Hüftschmerzen

"Ich hielt es nicht mehr aus"

19.02.2009 01.jpg Ingeborg Kugler (65) war immer sportlich, aktiv und fit gewesen. Trotzdem litt sie schon lange unter Problemen in Rücken und Hüfte. Immer wieder kämpfte die Rentnerin wacker gegen die Belastungen an. Vor einem Jahr verschlechterte sich ihr Zustand erneut: Bis in die Zehenspitzen zog sich damals der Schmerz. In Blickpunkt berichtet sie, welche Therapie ihr letztlich geholfen hat.

Am liebsten gehe ich wandern oder schwimmen, mache Yoga und Pilates - eigentlich alles schonende Sportarten, die mich aber nicht vor extremen Schmerzen in Rücken und Hüfte schützten. Trotzdem hatte ich jahrelang mit Schmerzen zu kämpfen. Dabei versuchte ich alles, das zu ändern: Ich ging zur Krankengymnastik, machte Akupunktur. Später musste ich täglich starke Medikamente mit gefährlichen Nebenwirkungen einnehmen. Doch das alles half nicht dauerhaft. Sogar Spritzen zur Schmerzminderung verfehlten ihre Wirkung.

02.jpgSelbst mein Mann, mit dem ich gerne Berg- oder Skitouren unternahm, belastete die Situation enorm Er konnte nichts für mich tun, das war nicht leicht für ihn. Gemeinsam überlegten wir, wie man die Situation verbessern und die verloren Lebensqualität zurückholen könnte. Ich entschloss mich zu einer weiteren Untersuchungsreihe. Hierbei bestätigte sich der Verdacht auf einen doppelten Bandscheibenvorfall, der so starke Schmerzen verursachte, dass sie bis in Beine und Füße strahlten. Auf ärztliches Anraten rang ich mich schließlich zu einer Operation durch, die Besserung in Aussicht stellte. Viele Gedanken an mögliche Gefahren eines solchen Eingriff beschäftigten mich. Doch ohne Behandlung ständiger Beeinträchtigung ausgesetzt zu sein, kam nicht infrage.

03.jpg"Mein Mann konnte nichts für mich tun. Das war nicht leicht für ihn." Ingeborg Kugler
Nach der OP am 28. April 2008, anschließendem Krankenhausaufenthalt und Rena-Maßnahmen schöpfte ich erstmals Hoffnung: Es ging mir soweit gut und ich war heilfroh, die Kliniken hinter mir gelassen zu haben. Wir schmiedeten Pläne für gemeinsame Unternehmungen und schöne Tage. Doch dann überfielen mich völlig unerwartet unsagbare Schmerzen in der linken Hüfte. Schnell legten immer längere Beschwerdephasen meinen Alltag lahm. Hausarbeit, Besuch von Freunden oder der geliebte Sport, nichts ging mehr. Sogar aufs Spazierengehen musste ich bald schon verzichten. Als ich mich gerade mit meinem Schicksal abfinden wollte, las ich in der Zeitung von der Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen. Also startete ich einen erneuten Versuch und vereinbarte einen Termin bei den Münchner Ärzten. Vor Ort untersuchte Dr. Müller, Orthopäde und Spezialist für Endoprothetik, mich zunächst sehr gründlich. Schnell kam er zu einem eindeutigen Ergebnis: „Coxarthrose", schwerer Hüftverschleiß, der mit Symptomen wie Knorpelschwund einhergeht und schon bei einfachsten Bewegungen Probleme hervorruft. Er riet mir zu einer Endoprothese, die mit anatomischem Schaft und angepasstem Keramikkopf die defekte Hüfte ersetzt. Er versicherte mir, dass sich damit alle nötigen Bewegungsabläufe regenerieren ließen und sportlicher Aktivität nach einer erfolgreichen Behandlung nichts mehr im Wege stünde.

Und er hat recht behalten. Seit dem 21. Juli schaue ich endlich wieder optimistisch in die Zukunft. Dank der Hüftprothese bin ich heute schmerzfrei. Außerdem habe ich von dem Eingriff nur eine winzige Narbe zurückbehalten. Nach einem kurzem stationärem Aufenthalt habe ich mich bei einer Reha in Bad Tölz gänzlich erholt. Jetzt geht es für mich und meinen Mann wieder bergauf - im wahrsten Sinne. Wir planen schon den ersten gemeinsame Ausflug in unsere geliebten Berge. Ich freue mich auf die Bewegung und eine unbeschwerte Zeit!

04.jpg Stichwort: Künstliches Hüftgelenk
Ein künstliches Hüftgelenk besteht aus den gleichen Teilen wie das natürliche Hüftgelenk: aus der Gelenkpfanne und dem Gelenkkopf, der auf dem Gelenkschaft sitzt. Die Gelenkpfanne wird vom Beckenknochen gebildet, während der Gelenkkopf mit dem Gelenkschaft zum Oberschenkelknochen gehört. Einen Sonderfall stellt die Hüft-Teilprothese dar, bei der lediglich der Gelenkkopf ersetzt wird. Das künstliche Hüftgelenk muss mit dem körpereigenen Knochen verbunden werden. Nach Art und Weise der Verankerung der Prothese im Knochen werden drei Prothesentypen unterschieden: die zementfreie, die zementierte und die Hybridprothese. Dank moderner Schlüsselloch-Chirurgie ist das Einsetzen der Endoprothese heute kein großer Eingriff mehr.

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