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So legen Sie den Schmerz aufs Kreuz
Riesen Ansturm bei der Telefonaktion der tz
VON THERESA ADLMAIER
UND MICHAEL TIMM tz München
Rückenschmerzen Volkskrankheit Nummer 1. 70 Prozent der Münchner leiden drunter. Was kann man dagegen tun? Operation ja oder nein? Was gibt es für Alternativen? Wie kann man vorbeugen?
Eine Stunde lang standen gestern zwei Experten am tz Telefon Rede und Antwort: Dr. Ludger Gerdesmeyer (37) vom Klinikum rechts der Isar und Dr. Reinhard Schneiderhan (41), Facharzt aus Taufkirchen.
Eberhard Stange (45), Lehrer aus Unterhaching: "Wann muss ich mit Rückenschmerzen zum Arzt, wann soll ich selbst etwas dagegen tun?"
Dr. Gerdesmeyer: "Wenn Sie einen Unfall hatten oder Lähmungen auftreten, müssen Sie sofort zum Arzt. Ansonsten erst nach einer Woche."
Helene Brandl (71), Rentnerin aus München: "Seit zehn Jahren habe ich starke Rückenschmerzen. Mein Arzt sagt, es sei das Alter. "
Dr. Schneiderhan: "Lassen Sie eine Kernspintomographie machen. Da seht man am besten die Ursache. Erst dann sollte man über eine Therapie entscheiden."
Alicia Schlabs (58), Frührentnerin aus Germering: "Nach einer Hüftoperation bekam ich starke Rückenschmerzen, weil ein Bein jetzt um zwei Zentimeter länger ist. Was raten Sie mir?"
Dr. Gerdesmeyer: "Sie brauchen vermutlich Spezialschuhe, und sollten Ihre Rückenmuskeln trainieren, um die Beinlänge auszugleichen und die Wirbelsäule zu stabilisieren. Wenn es nicht besser wird, kommen Sie zu uns."
Alexander Domnich (25), tz Verkäufer aus München: "Meine Freundin hat seit sechs Jahren chronische Nervenschmerzen, die von einem verspannten Rücken ausgehen."
Dr. Schneiderhan: "Unter Umständen haben verhärtet Muskeln einen Nerv eingeklemmt. Lassen Sie sich gan sorgfältig untersuchen und Schichtaufnahmen machen. Wenn die Verspannungen vor der Bandscheibe kommen
kann der Enzym Katheter helfen. Probieren Sie es aber auch mit Krankengymnastik."
Ludwig Mißlbeck (62), Gastronom aus München: "Ich leide seit zwei Monaten unter Bandscheibenschmerzen,
Krankengymnastik und Tabletten helfen nicht. Soll ich mich operieren lassen?"
Dr. Gerdesmeyer: "Lassen Sie sich vom Arzt genau untersuchen. Keine Therapie ohne Diagnose. Wenn nichts gravierendes vorliegt, empfehlen wir den Besuch einer Rückenschule. Adressen vermittelt die Krankenkasse. Dort lernen Sie, welche Übungen Sie machen können, welcher Stuhl der richtige ist, ob Sie vielleicht einen falschen Schreibtisch haben."
Walter Gold (64), Filmarchitekt aus Ismaning: "Ich hatte zwei Jahre lang chronische Schmerzen, habe eine Thermo Therapie hinter mir. Die Schmerzen wurden aber nur um 30 Prozent besser."
Dr. Schneiderhan: "Bei chronischen Schmerzen kann es zwölf Wochen dauern bis die Thermo Therapie wirkt."
Roland Ederle (40), Servicetechniker aus München: "Bei mir hat der Enzym Katheter nicht geholfen. "
Dr. Gerdesmeyer: "Die Methode funktioniert nicht immer. Vielleicht ergibt eine Kontrastmitteluntersuchung,
woher Ihre Schmerzen genau stammen. Eine psychologische Betreuung kann dazu beitragen, dass Ihre Schmerzen nicht chronisch werden."
Dr. Reinhard Stocker (36), Mathematiker aus München: "Gegen meinen Bandscheiben Vorfall hat mir der Arzt Cortison und Kieser Training verschrieben. Leider ohne Erfolg."
Dr. Gerdesmeyer: "Wen Sie keine Ausfälle haben empfehlen wir zunächst di konservative Therapie. Trainieren sollten Sie nur unter de Anleitung eines Fachmanns Generell kann es lange dauern, bis sich Erfolge einstellen."
Wolfgang Lasch (45) aus München: "Vor sechs Jahre wurde meine Wirbelsäule. Ich habe aber immer noch massive Beschwerden. "
Dr. Schneiderhan: "Wahrscheinlich haben sich Narben gebildet, die den Nervenkanal an der Wirbelsäule einengen. Der Wirbelsäulenkatheter könnte die Schmerzen beseitigen."
Wolfgang Lasch: "Zahlt das die Krankenkasse?
Dr. Schneiderhan: "Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten auf Antrag, besonders in Fällen wie Ihrem. Dazu brauchen Sie ein Attest von ihrem Arzt."
Manuela Riebl (29), Studentin aus München: " Ich habe seit einem Jahr jeden Tag Rückenschmerzen, kann weder sitzen noch schlafen. Kann man das durch Sport heilen?"
Dr. Schneiderhan: "Nach so langer Zeit vermutlich nicht mehr. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Katheter Behandlung."
Marlene Gitzen (44), Bürokauffrau aus Bitburg: " Vor drei Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall, seitdem tut mein Rücken Tag und Nacht weh. Drei Ärzte lehnen eine Operation ab, weil Narben entstehen würden."
Dr. Schneiderhan: "Bei der Katheter Therapie spritzen wir unter anderem Kochsalz und Enzyme, das läßt das Bandscheibengewebe schrumpfen, der Nerv wird entlastet. Lassen Sie ein Computertomogramm machen, das braucht man zur Diagnostik."
Anette Heer (55), Friseurmeisterin aus Seebruck: "Ich bin seit 40 Jahren im Beruf, habe einen Totalverschleiß an, Hals und Lendenwirbelsäule. Ich war schon zweimal zur konservativen Behandlung im Krankenhaus, es wurde immer nur kurzzeitig besser."
Dr. Schneiderhan: "Bei Ihnen könnte eine Arthrose an den kleinen Wirbelgelenken vorliegen. Da hat sich eine Behandlung mit der Hitzesonde bewährt. Diese Therapie ist ambulant möglich."
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