"Endlich kann ich ohne Schmerzen gehen"

Schon nach ein paar Schritten spürte Carla Heinlein (64) heftige Stiche im linken Bein. Eine spezielle OP-Methode heilte die Ursache in der Wirbelsäule

26.06.2008 Schon nach ein paar Schritten spürte Carla Heinlein (64) heftige Stiche im linken Bein. Eine spezielle OP-Methode heilte die Ursache in der Wirbelsäule
01.jpgDr. Sommer erklärt Carla den schonenden Eingriff
Die Beschwerden beginnen im Urlaub. Carla macht eine Rundreise inklusive Fluss-Kreuzfahrt durch China. In verschiedenen Orten legt das Schiff an. Diesmal wollen die Passagiere eine Pagode auf einem Hügel besichtigen. Der Fußweg dorthin ist anstrengend. Etwa nach einem Drittel der Strecke spürt Carla plötzlich, wie ihr linker Oberschenkel taub wird. Die Münchnerin macht eine Pause, geht dann vorsichtshalber langsam zum Schiff zurück. Das Taubheitsgefühl verschwindet bald, und gut ein Jahr merkt die Sekretärin nichts. Aber dann, auf einer Städtereise in Rom, macht das linke Bein wieder Probleme, fühlt sich taub an. Dann kommen stechende Schmerzen dazu. Carla muss dauernd Pause machen, sich auf jede Bank setzen.
02.jpgDer Kniesehnen-Reflex zeigt, ob das Rückenmark nach der OP Signale optimal überträgt
Zu Hause geht sie sofort zum Hausarzt. Er untersucht sie genau und lässt auch eine Magnet-Resonanz-Tomografie von der Wirbelsäule machen. Auf den Bildern sieht der Arzt: Der Wirbelkanal, durch den wichtige Nerven verlaufen, ist verengt. Carla hat eine Spinalkanal-Stenose. Der Hausarzt verschreibt ihr Schmerztabletten und Krankengymnastik. Aber es wird nicht besser. Carla macht eine Kur, aber vier Wochen danach kommen die Beschwerden wieder. Bald breiten die Schmerzen sich in die linke Hüfte und bis in den Rücken aus.
Carla geht zu einem Wirbelsäulen-Spezialisten. Der gibt ihr schmerzstillende Spritzen, aber auch die bringen nichts. Der Arzt empfiehlt ihr eine Versteifung der Wirbelsäule. Vier Stunden soll die Operation dauern. Aber Carla hat Angst vor Komplikationen und lehnt ab.
03.jpgDas Implantat wird zwischen zwei Dornfortsätzen eingesetzt, eingeklemmte Nerven haben wieder Platz

Sie sucht nach anderen Methoden, hört schließlich vom so genannten Maxxspine- Verfahren, das in der Praxisklinik Dr. Schneiderhan in München gemacht wird. Sofort vereinbart sie einen Termin beim zuständigen Arzt Dr. Frank Sommer.
Der Neurochirurg erklärt ihr: "Bei einer Spinalkanal-Stenose kommt es zu ausstrahlenden Schmerzen in den Beinen, stechenden Rückenschmerzen oder auch zu Taubheitsgefühlen bis zu den Füßen. Der Grund ist die Verengung des Spinalkanals, in dem das Rückenmark und weitere Nerven verlaufen. Durch die Verengung werden Nerven gedrückt." Sie müssen entlastet werden. Wenn Betroffene sich vorbeugen oder hinsetzen, verschwinden die Beschwerden kurzfristig, weil sich der Wirbelkanal dabei erweitert. Diesen Effekt nutzt das Maxxspine-Verfahren. Carla stimmt zu.
Bei der minimal-invasiven Operation mit einem kleinen Schnitt unter Vollnarkose setzt der Neurochirurg ein kleines Implantat an der betroffenen Stelle zwischen die Dornfortsätze von zwei benachbarten Wirbelkörpern. Die Dornfortsätze sitzen an der Rückseite der Wirbelsäule. Durch den Druck auf die Fortsätze spreizt das Implantat die dazugehörigen Wirbel voneinander weg.Das nimmt den Druck von den betroffenen Nerven, die Schmerzen verschwinden. Solche Implantate sind eine neue Konstruktion aus
04.jpgDas Rückenmark läuft durch den Wirbelkanal. Verschiebungen oder Abnutzung der Wirbel können den Kanal verengen
Titan, PEEK und Carbon. Das sind körperverträgliche Stoffe, die lange halten. Der Operateur setzt das Implantat von der Seite zwischen die gut erreichbaren Dornfortsätze ein und dreht es dann um 90 Grad. So kann er die Wirbel fast 2 Zentimeter weit aufspreizen. Der Eingriff dauert nur knapp 30 Minuten. Carla bleibt drei Tage in der Klinik. Drei Monate muss sie sich noch etwas schonen. Das heißt, sie darf z.B. keine schnellen Drehbewegungen, Gartenarbeit oder zu lange Spaziergänge machen. Auch längeres Autofahren muss sie in dieser Zeit vermeiden.
Heute geht es Carla blendend: "Ich habe keine Schmerzen oder Taubheitsgefühle mehr im Bein und kann wieder weite Strecken gehen. Ich freue mich schon auf meine nächste Reise!"

05.jpg Dr. Frank Sommer,
Neurochirurg in München
Vorbeugen ist möglich
Mit dem Alter nutzen sich die Knochen allmählich ab. Auch in der Wirbelsäule ist das weitgehend normal. Aber wenn sich dadurch der Wirbelkanal verengt, kann es zu einer Spinalkanal-Stenose kommen. Dabei werden Nerven gedrückt. Vieles, was den Knochen-Verschleiß begünstigt, kann man beeinflussen. Ein Hauptrisiko ist Übergewicht. Jedes Kilo zu viel belastet die Knochen unnötig. Deshalb sind ausgewogene Ernährung und täglich viel Bewegung wichtig. Außerdem sollte jeder sich Im Alltag rückenschonendes Verhalten angewöhnen, z. B. keine schweren Lasten heben, die Wirbelsäule nicht einseitig belasten, z. B. mit der Einkaufstasche.

Weitere Infos Dr. Frank Sommer, Praxisklinik Dr. med. Schneiderhan und Kollegen, Tel.: o 89/614 5100 Hilfe bei der Arztsuche und weitere Infos auf der Internet-Seite vom Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie: www.orthinform.de
Das Maxxspine-Verfahren wird von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

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