Neue Therapie im Kampf gegen Rückenschmerzen

Die kranke Bandscheibe kann OHNE Operation geheilt werden

24.02.2009
01.jpgAuch junge Frauen bleiben von einem Bandscheibenvorfall nicht verschont
Sie kennen bestimmt auch jemanden, der bereits einen Bandscheibenvorfall hatte, oder? Durch eine anhaltende Fehlhaltung, Bewegungsmangel oder eine erbliche Vorbelastung können die 23 gelartigen Bandscheiben, die der Wirbelsäule als Puffer dienen, verschleißen. An einer Bandscheibe entstehen zunächst feine Risse. Später tritt der sogenannte Gallertkern aus und drückt auf umliegendes Gewebe und Nerven. Das geschieht vorwiegend im Bereich der Lendenwirbelsäule, weniger im Hals- oder Brustbereich.
Pro Jahr werden rund 100000 Patienten an den Bandscheiben operiert. Ein solcher Eingriff wird zum Beispiel dann in Erwägung gezogen, wenn die Kombi aus Schmerzmitteln, Wärmeanwendungen und Krankengymnastik keine Wirkung zeigt, oder der Patient unter Lähmungserscheinungen leidet. Wermutstropfen: Leider ist nicht immer jede OP erfolgreich. Manche Patienten haben trotz des Eingriffs weiterhin Beschwerden. Empfehlenswert: Vor einem möglichen Eingriff eine zweite Arztmeinung einholen.

02.jpgDie Grafik veranschaulicht, wie der Gallertkern aus der Bandscheibe austritt und auf den Nerv trifft, was schmerzt
Der Laser schont das gesunde Gewebe
Eine sanftere Behandlungsmethode als die Operation am offenen Rücken ist zum Beispiel die Mikrolasertherapie, bei der gesundes, umliegendes Gewebe verschont bleibt. Mit der nur 0,2 Millimeter dünnen Faser, mit deren Hilfe der Laserstrahl in den Körper gelangt, können auch enge, schwer zugängliche Bereiche zwischen den Wirbelkörpern behandelt werden. Durch die Laserenergie soll Gewebe schrumpfen, kleine Einrisse wieder verschweißt, die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn unterbrochen werden. Quellt das Bandscheibengewebe jedoch deutlich hervor, wird Patienten von diesem Verfahren eher abgeraten.
Kosten: In der Regel handelt es sich um eine Kassenleistung.
Eine neuere Vorgehensweise: Der Arzt entnimmt gesunde Bandscheibenzellen. Der Patient befindet sich während dessen in einer Schlafnarkose. Er lässt die Zellen in einem spezialisierten
03.jpgWird bei einer Bandscheiben-Operation krankes Gewebe entfernt, führt das dazu, dass die Bandscheibe an Größe verliert
Labor vermehren, ihr Wachstum wird angeregt - bevor sie dem kranken Patienten wieder eingesetzt werden. Die Züchtung dauert rund drei Monate.
Der Arzt spritzt die aufgearbeiteten Zellen über eine Spezialkanüle direkt in den Bandscheibenkern. Die Bandscheibe soll schon bald ihre normale Form wieder annehmen. Im Gegensatz zu einer Bandscheiben-Operation, bei der die Bandscheibe an Größe verliert. Der Patient muss für den Eingriff rund 24 Stunden im Krankenhaus bleiben.
Laut Orthopäde Dr. Reinhard Schneiderhan aus München eignet sich die erwähnte Methode für jüngere und ältere Patienten. Einzige Voraussetzung: Es muss noch genug Bandscheibengewebe vorhanden sein.
Was zahlen die Kassen? Die Zellzüchtung müssen gesetzlich Versicherte in der Regel selbst zahlen (ca. 4000 Euro). Die Kostenübernahme für den Eingriff an sich, sprich die Anästhesie und den Klinikaufenthalt, müssen Patienten individuell mit ihrer Kasse abklären.

Die Bandscheibe per Wasserstrahl behandeln
Ein neues Verfahren, das derzeit noch getestet wird: Der leichte Bandscheibenvorfall wird mit einem Hochdruck-Wasserstrahl behandelt. Der Wasserstrahl arbeitet unter Höchstgeschwindigkeit und funktioniert wie ein Skalpell. Bis zu sechs Gramm Bandscheibe können auf diese Weise punktgenau beseitigt werden. Mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens wie dem Computertomografen kontrolliert der Arzt den Vorgang.
Kosten: rund 3000 Euro. Die Kostenübernahme muss mit der Kasse individuell abgesprochen werden.

04.jpg Symtome eines Bandscheibenvorfalls
  • Starke Schmerzen, die bis in die Arme oder Beine, ja sogar bis in den Fuß ausstrahlen können.
  • Einige Patienten klagen auch über ein Taubheitsgefühl oder über Lähmungserscheinungen.
  • Haben alle Patienten Schmerzen? Nein, bei manchen Patienten verläuft der Vorfall beschwerdefrei.

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