Höchstleistungen von den Bandscheiben
Rücken als Problemzone des Handballers - Neue Behandlungsmethoden bei Verletzungen

Regelmäßiger Sport gilt als gute Vorbeugung gegen jede Art von Rückenbeschwerden. Doch immer wieder zeugen Schlagzeilen in Zeitungen von prominenten Sportlern mit Wirbelsäulenproblemen. So erlitt beispielsweise Kroatiens Superstar und Spielmacher Ivano Balte vor nicht allzu langer Zeit einen Bandscheibenvorfall. Glücklicherweise konnte er jedoch rechtzeitig zur Weltmeisterschaft in seiner Heimat wieder aufs Spielfeld zurückkehren.Dr. Reinhard Schneiderhan, Wirbelsäulenspezialist und Orthopäde aus München, kennt die Probleme von Sportlern, insbesondere Handballern: „Bei sportlicher Betätigung kommt es vor allem auf das richtige Maß an.
Gerade im Leistungsbereich überwiegen häufig belastende Faktoren gegenüber den stärkenden.“
Beim Handball sorgen kurze Sprints und schnelle Richtungswechsel für Erschütterungen in der Wirbelsäule und erfordern von den Bandscheiben Höchstleistungen, um die Stöße abzufangen. Besonders bei körperbtonten Sportarten besteht zudem auch für junge Spieler ein Risiko von Bandscheibenwölbungen und -vorfällen.
Neue Methoden
Egal ob Profi oder Hobbyspieler: In den meisten Fällen kehren Handballer nach einer Behandlung des Bandscheibenvorfalls wieder zum aktiven Sport zurück.
Wenn konservative Methoden wie Physiotherapie keine Wirkung zeigen, stehen verschiedene minimalinvasive Methoden zur Verfügung. Im Gegensatz zu offenen Operationen erfordern diese Verfahren lediglich Eingriffe mit einer kleinen Punktionsnadel. So führen Wirbelsäulenexperten bei der Kathetertechnik eine feine Sonde direkt an die betroffene Bandscheibe. Dort injizieren sie einen individuell abgestimmten Medikamenten-Mix, der Schmerzen und Entzündungen hemmt.
Konzentrierte Kochsalzlösung bewirkt eine Schrumpfung des Gewebes und spezielle Enzyme lösen rückenmarksnahe Vernarbungen und Verklebungen.
Bei der 2/4 Mikrolaserbehandlung leiten Ärzte eine feine Glasfaser durch die Haut zum Bandscheibenvorfall. Mithilfe von Laserenergie schrumpft das überstehende Gewebe und entlastet dadurch den Nerv. Darüber hinaus verschließen sich kleine Risse im Faserring der Bandscheibe. Stationäre Aufenthalte und Rehabilitationszeiten verkürzen sich gegenüber herkömmlichen Verfahren deutlich. Im Anschluss an die Behandlung erfolgt eine indivi-duell abgestimmte Physiotherapie, um die geschwächte Muskulatur wieder aufzubauen.
Gezieltes Training
Regelmäßiges Training beugt Bandscheibenvorfällen vor. Um Rückenverletzungen vorzubeugen, eignet sich zudem ein gezieltes und abwechslungsreiches Muskulaturtraining auch abseits des Spielfeldes, beispielsweise mit verschiedenen rückenschonenden und -stärkenden Bodenübungen.
Dabei sollten Handballer nicht nur die Rückenpartie, sondern auch Bauch-, Nacken- und Schulterbereich mit einbeziehen. Dr. Schneiderhan empfiehlt:
Bauchübung: Rückenlage, Beine auf einem Stuhl ablegen. Kopf und Schultern vom Boden abheben, Arme seitlich vom Körper anheben, Handrücken zeigt zum Körper. In der Vorwärtsbewegung bei gestreckten Armen die Hände an den Beinen vorbeischieben.Rückenübung: Vierfüßlerstand, Ellenbogen leicht gebeugt, Kopf gerade halten. Linkes Bein und rechten Arm anheben und in Längsrichtung möglichst gerade ausstrecken, Daumen zeigt nach oben.
Rücken, Nacken, Schulter: Aufrecht sitzen oder stehen, Rücken gerade, Beine hüftbreit, Kopf nach vorne beugen. Mit einem Arm den Kopf sanft zur Seite neigen, mit dem anderen Arm die Schulter zum Boden ziehen.
