"Kein Arzt nahm meine Rückenschmerzen ernst"

Katharina Ludwig (49) hatte einen schweren Bandscheibenvorfall

04.08.2009 01.jpg Sich um andere zu kümmern, für jeden ein offenes Ohr zu haben, das zeichnete Katharina Ludwig aus. Als die gelernte Krankenschwester jedoch selbst wegen schlimmer Rückenbeschwerden ärztlichen Rat suchte, fand sie keine Hilfe. Lange Jahre überschatteten Schmerzen ihr Leben. Sie galt als hoffnungsloser Fall...
02.jpg Dr. Ismail erklärt seiner Patientin, wo die Ärzte den geschädigten Wirbel von Katharina Ludwig stabilisieren mussten
München im März 2009. 16 Jahre lang litt Katharina Ludwig unter furchtbaren Rückenschmerzen. "In der Schwangerschaft diagnostizierten die Arzte erstmals einen Bandscheibenvorfall", erzählt die zweifache Mutter. Konservative Behandlungen brachten keine Besserung, sodass sich nach der Entbindung sogar Taubheitsgefühle im Bein einstellten. Trotzdem stemmte die fleißige Trau unermüdlich die Doppelbelastung von Familie und ihrer anstrengenden Tätigkeit auf der Krankenstation. Anstatt sich zu schonen, arbeitete sie oft nachts, bis sie drei Jahre später ein erneuter Bandscheibenvorfall völlig aus der Bahn warf. Mehrere Monate überbrückte sie mit starken Medikamenten, bis sie einen Operationstermin in einer orthopädischen Klinik erhielt. Besserung brachte der Eingriff allerdings nicht. Katharina Ludwig erinnert sich: "Man vertröstete mich auf eine baldige Genesung, aber der Alltag ließ sich durch die Einschränkungen immer weniger bewerkstelligen. Weiterhin als Krankenschwester zu arbeiten, war nun doch unmöglich." Mit Symptomen wie anhaltender Taubheit der Beine, Unfähigkeit zu sitzen und Dauerschmerz im Rücken stellte sie sich schließlich erneut Ärzten vor, von denen sie sich jedoch nicht ernst genommen fühlte.

Als Simulantin abgestempelt
03.jpgKrankengymnastik machte Katharina Ludwig nach dem Eingriff wieder fit
"Bald stempelte man mich als Simulantin ab, doch ich wusste, dass etwas nicht stimmte", berichtet Frau Ludwig. Röntgenaufnahmen gaben ihrer Hartnäckigkeit schließlich recht: Im Bereich der Lendenwirbel zeigten sie einen erneuten Bandscheibenvorfall. Bald darauf entzündete sich das Gewebe so schlimm, dass selbst Schmerzmittel nicht mehr wirkten. "Am Ende verordneten mir die Ärzte sogar Psychopharmaka zur Ruhigstellung und rieten mir, meinen Traumberuf als Krankenschwester aufzugeben", erzählt die 49-Jährige.
Nachdem eine weitere Operation und anschließende Reha keinen Erfolg brachten, blieb laut ärztlicher Aussage nur noch die komplette Versteifung der Wirbelsäule, allerdings ohne Aussicht auf Beschwerdefreiheit. Als sie ablehnte, hieß es: "Dann kann man nichts mehr machen. Gewöhnen Sie sich daran." Schmerzen und Nebenwirkungen der starken Medikamente veränderten die Persönlichkeit der eigentlich so agilen Frau, die schon immer viel Sport trieb. "Zu nichts hatte ich Lust, konnte weder Auto fahren noch einfache Hausarbeit erledigen." Besonders belastete Katharina Ludwig, ihre zahlreichen Ehrenämter in der Kirche und bei wohltätigen Organisationen kaum noch ausüben zu können, die sie mit großem Einsatz verfolgte.
Unterstützung fand sie in dieser schweren Zeit bei ihrem Ehemann, ihren Kindern und einer lieben Freundin, die ihr viel Arbeit abnahmen. Von ihnen ermutigt, informierte sie sich regelmäßig über neue Behandlungsmöglichkeiten für ihre Erkrankung. Wandte sie sich jedoch mit Vorschlägen an behandelnde Ärzte, hörte sie oft Sätze wie "Bei Ihnen nützt das auch nichts mehr."
Durch Zufall las Katharina Ludwig bei einem dieser Arztbesuche im Wartezimmer von der Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen aus München.

Endlich wieder Hoffnung schöpfen 04.jpgDeren neue, schonende Methoden schienen als Therapiemöglichkeit für ihre Erkrankung geeignet. Dennoch befürchtete sie hohe Kosten. "Ich ging davon aus, dass dort nur Privatpatienten behandelt werden. Dann fand ich heraus, dass die Klinik als eine der ersten in Deutschland die Behandlungen auch für Kassenpatienten ermöglicht." Nachdem sie immer wieder Gutes über die Praxis hörte, vereinbarte sie einen Termin. "Mein letzter Versuch", weiß sie heute zu berichten. "Obwohl ich befürchtete, wieder enttäuscht nach Hause zu gehen." Umso überraschter zeigte sich die langjährige Schmerzpatientin, als moderne Diagnoseverfahren starke Auffälligkeiten an der Wirbelsäule erkennen ließen und sie innerhalb von kurzer Zeit einen OP-Termin erhielt. Dr. Samer Ismail, erfahrener Neurochirurg an der Praxisklinik, beendete am 31. Oktober 2008 in einer komplizierten Operation endlich Katharina Ludwigs langen Leidensweg. Der Spezialist erkannte sogar, dass ein Bandscheibenvorfall an einer schwer erreichbaren Stelle einen Nerv durchwandert hatte. Äußerste Vorsicht erforderte dieser Eingriff, da Dr. Ismail die sensible Nervenhaut öffnen musste und ein hohes Risiko für Lähmungen bestand. Um weitere Wucherungen zu verhindern, entfernte er Teile des Knochens und stabilisierte den geschädigten Wirbel mit einem sogenannten dynamischen Fixateur. Als kleines, bewegliches Implantat hält er die Wirbel in richtigem Abstand und bietet eine schonende Alternative zu herkömmlichen Versteifungen. "Bislang operierten alle Chirurgen an der falschen Stelle und erkannten das eigentliche Problem nicht", weiß sie heute.

Wieder neue Pläne schmieden 05.jpgBereits eine Woche nach der Operation kehrte Katharina Ludwig nach Hause zurück. Stationäre Reha-Maßnahmen entfielen und ließen sich durch vorsichtige Krankengymnastik ersetzen. Die 49-Jährige fühlt sich wie neugeboren: "Jeden Tag merke ich ein Stück Veränderung. Endlich habe ich Hoffnung, schmiede Pläne und blicke optimistisch in die Zukunft. Bald schon darf ich Sport treiben und meine Ehrenämter wieder aufnehmen. Auch meine Familie freut sich über meine neu gewonnene Selbständigkeit." Einen Wunsch möchte sie sich aber vor allem erfüllen: "Nach all den Jahren wieder I selbst mit dem Auto zu meinen ! Eltern nach Köln zu fahren!"
Weitere Informationen unter www.orthopaede.com.

Die besten Therapien bei Bandscheibenvorfällen
06.jpgBandscheibenzüchtung: Bei diesem Verfahren wird eine geringe Menge Bandscheibengewebe entnommen, im Labor vermehrt und wieder zugespritzt
Ein Einstich von wenigen Millimetern genügt, um ein kleines Röhrchen einzuführen, den Mikrotrokar. Besonders in den Nervenwurzelkanal verlagerte Vorfälle können so gezielt und schonend entfernt werden.
Bei Schmerzen an den Wirbelgelenken kommt die minimalinvasive Hitzesonde-Therapie zum Einsatz (rechts und unten
im Bild) Dabei schalten Mediziner mit einer superdünnen Sonde, die sich computergesteuert auf 80 Grad erhitzt, schmerzende Nervenstrukturen aus. Der Mikrolaser ist ideal für schwer zugängliche Bereiche an Hals- und Lendenwirbelsäule. In der feinen Punktionsnadel steckt eine dünne Glasfaser, die den Laserstrahl in die betroffene Bandscheibe weiterleitet und ausgetretenes Gewebe schrumpft.

Info: Bandscheiben 07.jpgDie Bandscheiben sitzen in den Zwischenräumen der Wirbelsäule. Dort verhindern sie, dass die einzelnen Wirbel aneinander reiben

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