Wie ich wieder auf die Beine kam
Junge Frau (23) von Rücken-Martyrium erlöst

Drei Monate sind seit der OP vergangen - mittlerweile kann Nicole Ittlinger sogar wieder Billard spielenVon wegen, Rückenschmerzen treffen nur Ältere. Mit 17 sitzt Nicole Ittlinger das erste Mal beim Orthopäden. Im Laufe der Jahre sucht sie Rat bei insgesamt 13 Fachärzten - vergeblich. "Die Schmerzen wurden immer schlimmer, aber keiner konnte mir helfen", sagt sie. Die Röntgenbilder zeigen: Die Wirbelsäule der jungen Frau ist geschädigt und stark abgenutzt - untypisch für ihr Alter.
Doch alle Therapieversuche der Ärzte scheitern. Jahrelang geht Nicole Ittlinger zur Krankengymnastik, aber auch das bringt nichts. "Meine Angst, ein Leben lang unter Rückenschmerzen leiden zu müssen, wurde immer größer", sagt die 23-Jährige. Zwei Mal schöpft sie neue Hoffnung, doch auch die wird zunichte gemacht: Weder die lang erwartete Operation an der Lendenwirbelsäule noch die nachfolgende Behandlung mit dem Wirbelsäulenkatheter bringen Besserung."
"Mein großes Hobby, das Reiten, hatte ich längst aufgegeben", erzähltl Ittlinger. Mit Freunden spielt sie gerne Billard, aber selbst das wird zur Tortur. Ohne Schmerzmittel hält sie die Qualen kaum mehr aus: "Ich hatte immer Tabletten dabei und ständige Angst vor einer Attacke."
Neurochirurg Dr. Samer Ismail mit seiner jungen Patientin in der Praxisklinik Dr. Schneiderhan und KollegenIn einer zweistündigen Operation entfernen die Ärzte der jungen Frau die verschlissene Bandscheibe und setzen zwei Prothesen ein - sie verhindern, dass die Wirbel schmerzhaft aufeinanderreiben. Schon am Tag nach der OP kann Nicole Ittlinger ihr Glück kaum fassen: "Mich überkam seit langer Zeit wieder ein Gefühl von Zuversicht." Mittlerweile sind drei Monate vergangen. Für Nicole geht es seit dem Eingriff stetig bergauf: Sie arbeitet wieder und hat sogar wieder mit dem Reiten angefangen. Die 23-Jährige strahlt: "Endlich kann ich wieder alles machen, was meine Freunde auch tun."
So gelang den Ärzten der Eingriff
Neurologe Dr. Samer Ismail von der Praxisklinik erklärt Nicole Ittlinger den Eingriff an einem ModellNachdem der Chirurg die Wirbelsäule in weiteren Schritten wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht hatte, platzierte er zwei künstliche Bandscheiben zwischen den Wirbeln. Die Prothesen übernehmen jetzt die ursprüngliche Pufferfunktion der Bandscheiben und verhindern, dass die Wirbel aufeinanderreiben - gerade das hatte der Patientin große Schmerzen bereitet. Die bandscheibenbedingten Rückenschmerzen sind nun beseitigt, außerdem konnte die natürliche Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten werden.
