Was tun bei Rückenschmerzen?

29.09.2009 01.jpg
Im Rücken zwickt, sticht oder schmerzt es. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus Taufkirchen bei München, erklärt, was zutun ist.

Reader's Digest: Wann sind Rückenschmerzen ein Fall für den Arzt?
Dr. Reinhard Schneiderhan: Wenn sie so stark sind, dass der Patient sich kaum mehr selbstständig bewegen kann, sich hinlegen oder wegen der Schmerzen eine Entlastungshaltung einehmen muss. Daselbe gilt, wenn Ausfallerscheinungen, ein pelziges Gefühl oder gar Blasen- und Darmstörungen auftreten.

RD: Was kann man selbst gegen akute Schmerzen tun?
Schneiderhan: Zum Beispiel im Liegen mehrere Polster unter die Unterschenkel legen, um die Wirbelsäule zu entlasten. Auch Wärme sowie Schmerzmittel können Linderung bringen. Länger als vier Tage sollten Sie letztere aber nicht einnehmen.

RD: Was hilft bei chronischen Schmerzen?
Schneiderhan: Zunächst gilt es, die Ursache abzuklären. Oft ist es notwendig, Experten unterschiedlicher Disziplinen hinzuzuziehen: Fachärzte für Neurologie, Orthopädie und Radiologie, aber auch Psychotherapeuten sind geeignete Ansprechpartner. Empfehlenswert ist auch der Besuch in einem interdisziplinären Zentrum, welches auf chronische Rückenschmerzen spezialisiert ist.

02.jpgRD: Warum einen Psychotherapeuten hinzuziehen?
Schneiderhan: Insbesondere wenn Schmerzen chronisch werden, ist in den meisten Fällen die Psyche beteiligt. Aus diesem Grund kann die Unterstützung durch einen Psychotherapeuten sehr hilfreich bei der Behandlung sein.

RD: Wie beugt man Rückenschmerzen am besten vor?
Schneiderhan: Durch regelmäßige Bewegung. Als Sportarten eignen sich beispielsweise Rückenschwimmen und Nordic Walking. Auch ein individuell abgestimmtes und fachlich angeleitetes Rückentraining ist zu empfehlen.

Kontakt

Haben Sie Fragen?

Hotline zum Kontaktformular Patientenforum Sie fragen – unsere Experten anworten.