"Mit meinem neuen Hüftgelenk kann ich sogar tanzen gehen"

Seit ihrer Kindheit hatte Irmgard Fröba (62) Schmerzen, weil ihre Beine unterschiedlich lang sind. Später konnte sie kaum noch laufen

19.01.2010
02.jpgNicht immer muss bei Hülftverschleiß ein neues Gelenk implantiert werden. Sind die Schäden eher leicht, lassen sie sich neuerdings auch mit sanfteren Verfahren reparieren.
In den letzten sieben Jahren litt Irmgard Fröba unter Dauerschmerzen im Hüftbereich. Vor allem bei der Arbeit im Büro des familieneigenen Bauunternehmens machten ihr die Beschwerden zu schaffen, da langes Sitzen nahezu unmöglich war. Im März 2009 passierte es dann: Irmgard Fröba reiste mit ihrem Mann zu einer Messe nach München. Im Hotelzimmer angekommen, zeigten sich plötzlich starke Schmerzen, die jede Bewegung unmöglich machten.
„Es ging einfach gar nichts mehr“, erzählt die 62-Jährige. Sie ergriff die Gelegenheit, um die Praxisklinik Dr. Schneiderhan in München zu kontaktieren, über die sie sich bereits im Zuge ihrer bisherigen Arztsuche informiert hatte. Zwei Tage später nahm sie einen ersten Termin wahr. Dr. Dietmar Müller, Orthopäde in der Klinik, untersuchte die Patientin und stellte fest, dass ihre Beschwerden nicht von den Bandscheiben, sondern von der Hüfte herrührten. In ihrem linken Hüftgelenk zeigte sich eine schwere Arthrose, bei der auch der Hüftkopf starke Verschleißerscheinungen aufwies. Zusätzlich stellte Dr. Müller eine Beinlängen-Differenz von zwei Zentimetern fest. „Bereits im Alter von drei Jahren hatte ich einen kleinen Unfall mit dem Kinderwagen, der eine Schädigung der Hüfte nach sich zog“, erinnert sich Irmgard Fröba.

Hüftprobleme schon als Kind

01.jpgVoll beweglich: Das neue Hüftgelenk hat der Patientin zu einem besseren Leben verholfen
„Etwa zehn Prozent aller Hüftprothesen, die wir einsetzen, lassen sich auf Hüftprobleme in der Kindheit zurückführen“, berichtet Dr. Müller. „Falsche Position von Hüftkopf und -pfanne wie bei fehlangelegten Hüftgelenken oder nach Durchblutungsstörungen in der Kindheit fordern schnelleren Verschleiß." Nach der Diagnose schlug der Orthopäde eine Operation vor, bei der er ein künstliches Hüftgelenk einsetzen sowie die Beinlängen-Unterschiede ausgleichen würde.
Irmgard Fröba begab sich am 17. April zum Operationstermin in die Praxisklinik. In einer circa zweieinhalbstündigen Operation ersetzte Dr. Müller ihre linke Hüfte durch eine Prothese. Zusätzlich glich er die Beinlängen aus, um zukünftig die Belastungen gleichmäßig auf beide Hüftgelenke zu verteilen. „Aufgrund des starken Verschleißes mussten wir die Prothese während der Operation wiederholt anpassen und die Hüftpfanne neu anlegen, um eine optimale Lage und Beweglichkeit zu erreichen“, sagt der Orthopäde.
Irmgard Fröba kam daraufhin in eine Reha. Heute ist sie schmerzfrei. Lediglich bei längeren Laufstrecken nutzt sie noch eine Gehstütze.

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