Wintersporttrends im Test

Rückenfreundlicher Spaß im Schnee

25.02.2010 Auch in dieser Saison stürzen sich Freunde der kalten Jahreszeit wieder begeistert ins verschneite Vergnügen. Dabei gibt es mittlerweile viele Trendsportarten, die über reines Skifahren hinausgehen. Oft unterschätzen jedoch insbesondere Anfänger gesundheitliche Risiken der Wintersportvarianten, so auch für den Rücken. Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga, untersucht deshalb die beliebtesten Sportarten auf ihre Rücken-freundlichkeit.Snowboard01.jpgMit Sicherheit bergab: Gerade junge Skifreunde tauschen zwei Bretter lieber gegen ein Snowboard, bevor es rasant ins Tal geht. Bei allem Spaß entstehen durch Unachtsamkeit aber leicht Unfälle. „Wer sich verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll verhält, riskiert weniger Knochenbrüche und schont seine Wirbelsäule“, sagt Dr. Schneiderhan. Wie beim Alpinski leisten die Bandscheiben beachtliche Arbeit und erfahren außerordentliche Beanspruchung. Da insbesondere Anfänger noch häufig stürzen, lohnt sich die Anschaffung eines speziellen Rückenprotektors. Dieser aus flexiblen Hartplastikelementen bestehende Schutz bietet der empfindlichen Wirbelsäule genügend Sicherheit und beugt zusätzlich Unterkühlung vor.

Snowbiken
Risikoarmer Trendsport: Wer sich auf Skibrettern oder Boards noch nicht sicher fühlt, findet im leicht erlernbaren Snowbiken eine sichere Alternative. Auf einem fahrradähnlichen Gefährt sitzend, lassen sich Richtung und Geschwindigkeit mithilfe von Kurzski und Gewichtsverlagerung bestimmen. „Stöße und Unebenheiten der Piste fängt das Bike gut ab und schont somit die Gelenke und Bandscheiben. Gleichzeitig trainiert es die Muskeln des Bewegungsapparates und gilt als sehr risikoarm“, erläutert der Experte.

Schlittschuhlaufen02.jpgHeiß auf Eis: Kinder und Erwachsene gleichermaßen lieben es frostig. Wer mit Schlittschuhen über zugefrorene Flächen saust, arbeitet aktiv an seiner Koordination und kräftigt neben Beinen und Bauch die Rückenmuskulatur. „Eislaufen schont die Wirbelsäule und sorgt für eine verbesserte Haltung“, erklärt Dr. Schneiderhan. Doch Achtung: Ungenügende Aufwärmphasen begünstigen kältebedingte Zerrungen. Verletzungen entstehen meist durch einen Zusammenprall oder Sturz, also besonders aufmerksam bleiben.

Schlittenfahren
Vorsicht bei voller Fahrt: Sportliches Vergnügen für die ganze Familie bietet klassisches Rodeln. Zwar stärkt es Kondition und Muskelkorsett, doch drohen Unfälle. Daher unbedingt vorausschauend rodeln und unebene Strecken meiden. Auch die Wirbelsäule erfährt Stauchungen, die in ihrer Intensität mitunter einem Schleudertrauma ähneln. Bei bereits bestehenden Rückenproblemen befürwortet Dr. Schneiderhan eine Untersuchung durch einen Orthopäden. Tipp: auf einen guten Schlitten achten. Körpergeformte Modelle aus Holz federn Erschütterungen besser ab als solche aus Plastik.

Eisstockschießen
Fitness für Kopf und Körper: Wachsender Beliebtheit erfreut sich dieses auch als Curling bekannte Strategiespiel. Hoch konzentriert schieben die Spieler 18 Kilo schwere Steine über das Eis und geraten dabei ganz schön ins Schwitzen. „Da eine Partie oft mehrere Stunden dauert, erfordert der Sport entsprechendes Aufbautraining“, weiß Dr. Schneiderhan.

Egal welche Disziplin den Vorzug erhält: Mit entsprechender Umsicht lassen sich die meisten Wintersportarten entspannt und rückenschonend genießen. Um Verletzungen generell vorzubeugen, sollte im Vorfeld zusätzlich immer eine Vorbereitung erfolgen. Regelmäßige Skigymnastik ist hier für alle Trendsportarten eine optimale Vorarbeit, da sie sowohl alle relevanten Muskelgruppen trainiert als auch Fitness und Beweglichkeit insgesamt verbessert.

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