Die Wirbelsäule ist oft Auslöser

Schmerzen im Bein? Dann lassen Sie den Rücken untersuchen!

18.08.2009 Kopfweh, Schwindel, Taubheitsgefühle - dahinter vermutet kaum einer eine Erkrankung der Wirbelsäule. Doch zahlreiche Beschwerden hängen direkt mit Rückenproblemen zusammen. Der Münchner Wirbelsäulenspezialist Dr. Reinhard Schneiderhan erklärt fünf häufige Symptome sowie deren Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

  • Schwindel und Migräne: Hinter Schwindel können Bandscheibenvorfälle oder abgenutzte Gelenke an der Halswirbelsäule stecken. Auch Kopfschmerz entsteht manchmal durch ausgetretenes Bandscheibengewebe, das Nerven einklemmt. Für die engen und schwer zugänglichen Bereiche zwischen den Wirbelkörpern bieten sich minimalinvasive Therapien wie Mikrolaser-, Hitzesonde- oder Katheterbehandlung an, die die Beschwerden anhaltend zum Verschwinden bringen.
  • Schmerzen in Bein und Fuß: Ziehen Schmerzen bis in die Füße, liegt oft eine Einengung des Ischiasnervs vor, der sich vom Lendenwirbelbereich bis in die Füße erstreckt. In leichten Fällen helfen Wärmebehandlungen wie z.B. Fangopackungen. In schweren Fällen erzielt die Mikrolaserbehandlung besonders gute Ergebnisse. Als weitere Möglichkeit kommt bei ausgeprägtem Gelenkverschleiß die Hitzesondetherapie in Betracht.
Gleitwirbel können versteift werden
Schmerzen im Oberschenkel lassen an Spondylolisthesis denken. Dabei rutschen ein oder mehrere Wirbel aus ihrer Position heraus. Bleiben nach konservativer Behandlung Beschwerden, hilft eine Injektionstherapie, die die Schmerzreize unterbindet. Versteifungsoperationen stellen den richtigen Abstand der Wirbelkörper wieder her.
01.jpgVor der Behandlung von Wirbelsäulenproblemen steht die genaue Diagnose durch den Orthopäden
  • Einschränkung der Beweglichkeit: Plötzliche, unerträgliche Schmerzen im Wirbelsäulenbereich machen oft Alltagstätigkeiten unmöglich. Schuld trägt meist der Lumbago oder Hexenschuss (Hilfe siehe unten). Auch Bandscheibenvorwölbungen, die auf die Nerven drücken, verursachen starke Bewegungseinschränkungen. Ausgetretenes Gewebe verdampft hier der Mikrolaser.
  • Taubheit : Fühlen sich Arme oder Hände plötzlich taub an, liegen meist Verspannungen, Abnutzungserscheinungen oder Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbelsäule vor.
Bandscheiben lassen sich nachzüchten
Degenerierte Bandscheiben lassen sich heute im Labor nach einer Entnahme von Zellen des Patienten nachzüchten. Das neugewonnene Zellmaterial wird anschließend an die entsprechende Stelle gespritzt und die Puffer funktionieren wieder.
  • Beschwerden beim Gehen: Treten beim Gehen Schmerzen auf, die durch Vorbeugen oder Hinsetzen verschwinden, liegt der Verdacht auf eine Verengung des Wirbelkanals durch natürlichen Verschleiß nahe. In leichten Fällen schaffen Krankengymnastik oder Injektionen Abhilfe. Erweist sich der Spinalkanal als verengt, ermöglicht das MAXXSPINE-Verfahren einen schonenden Eingriff mit kleinen Schnitten. Dabei wird ein Implantat zwischen die Wirbel gesetzt, das diese auseinanderdrückt und den eingeengten Nerven wieder Platz verschafft. Die Beweglichkeit bleibt erhalten. Natürlich deuten Gehbeschwerden auch auf andere, ernste Erkrankungen hin. Ein Arztbesuch ist deshalb immer ratsam.
Erste Hilfe bei einem Hexenschuss
Bei starken Schmerzen im Wirbelsäulenbereich auf den Rücken legen, die Unterschenkel auf einem Stuhl platzieren und etwa zehn Minuten liegen bleiben. So entspannt sich die Lendenwirbelsäule und nimmt den Druck von den unteren Bandscheiben. Gut tun auch Wärmekissen oder-flaschen.

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