"Eine Bio-Bandscheibe aus dem Labor hat mich geheilt"

Dieter Hartwig (54) litt unter dauernden Rückenschmerzen

30.07.2009 Etwa 800.000 Deutsche erleiden jährlich einen Bandscheibenvorfall. In schweren Fallen hilft jetzt eine sanfte Methode 00.jpg
"Meine Bandscheiben waren so kaputt, dass ich meinen Job nicht mehr ausüben konnte und arbeitslos wurde", erzählt Dieter Hartwig. Der Lkw-Fahrer aus dem Erzgebirge hatte seit seiner Lehrzeit auf dem Bau geschuftet: "Oftmals musste ich Schutt und Trümmer transportieren. Das schwere Heben hat meine Wirbelsäule mit den Jahren ruiniert."
Die Folge: Zunächst zwei Bandscheibenvorfälle, die mit Spritzen und Kathetern behandelt wurden.
01.jpgDer Eingriff war erfolgreich. Nach eingehender Untersuchung darf Patient Hartwig nach Hause
Dann drei neue Vorfälle. Sie waren so schwer, dass der Familienvater operiert werden musste. Trotzdem kamen die Schmerzen wieder. Da waren die Arzte mit ihrem Latein am Ende. Mit Schaudern denkt Dieter Hartwig an diese Zeit zurück: "Die Bandscheiben drückten so stark auf den Nerv, dass mein Bein taub wurde.
Nachts konnte ich vor Schmerzen nicht mehr schlafen. Tabletten halfen längst nicht mehr.
Eine weitere Operation war wegen der vorangegangenen Eingriffe auch nicht mehr möglich. Erst die Arzte in einer Münchner Klinik konnten mir helfen. Ich bekam eine im Labor gezüchtete Bandscheibe."
Rückenspezialist Dr. Reinhard Schneiderhan erklärt, wie die neue Methode funktioniert:
"Wenn ein Bandscheibenvorfall höllische Rückenschmerzen verursacht, immer wieder neu auftritt oder es auch nach Operationen zu Rückfällen kommt, stechen wir die kranke Bandscheibe des Patienten mit einer dünnen Kanüle an und saugen etwas Bandscheibengewebe ab. In einem Berliner Speziallabor werden daraus dann neue Bandscheibenzellen gezüchtet."
Nach etwa drei Monaten steht genug neues Bandscheibengewebe für eine erfolgreiche Transplantation zur Verfügung.

02.jpgHeilung auf sanfte Art: Dieter Hartwig kann kaum glauben, wie gut die Bio-Bandscheibe funktioniert
Dr. Schneiderhan: "Das spritzen wir in einem zweiten Eingriff unter Röntgenkontrolle und örtlicher Betäubung über eine Kanüle direkt in den betroffenen Bandscheibenkern." Danach gilt für 24 Stunden strenge Bettruhe, damit sich die Bandscheibenzellen zwischen den Wirbelkörpern festsetzen können.
Sie wirken dort wie eine neue Bandscheibe. Die Schmerzen sind danach meist verschwunden und kehren auch nicht zurück.
Allergien und Abstoßreaktionen gibt es nur selten.
Dieter Hartwig ist begeistert: "Schon nach drei Tagen durfte ich wieder nach Hause. Ich musste meinen Rücken zwar noch ein paar Wochen schonen. Aber jetzt habe ich keine Schmerzen mehr und hoffe auf einen neuen Job."

Adressen
Hier wird bereits nach der neuen Methode operiert

PRAXISKLINIK
Sechs Jahre Erfahrung hat Dr. Schneiderhan mit der Methode: Eschenstr. 2,82024 München, Tel.: 089/6145124 www.orthopaede.com

BG KLINIK BERGMANNSTROST
Eine Fachklinik für Rückenleiden: Merseburger Str. 165,06112 Halle Tel.: 0345/132 60 www.bergmannstrost.com

KLINIKUM SAARBRÜCKEN
In der Neurochirurgie werden gezüchtete Bandscheibenzellen verpflanzt: Winterberg 1,66119 Saarbrücken Tel.: 0681/9632941 www.klinikum-saarbruecken.de

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