Wirbelsäulenvermessung

"Wie soll ich mich jetzt verhalten?". Patientenforum Lendenwirbelsäule.



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Laufen bei Schmerzen der Wirbelsäule

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 Fragen und Antworten 

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 Wie soll ich mich jetzt verhalten?
Sehr geehrte Herren Dres

Sehr geehrte Herren Dres!
Ich bin 62 Jahre alt, männlich, Gewerbelehrer. Seit etwa 10 Jahren brachte längeres Stehen über mehrere Stunden - ohne große Bewegung - Schmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule. Nach Gehen oder Laufen ließen Schmerzen nach. Sonst keine Beschwerden im Rückenbereich. Seit 40 Jahren Dauerlauf - kein Jogging - wöchentlich 30 bis 50 km. Ab 2000 wöchentlich noch 3 x 8 km. Von LKW1-Kompressionsfraktur (s.u.) nichts bemerkt.

August 2003 mit 20 kg Rucksack Bergtagestour im Bregenzerwald, zurückgelegte Höhenmeter 2000. Am übernächsten Morgen gegen 3.00 Uhr sehr starke Schmerzen im Lendenbereich rechts - ziehend bis zum rechten Hoden hinunter.
Abklärung durch Urologe - Röntgen der Nieren - Ultraschall der Blase - alles ok. Vorstellung beim Orthopäden.
MRT der LWS am 26.08.03 -
Befund:Bandscheiben in den Etagen L4/5, L5/S1, L2/L3 und L1/L2 in der T2-gewichteten Aquisition signalabgesenkt im Sinne der Dehydratation. Gleichzeitig besteht eine Gefügestörung L1/2 bei alter verheilter stattgehabter LKW1-Kompressionsfraktur mit geringgradig keilförmiger Deformierung. Aus dieser Gefügestellung ist eine geringgradige dorsale Auspressung von Bandscheibengewebe entstanden unter Anhebung des hinteren Längsbandes. Dieses ist nicht perforiert. Im Segment L4/5 besteht ebenfalls eine dorsale Auspressung am Bandscheibengewebe wiederum unter Anhebung des hinteren Längsbandes ohne Perforation.
In der transversalen Aquisition wird dann deutlich, dass im Segment L4/5 das Bandscheibengewebe breitbasig ausgepresst ist, gerade eben den Duralsack berührt jedoch nicht kompressiv wirkt. Im Segment L1/2 ist das Bandscheibengewebe in keiner Weise an einem Kompressionseffekt beteiligt, klinisch relevant ist hier eher die Gefügestörung. Eine Spondylarthrose liegt nicht vor.
Beurteilung: Zustand nach verheilter LWK1-Kompressionsfraktur mit persistierender Gefügestörung L1/2 Protrusion des L1/2 und L4/5.

Anschließende Behandlung durch Orthopäden mit Infiltrationsanästhesie - Mischinjektion (Neychondrin, Traumeel, Scandicain) und Lasertherapie 7x  jeden zweiten Tag.
Wieder schmerzfrei und Aufnahme des Dauerlaufes.

Vor 14 Tagen gegen 03.00 Uhr am frühen Morgen wieder sehr starke Schmerzen jetzt links im Lendenbereich. Wasserlassen plötzlich nicht möglich. Hilfe brachte nur ein Hineinlegen in heißes Wannenbad. Schmerzen ließen nach und Wasserlassen funktionierte nach und nach. Nach Einnahme von 30 Tropfen Tramadol-ratiopharm Schmerzen erträglich, aber k.o.- Zustand. Wegen Wochenende erst nach 2 Tagen zum Orthopäden. CT des Abdominalbereichs - alles ok. Erneute Behandlung mit Infiltrationsanästhesie. Nach 2 Tagen wieder schmerzfrei.
Wie soll ich mich in Zukunft verhalten? Nicht mehr laufen? Auf`s  Fahrrad umsteigen?

Mit freundlichen Grüßen

Piechatzek



von H. P.   |  am 2003-11-06 13:41:09

 Antwort: Wie soll ich mich jetzt verhalten?
Sehr geehrter Herr P.,

die axiale Stoßbelastung durch das Laufen ist sicher für die Wirbelsäule nicht zu empfehlen. Etwaige Bandscheibenveränderungen würden weiter darunter leiden. Fahrradfahren (möglichst aufrecht sitzen) wäre hier sicher eher zu empfehlen. Zusätzlich ist auch eine krankengymnastische Behandlung zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur und Stabilisierung zur Entlastung der Wirbelsäule sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.med. S. Böll



Dr. med. S. Böll  |  am 2003-11-17 13:34:22


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