Wer sorgt für gesunde Knochen und Gelenke?

23.02.2010 Sie sind die Schwachpunkte unseres Körpers: die Gelenke! Denn sie nutzen sich ab. Die Knorpelflächen im Inneren der Gelenke bilden sich zurück. Je nach Belastung und Veranlagung beim einen früher, beim anderen später. Dann spricht man von Arthrose. Deshalb tun nahezu jedem über 50 irgendwann Knie, Hüfte, Schulter, Hände oder Füße weh. Was die meisten gar nicht wissen: Auch die Wirbelsäule ist betroffen. Denn jeder einzelne der 24 beweglichen Wirbelknochen ist über kleine Gelenke links und rechts mit den ober- und unterhalb liegenden Nachbarwirbeln verbunden. Macht gleich mal 48 zusätzliche Gelenke. Auch die bleiben von Arthrose leider nicht verschont.
Wenn also beim Treppabsteigen das Knie wehtut, auf längeren Spaziergängen die Hüfte Probleme macht, wenn man den Arm nicht mehr hochheben oder sich vor Rückenschmerzen nicht mehr bücken kann, droht Arthrose-Gefahr.
Oft kündigt sie sich schon an, bevor massive Schmerzen auftreten. Frühwarnzeichen können zum Beispiel dann vorliegen, wenn einem morgens jede Bewegung schwerfällt, weil sich die Gelenke irgendwie steif anfühlen. Auch wenn das tagsüber meist wieder vergeht.
Dann ist es höchste Zeit, etwas für seine Gelenke zu tun. Die konservativen Orthopäden (das sind die, die nicht operieren) wissen, wie man auch bereits angegriffene Gelenke länger junghalten
kann. Ein vernünftiges Muskelaufbau- und Kräftigungstraining beim Physiotherapeuten ist in der Lage, die Muskulatur so zu stärken, dass sie die Belastungen von den Gelenken nimmt. Trotz intensiver Bewegung werden dann Knie und Hüfte geschont. Dazu kommen Koordinationsübungen. Dabei lernt der Patient, mit dem Kopf die Muskeln richtig einzusetzen.
Wenn Schmerzen auftreten, setzten konservative Orthopäden durchaus auch Medikamente oder Schmerzmittel ein. Manche verfügen auch über geniale Injektionstechniken. Mit Chirotherapie lösen sie Blockierungen. Das wirkt manchmal Wunder.
Die wohltuende Osteopathie wird dagegen von den Kassen nur sehr unzureichend bezahlt, weil sie viel Zeit benötigt. Deshalb gibt es diese wirksame Therapie meist nur für Privatpatienten oder Selbstzahler.
Jeder Patient kann aber auch vieles selbst gegen Arthrose tun. So ist es zum Beispiel wichtig, ein normales Körpergewicht zu halten und nötigenfalls abzunehmen. Jedes einzelne Kilo weniger verlängert die Lebensdauer des Knorpelgewebes im Gelenk.
Parallel empfiehlt sich Krankengymnastik. Die gibt es auf Rezept. Alle Übungen müssen natürlich individuell auf den Einzelfall abgestimmt werden. Ärzte und Physiotherapeuten zeigen ihren Patienten genau, welche Programme und Bewegungen für sie geeignet sind und welche Übungen man selbst zu Hause durchführen kann.
Leider kann selbst der beste Arzt die Arthrose immer noch nicht heilen. Schreitet sie weiter fort, ist vielleicht doch irgendwann ein künstliches Gelenk nötig. Aber bis es so weit ist, kann jeder das Fortschreiten der Arthrose zumindest verlangsamen. Und was noch viel wichtiger ist: Wenn man nur früh genug damit beginnt, kann jeder das Entstehen einer Arthrose besonders weit hinausschieben und manchmal sogar ganz verhindern.

01.jpgDr. Alexander Sigel
Viel Erfahrung in der konservativen Behandlugn von Rückenschmerzen, Injektionstherapien, Diagnostik und Behandlung von Arthrose aller Gelenke, manuelle Verfahren.

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