04.08.2009
Langes Sitzen, schweres Heben – das verkraftet bei falscher Haltung selbst der stärkste Rücken nicht. Das musste Silvia K. (42) schmerzhaft erfahren. Bis zur Geburt ihrer beiden Kinder verbrachte die gelernte Bürokauffrau den Großteil ihrer Zeit am Computer. Oft klagte sie abends über Verspannungen und Kreuzschmerzen. Als sie im siebten Monat schwanger war, gab sie den Bürojob auf. Doch auch danach war das Leben als Mutter und Hausfrau für ihre Wirbelsäule nicht weniger anstrengend. Täglich trug sie die Kinder auf dem Arm, schleppte schwere Einkaufstüten mit Milch und Babynahrung. Die Rückenschmerzen kamen immer öfter. Als sie nach ein paar Wochen gar nicht mehr verschwanden, ging Silvia K. zum Arzt. Der verschrieb ihr Medikamente und gab ihr Spritzen. Resultat: Die Schmerzmittel griffen den Magen an, und die Spritzen wirkten immer nur kurze Zeit.
Mikrolaser macht verschlissene Bandscheiben schmerzfrei 
Der Mikrolaser unterbricht die Schmerzfasern in der Bandscheibe.
Silvia K. wechselte den Arzt. Der neue Orthopäde veranlasste eine Kernspintomografie. Als er ihr die Längsschnitt-Bilder ihrer Wirbelsäule am Leuchtkasten zeigte, konnte sie sogar als Laie die Ursache ihrer Schmerzen deutlich erkennen: „Frau K. hatte eine schwarze Bandscheibe“, sagt der Münchner Rückenspezialist Dr. Reinhard Schneiderhan. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die Bandscheibe abgenutzt ist. Durch den Verschleiß nimmt die Bandscheibe weniger Gewebsflüssigkeit auf. Deshalb erscheint sie auf dem Kernspinbild dunkel. Das nennen wir schwarze Bandscheibe oder ‘black disc‘. Sie wird flacher, verliert ihre Pufferfunktion. Dadurch verschleißen auch die kleinen Wirbelgelenke, weil sie stärker aufeinander reiben. Doch mit einer Lasertherapie lassen sich die Schmerzen in solchen Fällen gut beseitigen. Denn der Laser unterbricht die Schmerzfasern der Nerven, die von der Bandscheibe aus bis ins Gehirn ziehen.“ Silvia K. ließ sich von Dr. Schneiderhan mit einer hauchdünnen Laserfaser behandeln. Die Kosten für die stationäre Behandlung übernahm ihre gesetzliche Krankenkasse. Schon unmittelbar nach dem Eingriff unter örtlicher Betäubung war sie ihre schlimmen Rückenschmerzen los. Bis heute sind sie nicht erneut aufgetreten.
Die moderne Bandscheibenprothese erhält die Beweglichkeit der Wirbelsäule 
(von links) Dr. Sommer, Dr. Ismail und Dr. Schneiderhan arbeiten in der Praxisklinik Dr. Schneiderhan in München fachübergreifend zusammen.
Über seine schwarze Bandscheibe auf dem Kernspinbild staunte auch Rolf B. (58). Der Handelsvertreter war pro Jahr über 120.000 Kilometer im Auto unterwegs. Zum Ausgleich ging er am Wochenende gern zum Wandern. Doch damit war es letztes Jahr vorbei. Erst tat ihm nur der Rücken weh. Später strahlten die Schmerzen in sein Bein aus. Der Fuß fühlte sich pelzig an. Zum Schluss konnte er nur noch kurze Strecken laufen. Dann musste er stehen bleiben, sich nach vorne beugen oder hinsetzen und warten, bis die Schmerzen im Bein besser wurden. Erst dann ging es wieder weiter. Rolf B. ging zum Arzt. Auch hier zeigte die Kernspinuntersuchung das geheimnisvolle Phänomen der schwarzen Bandscheibe. Neurochirurg Dr. Samer Ismail von der Praxisklinik Dr. Schneiderhan konnte ihm auf den Aufnahmen genau zeigen, woher die Schmerzen in den Beinen kamen: „Neben der degenerierten schwarzen Bandscheibe kam es durch den fortschreitenden Verschleiß zu Reizungen der benachbarten Knochenflächen und Entzündungen. Dadurch wurde der Wirbelkanal eingeengt und Druck auf die dort verlaufenden Nervenwurzeln ausgeübt. Deshalb strahlen die Schmerzen in die Beine aus.“ Häufig wird Patienten in ähnlichen Situationen eine Versteifungsoperation empfohlen. Dr. Ismail: „Das war bisher die klassische Therapie gegen die Schmerzen. Doch heute können wir anstelle einer Versteifung eine künstliche Bandscheibe in die Lendenwirbelsäule einsetzen und so nicht nur die Schmerzen beseitigen, sondern gleichzeitig auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.“ Laut Dr. Ismail ist die künstliche Bandscheibe heute die bessere Alternative, wenn Patienten wie Rolf B. noch nicht zu alt sind: „Obwohl wir die degenerierte schwarze Bandscheibe entfernen, können wir ihre wichtige Funktion als beweglicher Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern wiederherstellen. Denn die künstliche besteht aus zwei Teilen, die beweglich miteinander verbunden sind. Die oberen und unteren Prothesenteile aus einer gut verträglichen und extrem belastbaren Metalllegierung werden fest in den angrenzenden Wirbelkörpern verankert.“ Der Eingriff unter Vollnarkose dauert etwa 90 Minuten. „Wir operieren dabei von vorne durch einen nur acht Zentimeter kleinen Schnitt in der Bauchdecke“, sagt Dr. Ismail. „Dadurch können wir die Rückenmuskulatur und die Nerven maximal schonen. Nach Abklingen der Narkose können die Patienten bereits aufstehen und laufen, die Schmerzen sind dann in der Regel völlig verschwunden.“ Nach dem fünftägigen Klinikaufenthalt reicht eine ambulante physiotherapeutische Nachbehandlung, um schon nach etwa vier Wochen wieder am Schreibtisch arbeiten zu können. Anstrengende körperliche Tätigkeiten und Sport sind nach etwa drei Monaten wieder erlaubt.
Bandscheibenprothese jetzt auch bei Halswirbelsäulenbeschwerden 
C-MAXX DISCâ„¢
Halswirbelsäulen Bandscheibenprothese
Das Einsetzen künstlicher Bandscheiben hat sich in den letzten Jahren immer weiter durchgesetzt. Inzwischen ist diese moderne Methode sogar an der Halswirbelsäule möglich. „Denn auch die kleinen Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern im Halsbereich können verschleißen und sich durch die häufigen Kopfbewegungen besonders unangenehm bemerkbar machen“, erklärt Neurochirurg Dr. Frank Sommer von der Praxisklinik Dr. Schneiderhan. Der Grund: Die Halswirbelsäule ist viel beweglicher als die Lendenwirbelsäule, Fehlbelastungen und einseitige Haltung führen hier genauso oft zu Beschwerden wie im Kreuz. Die Patienten klagen meist über Beschwerden in der Schulter oder im Nackenbereich und über Schmerzen, die in die Arme ausstrahlen. Das ist ein deutliches Zeichen für einen Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenverschleiß an der Halswirbelsäule. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrensausen (Tinnitus) sind möglich. Hier setzen Dr. Sommer und seine Kollegen bevorzugt das neue C-MAXX DISC (Halswirbelsäule) und L-MAXX DISC (Lendenwirbelsäule) Bandscheibenimplantat ein, um die Funktion der kaputten und entfernten schwarzen Bandscheibe zu ersetzen und zu erhalten. „Gerade an der Halswirbelsäule ist es wegen ihrer hohen Beweglichkeit besonders wichtig, einen weiteren Verschleiß in den Nachbarsegmenten zu vermeiden und sie zu schonen. Der nur vier Zentimeter kleine Minischnitt vorne am Hals liegt immer in einer natürlichen Hautfalte, sodass er später kaum noch zu erkennen ist.“ Wie belastbar eine künstliche Bandscheibe ist, beweisen auch die Beispiele prominenter Leistungssportler wie die Rennrodler Georg Hackl oder Sylke Otto. Beide tragen eine künstliche Bandscheibe in der Halswirbelsäule. Sylke Otto gewann damit sogar Olympia-Gold.
Besonders schonende Dekompression mit MAXXSPINEâ„¢ 
So sitzt das MAXXSPINE™ Interspinöses Implantat zwischen den Wirbelkörpern.
Erkennt der Arzt auf den Kernspinbildern eine noch nicht allzu weit fortgeschrittene Einengung des Wirbelkanals an der Lendenwirbelsäule, kann auch die besonders schonende MAXXSPINE™-Methode helfen. Hier hat Neurochirurg Dr. Sommer mit die meiste Erfahrung in Deutschland. Er erklärt: „Wir setzen das kleine MAXXSPINE™-Implantat zwischen die beiden Dornfortsätze auf der Rückseite der Wirbelsäule ein. Dieses Mini-Implantat drückt die beiden Knochenfortsätze dauerhaft auseinander und verschafft den eingeengten Nerven wieder mehr Platz. Die Schmerzen verschwinden. Der große Vorteil besteht darin, dass der Wirbelkanal bei diesem Eingriff nicht eröffnet werden muss. Das macht die Operation noch schonender und noch sicherer.“ Das Phänomen der schwarzen Bandscheibe wird nach Meinung von Rückenexperte Dr. Schneiderhan unterschätzt und tritt viel öfter auf als vermutet: „Viele Ärzte achten beim Betrachten von Kernspinbildern nur darauf, ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt. Dabei muss man aber bei einer auffälligen schwarzen Bandscheibe auch ohne Vorfall oft operieren, wenn sie Beschwerden verursacht. In unserem hoch spezialisierten Zentrum arbeiten Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen deshalb interdisziplinär zusammen, um die jeweils beste Therapie für jeden Patienten individuell auszuwählen. Denn nahezu jeder Rückenschmerz lässt sich beseitigen. Auch bei der ‚black disc‘.“
von Anja Koutny