prospective study the effectiveness of the epidural spinal catheter technique is examined in sixtythree patients during the first postoperative year. The rank as well as the range of indication of this method is defined. The patients are questioned after four weeks, three month and one year concerning the following points: subject satisfaction, use of analgetics, postoperative development of pain, still existing pain an symptoms, new complaints, fitness for work, sports activities, recurrence, reoperations as well as complications. The patient's subjecte satisfaction should be the most important goal of therapy. It is influenced by the intensity of postoperative pain as well as the early return to work and to sports an leisure activities. Moreover, the experience with the operation and the following rehabitation are included in this evaluati-on. After one year 84,3 per cent of the patients reported of good and very good results, 8,3 per cent of satisfactory and 4,4 per cent of unsatisfactory results. In 4,7 per cent a recurrence occurred. Complications were not indicated. On the basis of the MacNeb criteriaan excellent result was obtained in 64 per cent of the cases, a good result in 24 per cent, a sa-tisfactory result in 9 per cent an an unsatisfactory result in 3 per cent of the cases. Zusammenfassung
Die epidurale Wirbelsäulenkathetertechnik (EWK) ist ein minimalinvasives Operationsverfahren, welches von Gabor
Racz (USA) entwickelt wurde. EinleitungDie minimal invasive epidurale Wirbelsäulenkathetertechnik unter Einsatz eines speziell entwickelten Kathetersystems wurde Anfang der 80iger Jahre von Prof. Gabor Racz entwickelt. Vielseitig wurden sowohl die technischen Vorgehensweisen wie auch die Kathetertechnik weiterentwickelt. Mit dem Zu-gang über den Hiatus sacralis werden die betroffenen Segmente der Lendenwirbelsäule und Brustwir-belsäule erreicht. Die obere Brustwirbelsäule sowie die Halswirbelsäule wird über den direkten Zugang in den Epiduralraum im oberen Bereich der Brustwirbelsäule erreicht. Die EWK ist ein minimal invasives Therapieverfahren. Nach Lokalanästhesie im Bereich des Hiatus sacralis bzw. im Interspinalbereich der oberen Brustwirbelsäule wird mit einem Introducer in den Epi-duralraum eingegangen. Nach Kontrastmitteldarstellung und Bildwandlerkontrolle wird ein spezieller Katheter eingeführt und seine gefederte Spitze bis in den gewünschten Bereich z.B. den Nervenwur-zelabgang platziert. Nachfolgend erstmalige Instillation einer Medikamentenkombination aus einem Lokalanästhetikum, Kortison, Kochsalzlösung sowie einem Enzympräparat. Am Folgetag und am zwei-ten postoperativen Tag wird die Medikamenteninstillation jeweils zweimal wiederholt. Nach der letzten Injektion wird der Katheter entfernt. Die Patienten können am Folgetag aus der Klinik entlassen wer-den. MaterialSeit Einführung des Verfahrens bis zum 04.03.99 wurden 445 Patienten mittels EWK behandelt. Die Daten von 63 Patienten flossen in eine prospektive Studie ein. Die Patienten wurden vier Wochen, drei Monate und ein Jahr nach dem Eingriff mittels standardisiertem Fragebogen zum Operationsergebnis und zum postoperativen Verlauf detailliert befragt. Das Durchschnittsalter betrug zum Zeitpunkt der Operation 41 Jahre. 34 Frauen und 29 Männer wur-den behandelt. Operierte Etage: Die Verteilung der operierten Etage war wie folgt: 3 % der Patienten wurden bei L3/L4 operiert, 39 % bei L4/L5 und 58 % der Operationen fanden in der untersten Etage L5/S1 statt. IndikationAlle Patienten klagten über radikuläre, zum Teil auch zusätzliche lumbale Schmerzen, die seit mindestens vier Wochen bestanden. Zusätzlich lagen bei allen Patienten ein deutlicher Nervendehnungs-schmerz nach Laseguč vor. Im CT oder MR ergab sich bei allen Patienten der Nachweis einer Protru-sion bzw. eines Prolaps oder postoperatives epidurales Narbengewebe. ErgebnisseNach vier Wochen, drei Monaten und einem Jahr wurde die Patienten zu folgenden Punkten befragt: Subjektive Zufriedenheit, Schmerzmittelgebrauch, postoperative Schmerzentwicklung, noch bestehende Schmerzen und Symptome, Arbeitsfähigkeit, sportliche Aktivitäten, Rezidive, Komplikationen. Wei-terhin wurde ein Gesamtergebnis in Anlehnung an die MacNab-Kriterien ermittelt. Als wichtigstes Therapieziel muß die subjektive Zufriedenheit des Patienten angesehen werden. Beeinflußt wird sie von der Intensität der postoperativen Schmerzen sowie der frühen Wiederaufnahme der Berufstätigkeit sowie der Sport- und Freizeitaktivitäten. Erfahrungen mit der Operation sowie der anschließenden Rehabilitation fließen hier mit ein. Vier Wochen nach der EWK waren 90,5 % der Patienten sehr zufrieden oder zufrieden, wenig zufrie-den waren 9,5 % und unzufrieden 0 %. Nach drei Monaten waren 94 % der Patienten zufrieden bis sehr zufrieden, wenig zufrieden waren 6 % und unzufrieden 0 %. Nach Ablauf des ersten postoperati-ven Jahres waren 87,3 % der Patienten zufrieden oder sehr zufrieden, wenig zufrieden waren 8,3 % und unzufrieden 4,4 % (Abb. 1). SchmerzmittelPostoperative Schmerzmittel in den ersten vier Wochen: 34 % benötigten in den ersten vier Wochen noch Analgetika: 20 % nahmen bis zu 10 Tabletten ein, 10 % zwischen 10 und 20 Tabletten, 7 % benötigten bis zu 30 Tabletten in den ersten vier Wochen. Die Dauer der Einnahme war wie folgt verteilt: 17 % der Patienten nahmen Schmerzmittel über 7 Tage ein, 13 % bis zu zwei Wochen und 7 % bis zu vier Wochen. Bei den eingenommenen Medikamenten handelte es sich in erster Linie um nichtsteroidale Antiphlo-gistika, in selteneren Fällen um mäßig bis stärker wirksame Analgetika wie Tramal ® oder Valo-ron N ®. Postoperative SchmerzentwicklungPostoperativ waren sofort 67 % der Patienten schmerzfrei. Innerhalb der ersten 7 Tagen waren weitere 10 % schmerzfrei, nach zwei Wochen waren 83 % der Patienten schmerzfrei, nach der dritten Woche waren es 90 % und am Ende der siebten Woche waren es 93 % der Patienten (Abb. 2). Visuelle AnalogskalaDie Einstufung der Intensität der prä- und postoperativen Schmerzen erfolgte nach Durchführung der EWK sowie nach einem Jahr auf einer 10-Punkte-Skala: 1 bedeutet "kein Schmerz", 10 bedeutet "stärkster unerträglicher Schmerz". Entwicklung der Lumbalgien77 % der Patienten stuften sich auf der visuellen Analogskala präoperativ bei 8 - 10 Punkten ein. Nach einem Jahr gaben 57 % der Patienten eine Intensität auf der Skala bei 0 - 1 Punkt an. 40 % der Patienten wählten die Einstufung 2 - 4 Punkte nach einem Jahr. Neu aufgetretene Lumbalgien bei zuvor be-schwerdefreiem Patienten trat bei keinem Patienten auf (Abb. 3). Entwicklung der Ischialgien80 % der Patienten gaben präoperativ die Einstufung bei 8 - 10 Punkten an. Postoperativ stuften sich 53 % der Patienten bei 0 - 1 Punkt ein und 37 % der Patienten bei 2 - 4 Punkte auf der visuellen Ana-logskala ein. Zu einer Verschlechterung der radikulären Symptomatik war es keinem Patienten ge-kommen (Abb. 4). Arbeitsunfähigkeit60 % der Patienten konnte innerhalb der ersten 14 Tage ihre Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen, 77 % der Patienten nach vier Wochen, 87 % nach zwei Monaten und 90 % der Patienten wurde drei Monate nach EWK wieder arbeitsfähig (Abb. 5). Sportliche Aktivitäten55 von 63 der Patienten waren vor der EWK sportlich aktiv. Von diesen konnten 60 % ihre sportliche Aktivität wie vorher ausüben, 20 % nur eingeschränkt und 10 % nahmen ihren Sport nicht wieder auf. Weitere 10 % der Patienten machten hierzu keine Angaben. RezidivDrei Patienten hatten ein Rezidiv. In allen Fällen erfolgte eine mikrochirurgische Reoperation. KomplikationenKomplikationen traten bei den behandelten Patienten nicht auf. MacNab-KriterienIn Anlehnung an die 1971 von MacNab veröffentlichten Kriterien zur Beurteilung der Effektivität einer
Bandscheibenoperation wurden die 1-Jahres-Ergebnisse wie folgt eingeordnet: Hervorragend: keine Schmerzen mehr,
keine Einschränkung der beruflichen oder sportlichen Aktivitä-ten, keine Einnahme von Analgetika, Verbesserung der
präoperativen Sensibilitätsstörung. Gut: noch zeitweise geringer Schmerz oder mäßiger Schmerz an bis zu maximal 10
Tagen im Monat, vorübergehende Einnahme von geringen Mengen eines Schmerzmittels (bis zu 20 Tabletten), kurzzei-tige
erneute Arbeitsunfähigkeit, Einschränkung der sportlichen Aktivitäten. Zufriedenstellend: insgesamt verbesserter Zustand,
aber noch deutlich eingeschränkt durch Schmer-zen, Analgetikaeinnahme nicht dauerhaft, längere Arbeitsunfähigkeit, nur
noch geringe sportliche Akti-vität. Ungenügend: keine Besserung der Schmerzsymptomatik oder nur so ungenügende Besserung,
daß berufliche und sportliche Aktivitäten nicht mehr möglich sind, permanenter Schmerz, dauernde Analge-tikaeinnahme, Reoperation. Erneute epidurale WirbelsäulenkathetertechnikAlle Patienten wurden ein Jahr nach Durchführung der minimal invasiven epiduralen Wirbelsäulenka-thetertechnik
danach befragt, ob sie diesen Eingriff erneut durchführen lassen würden. 94 % aller Pati-enten beantworteten diese
Frage mit "Ja", 4,7 % mit "Nein". 1,3 % waren unschlüssig. |
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