Osteoporose: Ursachen und Symptome

Unsere Knochen verfügen über eine nahezu geniale Struktur. Dennoch sind sie nicht gefeit gegen äußere Einflüsse des Lebens und genetische Vorbelastung. Da die Symptome der Osteoporose meist sehr unspezifisch sind ist es umso wichtiger, gut informiert und für Risiken sensibel zu sein.

Bei der Osteoporose kommt es im mittleren bis höheren Lebensalter – bei Frauen oft schon Ende 50 – zu einer gesteigerten Abnahme der Knochensubstanz mit der Folge einer erhöhten Bruchgefahr. Doch die Osteoporose ist keine reine Frauenkrankheit, immerhin 20 Prozent aller Männer leiden im Laufe ihres Lebens an Knochenentkalkung.

Erste Zeichen für Osteoporose können starke Rückenschmerzen sein, die durch Muskelverspannungen nach knöchernen Veränderungen der Wirbelsäule hervorgerufen werden. Im fortgeschrittenen Stadium können beispielsweise bereits beim normalen Bücken Wirbelkörperfrakturen auftreten. Bei eigentlich harmlosen Stürzen, ja sogar beim Abstützen oder Anstoßen, können Oberschenkelhals- und Unterarmbrüche eintreten.

Wunderwerk Knochen

Anatomisch sind wir dann erwachsen, wenn unser Skelett nicht mehr in die Länge wächst. Doch auch danach verändert es sich weiter, um den Ansprüchen des Lebens gerecht zu werden. Ähnlich wie ein Muskel wird es bei vermehrter Belastung verstärkt und bei längerer Entlastung abgebaut.

Der ständige Umbau verleiht dem Knochen eine unerreichte Belastbarkeit und Elastizität und damit optimale Voraussetzungen, sich auf äußere Einflüsse einzustellen und den Aufgaben der Stütz- und Bewegungsfunktion aber auch seiner Schutzfunktion gerecht zu werden.

Das Geheimnis: Die Knochenstruktur

Ermöglicht wird dies durch die bemerkenswerte Architektur der Knochen. Ein massiver Knochen wäre stabil, aber schwer und wenig elastisch. Viel sinnvoller ist die Bauweise, bei der eine harte äußere Knochenhülle eine schwammartige Knochenbälkchenstruktur umgibt. Je nach Belastungszone am Skelett ist die stabilere Knochenwand dünner oder dicker.

So ist beispielsweise der Oberschenkelknochen eine stabile Röhre mit nur wenig innenliegenden Knochenbälkchen, ein Wirbelkörper dagegen wie eine Bienenwabe aus Knochenbälkchen mit nur wenig kompaktem Knochenüberzug. Bei zunehmender Osteoporose werden die zugrundeliegenden Knochenbälkchen sowohl weniger als auch dünner und der Knochen daher insgesamt fragiler.

Entstehung von Osteoporose

Abgenutzte oder überbelastete Knochenanteile ersetzt der Körper ununterbrochen durch neues Gewebe. Dabei gibt es sogenannte Knochenabbauzellen, die Osteoklasten, und Knochenaufbauzellen, die Osteoblasten. Ungefähr 10 Prozent des Skelettes werden im Jahr umgebaut.

Der Abbau geht generell viel rascher vonstatten als der Wiederaufbau, der sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen erstreckt. Alter, schwacher Knochen dagegen wird innerhalb weniger Tage abgebaut. Genau hier setzt die Gefahr eines Knochenschwundes ein. Überwiegt die Tätigkeit der abbauenden Osteoklasten über längere Zeit oder sinkt die Aufbaurate durch die Osteoblasten, so tritt Knochenschwund ein.

Was beeinflusst den Auf- sowie Abbau der Knochen?

Die Bauarbeiter des Skeletts werden durch Hormone gesteuert, unter anderem durch Schilddrüsen-, Wachstums- und Sexualhormone sowie Insulin. Vor allem die Östrogene, weibliche Sexualhormone, regulieren den Knochenabbau über die Aktivität der Osteoklasten. Des Weiteren spielt Kalzium als Grundbestandteil des Knochengewebes eine wichtige Rolle beim Umbau des Skeletts. Für dessen Bereitstellung ist vorwiegend Parathormon und Vitamin D zuständig.

All diese unterschiedlichen Faktoren bewirken, dass ein Knochendichteverlust meist schleichend verläuft. So unbemerkt, dass Osteoporose manchmal auch als "stiller Knochendieb" bezeichnet wird.

Risikofaktoren

Auslöser der Osteoporose ist oftmals eine familiäre Vorbelastung. Die maximale Knochendichte und die spätere Knochenverlustrate sind genetisch angelegt. Doch auch andere Faktoren können die Entstehung der Osteoporose begünstigen:

  • Hohes Lebensalter
  • Bewegungsmangel (z.B. bei Bettlägerigkeit infolge einer Krankheit oder Verletzung)
  • Untergewicht (BMI < 20) oder starke Gewichtsabnahme (> 20 Prozent) in der letzten Zeit v.a. bei Frauen
  • Zu geringe Vitamin D3-Aufnahme bzw. zu wenig Tageslicht
  • Zu geringe Kalziumaufnahme, z.B. bei Unverträglichkeit von Milchprodukten
  • Übermäßiger Genuss von Alkohol, Nikotin, Kaffee, Zucker
  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme (z.B. Cortison, Marcumar bzw. Blutgerinnungshemmer, Schilddrüsenhormone, Entwässerungstabletten)
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

Anzeichen und Symptome

Deutliche Symptome der Osteoporose zeigen sich leider oft erst, wenn der Krankheitsverlauf schon relativ weit fortgeschritten ist. Auch werden sie von den Betroffenen in der Regel nicht sofort mit Osteoporose in Verbindung gebracht. Die Knochendichtemessung sollte deshalb bei Frauen ab dem 50sten, bei Männern ab dem 60sten Lebensjahr zur Standardvorsorgeuntersuchung gehören.

Warnsignale

  • Rückenschmerzen (Wirbelkörperbrüche verbergen sich oft hinter "gewöhnlichen" Rückenschmerzen)
  • Rundrückenbildung mit Atemnot
  • Starke Abnahme der Körpergröße (> 4 cm)
  • Auftreten von schräg verlaufenden Hautfalten am Rücken (“Tannenbaumphänomen”)
  • Muskelschwäche
  • Leichte Ermüdbarkeit

Da der schleichende Knochenabbau mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko verbunden ist, kann ggf. auch eine auffällige Häufung von Knochenbrüchen auf Osteoporose hinweisen. Bei einer Abnahme von nur 10 bis 15 Prozent der Knochendichte wird das Risiko eines Knochenbruchs verdoppelt. Besonders gefährdet sind der Oberschenkelhals, die Wirbelkörper, das Kreuz- und Sitzbein sowie Rippen und der schulternahe Oberarm.

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