"Der Schmerz ist weg!"

Christine von Heintschel (36) hatte drei Bandscheibenvorfälle

19.02.2009
01.jpgTrotz ihrer beschädigten Bandscheiben hofft Christine von Heintschel, normal entbinden zu können
Christine von Heintschel (36) hatte drei Bandscheibenvorfälle „Der Schmerz ist weg!"

Mehrfach wurde Christine von Heintschel wegen ihres Rückenleidens operiert. Dank Hitzesonde geht es ihr heute bestens
Christine von Heintschel war schon immer sehr sportlich. "Als Kind fing ich mit Geräteturnen an", erzählt die heute 36-Jährige aus Aiterhofen bei Straubing (Bayern). „Später verlegte ich mich auf Trampolinspringen, Leichtathletik und schließlich Handball." Wegen des vielen Sports hatte Christine oft Rückenschmerzen. Lange Zeit brachten ihr Massagen und Krankengymnastik rasche Linderung.

Sie brauchte täglich starke Medikamente
Doch im April 2007, wenige Wochen vor der Geburt ihres zweiten Kindes, traf die Lehrerin der Schmerz mit nie gekannter Wucht. „Er zog von der linken Gesäßhälfte das ganze Bein hinunter", berichtet sie. "Anfangs half Physiotherapie, doch zwei Monate nach der Entbindung ging es von neuem los."

Im August 2007 zeigte eine Kernspintomographie einen Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule. Zwei Operationen im September und Dezember desselben Jahres blieben ohne Erfolg. Als Christine von Heintschel nur noch mit starken Schmerzmitteln durch den Tag kam, machte ihr Hausarzt sie auf die Praxisklinik
des Orthopäden und Schmerztherapeuten Dr. Reinhard Schneiderhan aufmerksam. „Er sollte mit besonders schonenden Verfahren arbeiten. Das überzeugte mich, es dort zu versuchen."

02.jpgZwischen den Wirbeln sitzen die Bandscheiben. Bei einem Vorfall wölben sie sich vor und verursachen starke Schmerzen
03.jpgDr. Schneiderhan zeigt, wie er die Kanüle einführt und Medikamente an die betroffene Stelle spritzt

Sofort konnte sie wieder aufstehen
Um ihr zu helfen, kombinierte Reinhard Schneiderhan verschiedene Techniken: Wirbelsäulenkatheter, Mikrolaser und Hitzesonde. „Über eine feine Sonde werden schmerz- und entzündungslindernde Medikamente direkt an die betroffene Stelle injiziert", erklärt er. „Konzentrierte Kochsalzlösung lässt Vorwölbungen der Bandscheibe abschwellen; Enzyme lösen Vernarbungen. Mit dem Mikrolaser schrumpft man den Bandscheibenvorfall, entlastet eingeklemmte Nerven und schließt kleine Risse. Dann wird mittels Hitzesonde durch Veröden der Schmerzfasern die Schmerzweiterleitung zum Gehirn ausgeschaltet."


04.jpgDie Röntgenbilder weisen dem Chirurgen den Weg
Christine von Heintschel unterzog sich dem Eingriff im April 2008. „Gleich danach konnte ich aufstehen, ohne dass mir etwas weh tat", sagt sie. „Das Ziehen im Bein war endlich weg." Heute ist sie völlig beschwerdefrei und zum dritten Mal schwanger. „Ich hoffe, trotz meiner angeschlagenen Bandscheiben normal entbinden zu können. Dann wäre mein Glück perfekt."
Claudia Krause Gut zu wissen! Rückenschmerz
Gegen chronische Rückenschmerzen helfen schmerzlindernde Medikamente und Physiotherapie, um die Muskeln zu entspannen und zu stärken. Bleiben diese Maßnahmen wirkungslos, bieten sich sogenannte minimal-invasive Operationen an: Größere Schnitte werden dabei vermieden. Die Eingriffe finden häufig ambulant statt, und der Patient ist danach schnell wieder mobil.

05.jpgDr. med. Reinhard Schneiderhan, Facharzt für Orthopädie, München
Interview mach mal Pause: Wann sind Rückenschmerzen chronisch?
Dr. Schneiderhan: Wenn Rückenschmerzen länger als drei Monate andauern. Ursachen sind z.B. stressbedingte Verspannungen, unbehandelte Bandscheibenvorfälle oder Nervenreizungen nach Operationen.
mach mal Pause: Wann wird die Hitzesonde eingesetzt?
Dr. Schneiderhan: Bei Wirbelgelenkschmerzen, die durch Verschleiß, Verformung oder Wirbelgleiten entstehen. Auch wenn es zum Verschleiß der Bandscheiben kommt, ist die Hitzesonde anwendbar.
mach mal Pause: Was bewirkt die Hitzesonde?
Dr. Schneiderhan: Sie unterbricht die Schmerzweiterleitung direkt am betroffenen Wirbelgelenk. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 85 %.
mach mal Pause: Wie läuft die Behandlung ab?
Dr. Schneiderhan: Unter örtlicher Betäubung und Röntgenkontrolle führt man eine feine Kanüle direkt an die Schmerzpunkte und erhitzt diese auf 80 Grad. Dadurch werden die Schmerzfasern verödet.
mach mal Pause: Wer trägt die Kosten?
Dr. Schneiderhan: Die Hitzesondenbehandlung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Foto: Markus Götzfried

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