Die große Rücken-Sprechstunde

Diese fünf Therapien sollten sich Patienten auf die Fahne schreiben Wichtig: bei Schmerzen schnell gegensteuernDeutschland ist Europameister! Nicht im Fußball, sondern beim Rückenschmerz. 70 Prozent der Bundesbürger leiden jedes Jahr darunter, bei 15 Millionen ist er chronisch. Das ergab kürzlich eine Umfrage der Europäischen Chiropraktiker Union in England. Jeder zweite Arztbesuch und jede dritte Krankschreibung gehen hierzulande auf das quälende Ziehen im Kreuz zurück. Das verursacht jährlich Kosten von 50 Milliarden Euro, so das Helmholtz Zentrum in München.
Ein Vermögen. Aber ist es gut angelegt? Eher nicht. Zum Beispiel nehmen teure Eingriffe an den Bandscheiben oder der Lendenwirbelsäule seit Jahren zu. „Das liegt zum Teil daran, dass wir mehr ältere Patienten haben", so Dr. Reinhard Schneiderhan, 49, Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga in München. „Fakt ist aber auch: Es wird zu oft und zu schnell operiert." Also: Geld verschwendet. Prof. Gerd Glaeske, 64, Gesundheitsökonom der Universität Bremen, geht noch weiter: „Es gibt kein umfassendes Versorgungskonzept für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen", kritisiert er.
Der Chirurg
Dr. Reinhard Schneiderhan, Facharzt für Orthopädie in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga
Erschreckende Zahlen - doch mit einer geeigneten Therapie können viele das Etikett "Rückenpatient" loswerdenFAZIT: Erst wenn konservative Methoden nicht helfen oder neurologische Störungen auftauchen, ist eine - mini mal invasive - OP nötig.
