Es muss nicht zu einem Vorfall kommen
Was wirklich bei Bandscheiben-Vorwölbung hilft
19.02.2009
Dr. Schneiderhan erklärt, wie die Bandscheiben funktionieren
Unsere Wirbelsäule ist ein filigranes System, das den aufrechten Gang und Be-wegungen in alle Richtungen ermöglicht. Bei dauerhaften Fehlbelastungen verschleißen die Bandscheiben zwischen den Wirbeln, es kommt zu Rückenschmerzen. Häufig steckt eine Bandscheiben-Vorwölbung dahinter. Lesen Sie hier, wie man sie behandelt und einen Bandscheiben-Vorfall verhindert.
Oft genügt eine Physiotherapie Elastische Puffer. Der Mikrolaser lässt die vorgewälbte Bandscheibe (rot) durch Wärme schrumpfen
„Die Bandscheiben wirken wie kleine Stoßdämpfer", erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München. „Sie bestehen aus einem festen faserhaltigen Ring, in dessen Mitte sich weicher Knorpel, der sogenannte Gallertkern, befindet." Durch anhaltende Belastung oder mangelnde Bewegung verlieren sie an Flüssigkeit und damit an Elastizität. Dann kann es passieren, dass sie dem Druck nicht standhalten und sich der Kern nach außen wölbt. Ärzte bezeichnen dies als Bandscheibenvorwölbung oder Protrusion. Von einem Bandscheibenvorfall spricht man dagegen, wenn zusätzlich der Faserring reißt und die gallertartige Masse austritt. In jedem Fall hat der Patient Schmerzen, wenn der weiche Kern auf umliegende Nerven drückt.
Wird die Erkrankung im frühen Stadium der Bandscheibenvorwölbung diagnostiziert, reichen meist sanfte Methoden aus, um die Beschwerden zu lindern. So zeigen bei leichten Nerveneinengungen oft bereits Physiotherapie oder Spritzen Wirkung.
Mini-Eingriffe. Mit dem Wirbelsäulenkatheter kann man Medikamente an die auslösende Stelle spritzen
Halten die Beschwerden jedoch an, kommen minimalinvasive Methoden wie der Wirbelsäulenkatheter zum Einsatz. Dabei spritzen Ärzte mit einer Spezialsonde schmerz- und entzündungshemmende Medikamente in das betroffene Areal der Wirbelsäule. Kochsalzlösung entzieht dem Bandscheibengewebe zudem Flüssigkeit, wodurch die Vorwöl-bung schrumpft und der Druck auf betroffene Nerven nachlässt.
Eine zweite Möglichkeit: „Bei der Mikroiaserbehandlung verkleinern wir das Bandscheibengewebe mit einer feinen Lasersonde", erläutert Dr. Schneiderhan. „Zusätzlich unterbrechen wir die Schmerzweiterleitung der betroffenen Nervenstrukturen. Eventuelle Risse im Faserring verschließen sich, so dass die Bandscheibe wieder neue Stabilität erlangt." Die Kasse zahlt, wenn die Eingriffe stationär durchgeführt werden.