Hüftarthrose

"Ohne Tabletten ging es nicht"

04.08.2009 01.jpg Sabine Hackl (45) wünschte sich noch vor etwa einem Jahr nichts sehnlicher, als ruhig und ohne Schmerzen durchzuschlafen. Sie litt an Beschwerden in der Leiste, die bis in die Beine zogen und sich vor allem im Sitzen und Liegen bemerkbar machten. Erst eine Endoprothese brachte Linderung. In Blickpunkt erzählt sie ihre lange Leidensgeschichte und was ihr schließlich dauerhaft half.

Mein Arbeitsalltag bestand aus vielfältigen Tätigkeiten. Als Filialleiterin eines Discounters in München musste ich natürlich auch selbst mit anpacken, wenn Engpässe bestanden. Eigentlich kein Problem für mich, bis ich zunehmende Schmerzen in Leiste und Bein verspürte. Alle Ärzte, die ich aufsuchte, teilten eine Überzeugung: Die Schmerzursache liegt in einer Schädigung der Bandscheiben. Entsprechend dieser Diagnose wählten sie ihre Therapien. Doch Hitzesonden- und Injektionsbehandlungen zeigten nicht die gewünschte Wirkung. Nur schmerzstillende Medikamente machten die Beschwerden für mich erträglich. Am Ende erhielt ich drei Mal pro Woche Kortisonspritzen und nahm zusätzlich Opiate ein. Meine Hausärztin stellte schließlich bei einer Untersuchung erhöhte Eiweißwerte im Urin fest - ein Zeichen für eine Nierenschädigung durch die Schmerzmittel. Sie riet mir zu einer Entgiftung in einer Suchtklinik im Schwarzwald. Doch ich fühlte mich dort fehl am Platz. Alkohol- und Drogenabhängige, die sich dort mit mir in Behandlung befanden, hatten mit anderen Problemen zu kämpfen als ich. Zusätzlich litt ich unter extremen Schmerzen, da ich in der Klinik keinerlei Medikamente erhielt.

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Nach Rücksprache mit meiner Hausärztin brach ich die Therapie ab. Ich entschloss mich, noch einmal einen anderen Orthopäden aufzusuchen. Auf Anraten meiner Ärztin vereinbarte ich einen Termin in der Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen in München. Nach einer gründlichen Anamnese und klinischen Untersuchungen stellten die Mediziner hier fest, dass mein Leiden nicht von der Bandscheibe herrührte. Dr. Dietmar M. Müller, Orthopäde und Spezialist für Endoprothetik, diagnostizierte anhand der Röntgenbilder eine Schädigung des linken Hüftgelenkes. Meine körperlichen Arbeiten im Beruf waren also nicht ohne Folgen geblieben. Wenn LKW neue Waren brachten, habe ich häufig mitgeholfen die schweren Paletten abzuladen.

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Weil der Verschleiß meiner linken Hüfte fortgeschritten war, brauchte ich eine Totalendoprothese (TEP). Dr. Müller riet mir zu einer Kurzschaftprothese. Er erklärte mir, dass dieses Modell einen etwa zwei Drittel kürzeren Schaft als herkömmliche Prothesen hat und sich zementfrei und per Katheter implantieren lässt. Dadurch könnte er mehr meiner eigenen Knochenmasse erhalten und auch die Narben würden weniger klein ausfallen als bei herkömmlichen Operationen. Im November 2008 begab ich mich schließlich zur Operation. Unter Vollnarkose setzte mir Dr. Müller das künstliche Gelenk in nur zwei Stunden ein. Anschließend blieb ich noch zehn Tage in der Klinik. Gleich danach kam ich für drei Wochen zur Reha im Berchtesgadener Land. Nach drei Wochen konnte ich wieder ohne Krücken laufen. Bei Anwendungen in der Gruppe haben mich meine Mitpatientinnen auch auf meine sehr kleine Narbe angesprochen.

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Heute kann ich weiter im Unternehmen arbeiten, werde aber in einem anderen Bereich eingesetzt. Dadurch nimmt die körperliche Arbeit zum Glück ab, sodass ich meine Hüfte nicht mehr unnötig belasten muss. Am meisten freue ich mich auf meinen Urlaub auf der spanischen Insel La Gomera, den ich für Herbst 2009 gebucht habe. Hier habe ich mir fest vorgenommen, wieder meiner größten Leidenschaft nachzugehen: dem Wandern auf meiner absoluten Lieblingsinsel!

Stichwort: Hüftarthrose
Hüftarthrose ist eine Erkrankung, bei der die knorpeltragende Schicht des Hüftgelenks zunehmend dünner wird, bis es in einem fortgeschrittenen Stadium zu einem unmittelbaren Knochenkontakt zwischen Hüftkopf und Pfanne kommt. Etwa 80 Prozent der über 50-Jährigen in Deutschland haben eine degenerative Veränderungen des Hüftgelenks. Ursachen sind eine Abnutzung oder frühere Verletzungen des Gelenks, Beinlängendifferenz und Übergewicht. Schmerz und Vermeidung von bestimmten Bewegungen führen dazu, dass die Kapsel des Hüftgelenkes schrumpft und sich die Muskulatur des Hüftegelenkes verkürzt. An den Rändern des Hüftkopfes und der Pfanne bilden sich knöcherne Randanbauten. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche des Gelenks. Der Körper versucht den Druck auf das Gelenk zu reduzieren. Es kommt zu einer Deformierung des Gelenks und eine Aufhebung des Gelenkspalts. Die Rotationsfähigkeit des Hüftgelenkes geht als erstes verloren. Die Patienten haben Schwierigkeiten, sich die Schuhe zu binden. Die Lebensqualität lässt nach.

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