Heute hat sie wieder Spaß am Leben
Anneliese Niederreiner (49) war von den Ärzten aufgegeben.

Dackel Purzel lächelt zufrieden. Endlich kann sein Frauchen wieder jeden Tag mit ihm Gassi gehen"Schlimm war für mich, dass meine Kollegen mir nicht glaubten, mich als Simulantin hinstellten. Es gab ja auch nie eine richtige Diagnose." Das belastete die Finanzbeamtin zusätzlich, so dass sie sich regelrecht zur Arbeit quälte. Doch selbst im Haushalt war sie auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. "Geschirrspüler ausräumen, Gartenarbeit oder mit meinem Hund Purzel spazieren gehen, all diese Dinge konnte ich einfach nicht mehr erledigen", erinnert sie sich.
Zweimal die Wcohe renkte ein Orthopäde ihre Wirbel wieder ein und behandelte sie mit starken Schmerzmedikamenten. Im November letzten Jahres dann die Hiobsbotschaft: Ihr Arzt erklärte Anneliese Niederreiner für arbeitsunfähig und austherapiert.
Arbeitsunfähig und austherapiert
Noch vor kurzem konnte Anneliese Niederreiner nicht mal einen Teller halten"Leider brechen viele Mediziner nach erfolglosen Therapiemaßnahmen die Behandlungen ab und verabreichen als letzte Möglichkeit starke Medikamente", weiß Dr. Ismail. "Dabei stellt die elektrische Rückenmarksstimulation, kurz SCS genannt (s. unten), eine wertvolle Alternative dar." Anwendung findet der sogenannte Schmerzschrittmacher bei Nervenschmerzen, Arthrose, Phantom- oder Stumpfschmerzen und bei chronischen Rückenschmerzen.
Den Alltag endlich wieder genießen
Der Schmerzschrittmacher gab auch Anneliese Niederreiner die Lebensqualität zurück. "Alles, was vorher nicht mehr möglich war, kann ich jetzt wieder machen. Ich gehe arbeiten und habe wieder Spaß am Leben. Das freut meinen Mann, aber auch meinen Dackel, mit dem ich endlich wieder spazieren gehen kann", strahlt sie überglücklich.Info Schmerz-Schrittmacher (SCS)
Im ersten Operationsschritt lokalisiert der erfahrene Neurochirurg unter ständiger Kommunikation mit der Patientin den Schmerzherd. Nachdem er zwei Elektroden punktgenau platziert hat, verbindet er diese im nächsten Schritt mit einem kleinen Impulsgeber, dem Schmerzschrittmacher, den er in einer Hauttasche implantiert. Ähnlich einem Herzschrittmacher, gibt dieser schwache elektrische Impulse direkt an das Rückenmark ab und unterbricht somit die Schmerzweiterleitung an das Gehirn. Bei erfolgreicher Behandlung liegt die Schmerzlinderung bei 75 Prozent.
