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1.Januar 2005 | Orthoprof: Verengter Wirbelkanal - Minimalinvasive TherapieVorschau: der folgende Presseartikel berührt u.a. folgende Stichpunkte aus dem Themengebiet "Wirbelsäule"
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| Es beginnt immer mit dumpfen Rückenschmerzen, die fast immer bis in die Beine ausstrahlen, gefolgt von einem pelzigen Gefühl. Oberschenkel und Waden fühlen sich taub an, das Gehen fälltschwerer. Die mögliche Diagnose: Der Wirbelkanal ist verengt. VERENGTER WIRBELKANAL Minimalinvasive Therapie Obwohl das Problem eines verengten Wirbelkanals in der Öffentlichkeit nur selten diskutiert wird, ist es doch weit verbreitet. Schon fast jeder Dritte über 60 Jahre ist heute davon betroffen. Und jeder zweite dieser Betroffenen klagt über massive Beschwerden. Das Gehen ist in vielen Fällen nur noch über kurze Strecken möglich, die Patienten müssen sich häufig hinsetzen und warten, bis die Schmerzen wieder besser werden. Auch ein Vorbeugen oder das Stützen auf einen Gehwagen kann Erleichterung bringen, weil die Schmerzen so typischerweise nachlassen. Daran lässt sich ein verengter Wirbelkanal oft schon vermuten. WAS IST EIN VERENGTER WIRBELKANAL? Beim Wirbelkanal handelt es sich umeinen Raum, der von den Wirbelkörpern. den Wirbelbögen und den kleinen Wirbelgelenken umschlossen wird. Durch ihn ziehen das Rückenmark und viele wichtige Nerven vom Gehirn nach unten. Dieser hochsensible Bereich wird durch den Wirbelkanal wie durch einen Panzer geschützt. Wenn sich im Kanal zu viel Knochensubstanz bildet, kann es zu Verengungen kommen. Grund hierfür sind starke Belastungen oder Abnutzungserscheinungen, weil sich das Knochengewebe bei langfristig erhöhter Belastung verstärkt, um dieser gewachsen zu sein. Wenn das im Wirbelkanal geschieht, bilden sich auch hier knöcherne Anlagerungen, der Durchmesser verringert sich und die Nerven haben weniger Platz. Wenn die Knochenverstärkungen direkt auf die Nerven drücken, entstehen Schmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen können. Die Symptome können leicht mit denen verwechselt werden, die bei schweren Durchblutungsstörungen oder Arterienverkalkung in den Beinen auftreten. Deshalb muss der Arzt zunächst mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung feststellen, ob die Symptome durch verengte Beinarterien ausgelöst werden. Patienten mit einem verengten Wirbelkanal können - durch das Vorbeugen des Oberkörpers - durchaus zehn Kilometer mit dem Rad fahren, aber kaum 50 Meter laufen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich durch die Beugung der Durchmesser des Wirbelkanals vergrößert. Wie die Wirbelsäulenliga festgestellt hat, tritt das Krankheitsbild zunehmend auch bei jüngeren Menschen auf. Die Ursache hierfür ist das lange Sitzen am Schreibtisch und die dadurch entstehende enorme Belastung der Wirbelsäule. THERAPEUTISCHE MAßNAHMEN Zunächst wird der Arzt mit konservativen Maßnahmen wie Krankengymnastik, Schmerzmitteln oder Injektionen zumindest die Symptome zu lindern versuchen. Wenn dies nicht hilft, können minimalinvasive schonende Eingriffe eine große, offene Operation oftmals vermeiden helfen. Zur Zeit stehen zwei minimalinvasive Eingriffe zur Verfügung, um einen verengten Wirbelkanal wieder zu erweitern. Bei der Mikrotherapie werden mit Hilfe einer speziellen Operationshülse die Instrumente durch einen Neurochirurgen bis zum verengten Wirbelkanal eingeführt. Die umgebende Rückenmuskulatur wird dabei weitgehend geschont. Dies erhält die Stabilität der Wirbelsäule nach dem Eingriff und reduziert das Risiko schmerzhafter Narbenbildungen. Im Wirbelkanal selbst kommt eine Diamantfräse zum Einsatz. Damit werden durch ein kleines Fenster im Wirbelbogen die knöchernen Ablagerungen beseitigt. Dieser Eingriff erfolgt in Vollnarkose, der Patient bleibt für ca. drei Tage in der Klinik. Im Gegensatz zur herkömmlichen Operationsmethode ist auch kein weiterer stationärer Aufenthalt in einer Reha-Klinik notwendig. ![]() Noch schonender und kürzer geht es mit einer neuen Technik - der X-Stop® Methode. Hierbei wird zwischen die beiden Dornfortsätze auf der Rückseite der Wirbelsäule ein kleines Titanimplantat eingesetzt. Dieses Mini-Implantat drückt die beiden Knochenfortsätze dauerhaft auseinander und erreicht damit den gleichen Effekt, als ob sich der Patient nach vorne beugt. Diese Wirkung beschränkt sich dabei auf die beiden betroffenen Wirbel. Der große Vorteil der Methode besteht darin, dass der Wirbelkanal selbst nicht eröffnet werden muss. Das macht den Eingriff noch schonender und sicherer. ![]() Die X-Stop® Technik ist bei ca. jedem dritten Patienten mit verengtem Wirbelkanal geeignet. Nur wenn die krankhaften Veränderungen noch nicht allzu weit fortgeschritten sind und der Patient rechtzeitig zur Behandlung kommt, ist diese Technik sinnvoll und erfolgreich einsetzbar. Ein verengter Wirbelkanal wird jedoch nicht immer nur durch knöcherne Anlagerungen hervorgerufen. Nicht selten engt auch ein Bandscheibenvorfall den Kanal ein und drückt von vorne auf die Nervenwurzel. Hier ist nicht eine knöcherne Anlagerung, die entfernt werden müsste, Auslöser der Beschwerden, sondern die Bandscheibe. In diesen Fällen wurden besonders gute Erfahrungen mit dem Wirbelsäulenkatheter nach Racz oder auch mit dem Mikrolaser gemacht. Bei der Methode nach Racz wird in örtlicher Betäubung ein Spezialkatheter unter Bildwandlerkontrolle und Kontrastmittelgabe zielgenau in den Epiduralraum (Raum zwischen der äußeren Hülle des Rückenmarks und dem Wirbelkanal) eingeführt. Durch die Injektion von schmerz- und entündungshemmenden Mitteln und konzentrierter Kochsalzlösung wird eine Schrumpfug des Gewebes erreicht, das den Nerv einengt. Die zusätzliche Verabreichung einer speziellen Enzymlösung löst rückenmarksnahe Verklebungen und Vernarbungen. Dr. med. Reinhard Schneiderhan Dr. med. Ralph Medele Eschenstraße 2 82024 Taufkirchen www.orthopaede.com eMail: info@orthopaede.com |
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