"Ich hatte mich schon mit einem Leben in ewigem Schmerz abgefunden..."

Jahrelang quälte Manu P. ein sogenannter Gleitwirbel im Rücken. Bei üblichen OP-Methoden drohte bislang eine Querschnittslähmung

19.01.2010 Die junge Frau musste wegen ihres Rückenleidens ihr Hobby und sogar ihren Beruf aufgeben. Für immer, hatte sie befürchtet
01.jpgDr. Samer Ismail erklärt Manu die Operations-Methode
„Still sitzen konnte ich nie, Sport gehörte einfach zu meinem Leben“, erinnert sich Manuela Pettinger (42). Doch nach der Geburt ihres zweiten Sohnes vor 15 Jahren bleibt keine Zeit mehr für ihr Sportprogramm, die Familie steht nun an erster Stelle. Vor neun Jahren dann beginnt der Leidensweg. „Ein bis dahin unbekannter Schmerz durchzog plötzlich meinen Rücken“, erzählt die zweifache Mutter. „Anfänglich zwickte es nur. Ich habe mir nichts dabei gedacht, es einfach ignoriert.“ Kurzzeitige Linderung bringen Gerätetraining im Fitness-Studio und vom Arzt verordnete Krankengymnastik.
Dennoch: Langfristige Besserung will sich nicht einstellen, Manus Beschwerden verschlimmern sich nach einiger Zeit sogar wieder. „Selbst Heben oder Gartenarbeit fielen mir immer schwerer.“ Mit 34 Jahren muss die junge Frau wegen der unerträglichen Qualen sogar ihren Beruf als Friseurin aufgeben.

Ärzte warnten vor Risiko-Operationen

02.jpgKaputte Bandscheiben werden durch Implantate ersetzt, die Wirbel mit Schrauben fixiert
Bei jeder Bewegung zieht der Schmerz bis in die Beine, Sitzen und Liegen bereiten ihr immer größere Probleme.
Eine wahre Arzt-Odyssee beginnt. Orthopäden und Schmerztherapeuten stellen viele verschiedene Diagnosen, selbst ein einwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik führt zu keinem Erfolg. Mehrere Mediziner raten Manu zu einer Opera tion, aber davor hatte die ehemals so sportliche Frau zu große Angst: „Ein Arzt sagte mir sogar, dass ich nach einer Operation mit 90-prozen tiger Wahrschein lichkeit im Rollstuhl landen würde.“ Ein Schock für die lebenslustige Frau aus München. Sie entschließt sich, lieber die Schmerzen zu ertragen, als die Folge-schäden einer OP zu riskieren. Doch irgendwann bricht Manuela Pettinger seelisch fast zusammen, als sie nicht einmal mehr die zwei Minuten zur nächsten Bahnstation gehen kann: „So wollte ich nicht mehr!“
Durch eine Bekannte erfährt Manu von der Praxisklinik von Dr. Reinhard Schneiderhan in München. Im September 2008 hat sie dort einen Termin beim Neurochirurgen Dr. Samer Ismail. Schnell steht seine
Diagnose fest: ein angeborener Gleitwirbel!
Bislang hielt Manus einst so gut trainierte Rückenmuskulatur den Wirbel fest an seinem Standort. Durch die erschlaffte Muskulatur glitt der Wirbel jedoch aus seiner ursprünglichen Position nach vorn, drückt nun auf die umliegenden Nerven und nagt an der benachbarten Bandscheibe.

Nur ein kleiner Schnitt ist nötig

03.jpgBei der Physiotherapie nach der OP stärkt Manuela Pettinger ganz gezielt vor allem ihre Bauch- und seitliche Rumpfmuskulatur - denn die zusammen bilden ein "Stützkorsett" für die Wirbelsäule
Drei Monate nach der Untersuchung wagt Manu endlich die OP: Bei der in der Praxisklinik angewandten sogenannten TLIF-Methode, die übrigens von den Krankenkassen bezahlt wird, setzen die Ärzte nur einen kleinen Schnitt über der Wirbelsäule und öffnen den Wirbelkanal. „Mit feinen Instrumenten entfernen wir die defekte Bandscheibe und entlasten so den eingeklemmten Nerv“, erklärt Dr. Ismail. „Dann bringen wir den verrutschten Wirbel in die korrekte Position und füllen den leeren Bandscheibenraum mit Kunststoff-Titan-Implantaten. Mit Schrauben werden die Wirbel stabilisiert und verwachsen in der richtigen Stellung.“
Nach nur sechs Tagen in der Klinik war die ehemalige Friseurin endlich schmerzfrei. Und die anschließende Krankengymnastik und gezielte Stärkung der Bauchmuskulatur brachten Manu schnell wieder auf die Beine: „Ich hatte mich schon mit einem Leben in ewigem Schmerz abgefunden - doch dann traf ich Dr. Ismail. Ich bin überglücklich, sogar Sport kann ich heute wieder machen!"

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