Vor dem Training empfiehlt sich ein Gesundheitscheck

Experte Reinhard Schneiderhan aus Taufkirchen beantwortet die wichtigsten Fragen zur sportmedizinischen Untersuchung

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Dass eine sportmedizinische Untersuchung nur Sinn für Hochleistungssportler macht, ist ein Irrtum, der sich hartnäckig hält. Tatsächlich wird so eine Untersuchung generell jedem empfohlen, der ein intensives Trainingsprogramm aufnehmen möchte. Die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet Reinhard Schneiderhan, Orthopäde, Sportmediziner und Wirbelsäulenspezialist, der eine Praxis in Taufkirchen leitet.

Herr Dr. Schneiderhan, wozu ist eine sportmedizinische Untersuchung überhaupt gut?

Sie liefert ausführliche Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand eines Menschen und über seine körperliche Leistungsfähigkeit. Außerdem fördert sie zutage, ob Risikofaktoren vorliegen, zum Beispiel erhöhter Blutcjruck unter sportlicher Belastung. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist ein wichtiger Baustein bei der Gestaltung des künftigen Trainingskonzepts.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

Wenn ich an all die Supersportathleten denke, die plötzlich tot auf dem Spielfeld liegen, kann ich nur betonen: Es sollte sich jeder sportmedizinisch untersuchen lassen. Ganz egal, ob Jung oder Alt.

Für wen empfiehlt es sich besonders?

Für alle, die länger keinen Sport betrieben haben, ihr Training zum ersten Mal beginnen beziehungsweise deutlich intensivieren wollen. Aber auch für Menschen, bei denen ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen, wie etwa Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheiten und so weiter.

Wo kann man so eine sportmedizinische Untersuchung durchführen lassen?

Bei allen niedergelassenen Ärzten, die die Zusatzbezeichnung Sportmedizin führen. In der Regel sind das Internisten und Orthopäden. Dabei nimmt der Internist Herz, Kreislauf und Lunge genauer unter die Lupe, der Orthopäde die Gelenke und deren Beweglichkeit sowie die Wirbelsäule samt Statik und Muskulatur. Ebenfalls beurteilt wird die gesamte Bandführung, und ob der Kapsel-Band-Apparat stabil ist. Ein besonderes Augenmerk gelegt wird auf eventuell vorhandene Bewegungseinschränkungen und andere Schwachstellen und auch darauf, ob frühere Verletzungen vorliegen und wie diese verheilt sind.

Wie lange dauert so eine Untersuchung und mit welchen Kosten muss man rechnen?

Wenn man von der reinen Untersuchungszeit ohne zusätzliche Diagnoseverfahren ausgeht, dauert der orthopädische Anteil etwa 20 Minuten und kostet um die 50 Euro.

Übernimmt das die Kasse?

Nein. Es kann aber nicht schaden, bei seiner Kasse nachzufragen, ob nicht wenigstens ein Zuschuss drin ist.

Das Gespräch führte Cornelia Schönhardt

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