Osteoporose: Diagnostik und Therapie

Osteoporose ist heute gut behandelbar. Die frühzeitige Diagnose - bevor Knochenbrüche eintreten - ist dabei ein wichtiger Faktor. Ein Grund mehr, rechtzeitig die Knochendichte messen zu lassen. Dieses Diagnoseverfahren ist nicht nur aufschlussreich, sondern auch völlig schmerzfrei.

Den Begriff Osteoporose setzen die meisten Menschen mit altersabhängigem Knochenschwund gleich. Tatsächlich ist ein Knochenabbau, etwa ab der Mitte des 4. Lebensjahrzehnts, bei jedem Menschen normal. Dies wird jedoch als Osteopenie, als eine Abnahme an Knochengewebe, bezeichnet. Der osteoporotische Knochenschwund dagegen ist eine echte Krankheit und kann frühzeitig festgestellt und behandelt werden.

Der Knochenentkalkung kann inzwischen erfolgreich begegnet werden – vorausgesetzt, sie wird rechtzeitig erkannt. Großangelegte Studien haben bewiesen, dass durch eine wirksame Osteoporosetherapie bereits nach einem Jahr das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden, um mehr als 50 Prozent sinkt.

Diagnostik

Wird die Osteoporose rechtzeitig – also vor einem Knochenbruch – erkannt, ist sie praktisch immer aufzuhalten. Die Diagnosestellung ist im Frühstadium durch Knochendichtebestimmung (Knochendichtemessung, sog. QCT- oder DXA-Messung) völlig schmerzfrei, zuverlässig und sehr einfach möglich.

Hiernach kann man sicher gehen, dass die Knochen “bruchfest” sind. Frauen sind früher von Osteoporose betroffen als Männer. Deshalb sollten sie ab dem 50sten Lebensjahr, Männer ab dem 60sten Lebensjahr, zur Knochendichtemessung gehen.

Die Knochendichtemessung

Bei einer Knochendichtemessung liegt der Patient auf einer Liege. Darüber befindet sich eine Röhre, die aber nur einen einzigen Röntgenstrahl nach unten abgibt und sich wie eine Brücke langsam über Wirbelsäule und Hüfte bewegt. Dieser Ministrahl wird von einem Messinstrument unter der Liege aufgefangen und ausgewertet. Je mehr Strahlung ankommt, desto geringer ist der Mineralgehalt, also auch die Dichte des Knochens.

Von einer Osteoporose spricht man, wenn bei solch einer Messung die Knochenmasse deutlich niedriger ist als die gesunder Menschen. Liegt eine Osteoporose vor, sollte deren Therapie alle ein bis zwei Jahre mit der Knochendichtemessung kontrolliert werden. Die Strahlenbelastung beträgt dabei nur ein Siebzigstel einer normalen Röntgenaufnahme. Daher ist die Knochendichtemessung völlig ungefährlich.

Konservative Therapie

Für die Osteoporose gibt es je nach Krankheitsstadium eine ganze Reihe von Therapiemöglichkeiten. Je nach Ausprägung der Osteoporose ist eine Stufentherapie sinnvoll. Die Behandlung reicht von gezielter Gymnastik über Ernährungsumstellung bis hin zu modernsten knochenaufbauenden Medikamenten, die in aller Regel hervorragend verträglich und hochwirksam sind.

Spektrum der konservativen Osteoporosetherapie:
  • Körperliche Betätigung (gezieltes Muskeltraining, medizinische Trainingstherapie, Münchner Rückentherapie, aber auch einfache Dinge wie Spazierengehen usw.)
  • Gezielte Krankengymnastik
  • Ernährungsumstellung
  • Die vermehrte Zufuhr an Kalzium, Vitamin D3
  • Spezielle Medikamente wie Bisphosphonate, SERM, Parathormon, Teriparatid
  • Stützmieder

Operative Therapie

Aufgrund der verminderten Tragfähigkeit des Knochengerüstes können bei einer ausgeprägten Osteoporose starke Verformungen der Wirbelkörper und sehr schmerzhafte Wirbelkörpereinbrüche (Kompressionsfrakturen) im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule auftreten. Dank eines neuen, minimal-invasiven Punktionsverfahrens können auch in diesen Fällen offene, sehr belastende Operationen vermieden werden.

Injektion von Knochenzement bei Osteoporose

Durch die Injektion von Knochenzement werden die Wirbelkörper wieder aufgerichtet und stabilisiert. Der Zugang durch die Haut (perkutan) mit Hilfe einer Punktionsnadel schont die Muskulatur und das Stützgewebe im Bereich der Wirbelsäule, sodass schmerzhafte Narbenbildungen und Instabilitäten vermieden werden.

Dieses schonende Verfahren hat noch weitere Vorteile für den Patienten: So ist für den Eingriff selbst nur ein kurzer stationärer Aufenthalt erforderlich und alle Alltagstätigkeiten sind sofort nach der Entlassung wieder möglich. Lediglich das Heben schwerer Lasten sollte für etwa sechs Wochen vermieden werden. Auch Sport ist nach nur wenigen Wochen wieder erlaubt. Das beste aber an dieser Technik: In der Regel wird eine sofortige und deutliche Besserung der Schmerzen erreicht.

 

Injektion von Knochenzement bei osteoporose- oder unfallbedingten Wirbelkörpereinbrüchen

Die Injektion von Knochenzement erfolgt minimal-invasiv mittels einer Punktionsnadel. Der betroffene Wirbel wird rasch wieder stabilisiert und die Schmerzursache behoben. So können auch ausgeprägte Verformungen der Wirbelkörper schonend behandelt werden...mehr



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