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1.Januar 2005 | Orthopress: Rückentherapie mit Hightech und HerzVorschau: der folgende Presseartikel berührt u.a. folgende Stichpunkte aus dem Themengebiet "Wirbelsäule"
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| Schmerzen. Immer wieder Schmerzen, seit Monaten. Der Rücken raubte Jürgen 7: (56) nahezu jede Lebensfreude. Denn er fand kein Rezept gegen seine Rückenschmerzen. Immer neue Ärzte veranlassten immer neue Untersuchungen und Therapien. Doch nichts davon halt: Die Rückenschmerzen blieben. Schließlich fiel das Wort Operation -Versteifung der Wirbelsäule und der berühmte Satz: "Damit müssen Sie leben. ..Leben? Lebenslang beeinträchtigt? Lebenslang gehandicapt? Gehört man mit 56 schon zum alten Eisen? Muss man jetzt alles aufgeben? Sport, Beruf Alltagsgewohnheiten? Nur weil der Rücken nicht mehr mitmacht? Doch Jürgen T. gab nicht auf. Es musste doch noch etwas geben. Das konnte nicht das Ende sein. Was sich Jürgen T. zudem wünschte, war nicht nur Routine, sondern mehr Verständnis für seine Situation. Nicht nur medizinisches Hightech, sondern auch Herz. Jürgen T. hatte Glück. Nach Jahren fand er eine Praxis, die beides bot: Hightech und Herz. Dort interessierten sich die Ärzte nicht nur für seine Röntgenbilder, sondern auch für ihn selbst und seine persönliche Situation. Sie gingen auf ihn ein. Legten großen Wert auf eine exakte Diagnose. Das führte zur richtigen Therapie. Eine neue Behandlungsmethode nahm ihm dann endlich die Schmerzen. „Nicht jeder Rückenpatient hat das Glück, so eine Lösung zu finden“, sagt der Münchner Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist Dr. Reinhard Schneiderhan. „Rückenschmerzen gehören mit zu den schwierigsten Herausforderungen der modernen Medizin. Die Beschwerden können sehr vielseitig sein und die unterschiedlichsten Ursachen haben. In Zentren, die sich schwerpunktmäßig auf eine umfassende Behandlung von Rückenpatienten spezialisiert haben, arbeiten Ärzte mit viel Erfahrung aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Nur so kann das gesamte Spektrum der neuen Rückentherapien von konservativ über minimalinvasive und schonende Eingriffe bis hin zur operativen Mikrotherapie angeboten werden. Jeder Patient ist anders. Jeder braucht eine individuelle Behandlung. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass wir es nicht nur mit Röntgenbildern, sondern immer mit Menschen zu tun haben, mit ihren Schmerzen, Problemen und Nöten. Deshalb darf das Herz nicht fehlen.“ Diagnose: zu enger Wirbelkanal ![]() Die Probleme und Nöte von Jürgen T. begannen damit, dass er seine wöchentliche Tennisstunde absagen musste. Die Rückenschmerzen zogen hinunter ins Bein. Beim Laufen wurde er unsicher. Da dachte er noch, die Beschwerden würden schon irgendwann wieder vergehen. Taten sie aber nicht. Dann fielen ihm die langen Autofahrten immer schwerer. Schlecht für einen Außendienstler, der im Jahr 80.000 Kilometer allein beruflich unterwegs ist. Schließlich wechselte er in seiner Firma an den Schreibtisch. Doch auch hier plagte ihn sehr bald sein Rücken. Das war der Zeitpunkt, als Jürgen T. einen Orthopäden aufsuchte. Was er bekam, war die übliche Routine: ein paar Schmerztabletten, ein paar Spritzen, ein paar gute Ratschläge. Als auch wieder holte Behandlungen nicht halfen, wechselte er den Arzt. Doch da verlief es ähnlich. Der dritte Orthopäde schickte ihn zur Kernspinuntersuchung. Ergebnis: eine knöcherne Einengung des Wirbelkanals und eine vorgewölbte Bandscheibe. Der Radiologe war der Meinung, das sei nichts Ungewöhnliches für einen Menschen mit 56. Der neue Orthopäde empfahl gezieltes Rückentraining mit Geräten, um die Muskulatur zu kräftigen. So sollten die Schmerzen verschwinden. Aber das Training verschlimmerte die Beschwerden noch. Da wurde der Doktor plötzlich ernst: "In diesem Fall hilft wahrscheinlich nur noch eine Versteifungsoperation. Ich schicke Sie in eine Klinik." Bei der Untersuchung im Krankenhaus erfuhr Jürgen T. erstmals, was eine Versteifung überhaupt bedeutet: großer operativer Eingriff durch den Bauch und durch den Rücken. Um den verengten Kanal zu erweitern, wollten die Chirurgen Teile der Wirbelbogen und -gelenke entfernen. Durch Schrauben und Metalistäbe sollten mehrere Wirbelkörper dann fest miteinander verbunden werden. Das hieße: zwei Wochen stationärer Aufenthalt, danach vier Wochen Rehaklinik. Die Wirbelsäule würde nachher nie mehr so beweglich und belastbar sein wie vorher. Da fuhr Jürgen T. wieder nach Hause. Er suchte nach Alternativen. Und erfand sie sogar ohne große Operation: in der neuen X-Stop-Methode. X-Stop als Frühtherapie ![]() Dr. Medele: "Dabei setzt der Operateur ein kleines Titan-Implantat zwischen die bei den Dornfortsätze auf der Rückseite der Wirbelsäule ein. Dieses Mini-Implantat drückt die beiden Knochenfortsätze dauerhaft auseinander und verschafft den eingeengten Nerven wieder mehr Platz. Der große Vorteil besteht darin, dass der Wirbelkanal bei diesem Eingriff nicht eröffnet werden muss. Das macht die Operation noch schonender und noch sicherer." Die X-Stop- Technik ist jedoch nur bei etwa jedem dritten Patienten mit verengtem Wirbelkanal möglich. Und zwar immer dann, wenn die krankhaften Veränderungen noch nicht allzu weit fortgeschritten sind und der Patient wie im Falle von Jürgen T. noch rechtzeitig zur Behandlung kommt. Mikrotherapie statt Versteifung ![]() "Aber auch wenn der X-Stop nicht mehr erfolgreich zur Anwendung kommen kann, muss die Wirbelsäule bei einem verengten Wirbelkanal nicht gleich versteift werden", sagt Neurochirurg Dr. Ralph Medele von der Praxisklinik Dr. Schneiderhan in München. Er arbeitete lange an der Uni-Klinik, in der die Mikrotherapie entwickelt wurde, und verfügt daher über eine langjährige Erfahrung mit der neuen Methode. "Bei den herkömmlichen OP-Methoden mussten die Rückenmuskulatur und andere empfindliche Strukturen mit dem Skalpell durchtrennt werden. Das macht die Wirbelsäule instabil. Außerdem können sich oft Narben bilden. Das kann später wiederum zu neuen Schmerzen führen. Wir suchten nach einer Möglichkeit, direkt an die Bandscheiben oder den Wirbelkanal zu gelangen, ohne die Rückenmuskulatur zu verletzen. Und das ist bei der Mikrotherapie mit einer Art Hohlschraube möglich, die man vorsichtig durch die Muskelfasern drehen kann, ohne sie zu beschädigen. Sie bildet einen wesentlich kürzeren Kanal ins Körperinnere als der herkömmliche operative Zugang. Mit einem Mikroskop können wir das Operationsfeld außerdem vielfach vergrößern. Durch den kurzen Kanal und das Mikroskop kann der Chirurg besser und genauer operieren." Dr. Schneiderhan nennt die Vorteile der Mikrotherapie: "Die Beweglichkeit der Wirbelsäule bleibt erhalten. Narben werden vermieden. Der Patient kann sich wieder voll belasten. Für die modernen Mikrotherapie-Eingriffe ist lediglich ein viertägiger Klinikaufenthalt erforderlich. Da der Patient eine Narkose erhält, verspürt er keine Schmerzen. Nur wenige Stunden nach der Operation kann er bereits wieder aufstehen und in der Regel schmerzfrei gehen. Wenige Tage später ist ein Schreibtisch-Job wieder möglich. Nach weiteren zwei Wochen beginnt die Krankengymnastik mit isometrischen Übungen." Mikrolaser stoppt Bandscheibenschmerz Die Praxisklinik Dr. Schneiderhan in München hat sich zu einem renommierten internationalen Rückenzentrum entwickelt, in dem die modernsten Diagnosemethoden und etablierte sowie neueste Therapieverfahren eingesetzt werden. Seit acht Jahren haben Dr. Schneiderhan und seine Kollegen viele tausend Patienten behandelt, die inzwischen aus der ganzen Welt dafür nach München reisen. Zu den neueren Therapieverfahren gehört beispielsweise die Bandscheibenbehandlung mit dem Mikrolaser. Dr. Schneiderhan: "Diese Technik stellt eine neue und besonders wirksame Therapie gegen den intradiskalen Schmerz dar. So nennt man Rückenschmerzen, die nicht an den Nerven, sondern direkt in der Bandscheibe entstehen. Der Grund dafür ist entweder ein Bandscheibenvorfall oder Verschleißerscheinungen an der Bandscheibe. Die Patienten klagen typischerweise über einen Schmerz in der Mitte der Wirbelsäule, der nur wenig oder gar nicht in Arme oder Beine ausstrahlt. Bestimmte Bewegungen können diesen sogar im Schlaf auslösen. Manche Patienten wachen vor Schmerzen abrupt auf, wenn sie sich im Bett umgedreht haben." Der nur 0,2 Millimeter dünne Mikrolaser, der unter Röntgenkontrolle durch die Haut über eine Kanüle eingeführt wird, lässt das Bandscheibengewebe schrumpfen. Der Laser verschweißt kleine Einrisse und macht die Bandscheibe dadurch stabiler. Der Laser unterbricht die Schmerzfasern, die in die Bandscheibe eingewachsen sind, und stoppt die Produktion der Schmerzhormone. Die Mikrolaser-Behandlung ist nicht nur an der Lendenwirbelsäule, sondern auch an der Halswirbelsäule möglich. Da der Patient eine schonende Dämmerschlaf Narkose erhält, spürt er keine Schmerzen. Der Laser-Eingriff dauert 45 bis 60 Minuten. Schon nach wenigen Tagen kann der Patient leichte körperliche Tätigkeiten ausüben, Auto fahren und ins Büro gehen. Zwei Wochen sollte er sich noch schonen. Dann beginnt die Krankengymnastik. Nach vier Wochen schließlich treiben die meisten Patienten wieder Sport und haben ihre Rückenschmerzen endgültig vergessen. Katheter löst innere Narben Ihre schlimmen Schmerzen vergessen können auch Patienten, die schon an der Bandscheibe oder Wirbelsäule operiert wurden und bei denen nach dem Eingriff Narben in der Nähe des Rückenmarks aufgetreten sind. Auf die Nervenwurzel, die zuvor von der Bandscheibe oder anderen Strukturen bedrängt wurde, drückt dann das Narbengewebe. Die neuen Schmerzen sind oft sogar noch stärker als vor der Operation. Dr. Schneiderhan: "Hier setzen wir bevorzugt den Wirbelsäulen Katheter ein. In Dämmerschlaf-Narkose und unter Röntgenkontrolle schieben wir eine nur zwei Millimeter dünne Sonde vom Steißbein her innerhalb der Wirbelsäule bis an die Stelle der schmerzenden Nervenwurzel vor. Durch die Sonde injizieren wir vier Injektionslösungen direkt in das Schmerzgebiet. Und zwar eine Enzymlösung, die Vernarbungen und Verklebungen löst, ein örtliches Betäubungsmittel gegen den Schmerz, entzündungshemmende Substanzen und Kochsalz, das das Gewebe, welches den Nerv einengt, schrumpfen lässt. Der Katheter muss zwei bis drei Tage im Rücken liegen bleiben. In dieser Zeit spritzt der Arzt die Medikamente fünf mal nach." Hitzesonde unterbricht Schmerzsignale ![]() Werden Wirbelsäulenschmerzen hauptsächlich durch Bewegungen ausgelöst, könnte die Ursache in einem Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke liegen. Im Bereich der Halswirbelsäule treten dann auch Kopfschmerzen und Verspannungen auf. Ist die Lendenwirbelsäule betroffen, klagen die Patienten über einen auf die Lendenwirbelsäule begrenzten, gering zur Seite, aber nicht in die Beine ausstrahlenden Schmerz. Dieser tritt besonders nach dem Aufstehen aus einer liegenden oder sitzenden Position auf. Teilweise werden die Beschwerden von den zusätzlich betroffenen Kreuz-Darmbein-Gelenken oder lIiosacralgelenken (ISG) mit ausgelöst. "Hier können wir die Schmerzleitung direkt an den Wirbelgelenken mit einer besonders dünnen Hitzesonde unterbrechen", so Dr. Schneiderhan. Auch diese moderne Behandlung gehört zu den neuen Hightech-Verfahren gegen Rückenschmerzen. Sie schonen die Patienten. Das nennt man Hightech mit Herz. von Mareile Maus |
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