Rückengesund am Arbeitsplatz
Richtiges Verhalten beugt langfristig Rückenproblemen vor

Bürosünden schränken Arbeitsleistung ein
München im September 2010. In vielen deutschen Büros heutzutage schon Alltag: Schmerzen und Verspannungen im Rücken, die Produktivität und Kreativität stark beeinträchtigen. Etwa drei Viertel der anfallenden Büroarbeiten finden am Monitor statt - und dies häufig zulasten der eigenen Gesundheit. „Gründe für Beschwerden liegen zumeist in ungünstig eingerichteten Arbeitsplätzen, weiß Dr. Schneiderhan, Orthopäde und Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga e.V. aus München. Wer aber bestimmte Ratschläge befolgt, arbeitet bald wieder entspannt und vermeidet langfristig Rückenbeschwerden.„Viele Menschen telefonieren mit zwischen Kopf und Schulter eingeklemmtem Hörer. Gleichzeitig tippen sie auf ihrer Tastatur, sodass unweigerlich Verspannungen in der Halswirbelsäule entstehen", erklärt der Wirbelsäulen-Experte. Wer viel telefoniert, sollte besser ein Headset benutzen, um Schulter- und Nackenmuskulatur nicht einseitig zu belasten. Auch übereinander geschlagene Beine ziehen Rückenbeschwerden nach sich, da sie Gewebestrukturen und Nerven quetschen. Hier hilft eine richtige Sitzposition. Ober- und Unterschenkel stehen in rechtem Winkel zueinander, wobei die Füße den Boden ganzflächig berühren. Zusätzlich unterstützt ein mehrmaliges Wechseln der Sitzlage, das sogenannte dynamische Sitzen, die Blut- und Nährstoffversorgung der Bandscheiben.
Mit Ergonomie Beschwerden gezielt umgehen
Hauptschuld an Rückenbeschwerden tragen falsch justierte Bürostühle. Sie provozieren einen Rundrücken, der die Bandscheiben belastet. „Rückengerechte Stühle sollten über eine anatomisch gewölbte Lehne verfügen, damit sie die natürliche Krümmung der Lendenwirbelsäule unterstützen. Darüber hinaus muss die Rückenlehne hoch genug sein, um dem Rückgrat beim Zurücklehnen Halt zu geben", erklärt Dr. Schneiderhan. Schreibtische in Büros haben eine optimale Höhe, wenn Unterarme flach aufliegen und mit den Oberarmen einen rechten Winkel bilden. Im Idealfall verhindern höhenverstellbare Schreibtische und Fußstützen eine verkrampfte Haltung.Büro-Übungen garantieren Schmerzfreiheit
Wer einige Übungen in den Büroalltag einstreut hilft seiner beanspruchten Muskulatur:- Wiederholtes Aufstehen und Hinsetzen trainiert die Rückenmuskulatur und versorgt Bandscheiben optimal mit Sauerstoff.
- Ziehen Sie ab und an die Schultern hoch und lassen Sie sie dann wieder nach hinten fallen. Dies am besten dreimal wiederholen.
- Um der Bildung eines Hohlkreuzes vorzubeugen, neigen Sie den Oberkörper zwischen die gespreizten Beine nach vorne. In der Folge verläuft die Wirbelsäule bogenförmig und entlastet den Lendenbereich.
- Stellen Sie sich hin und wieder auf die Zehenballen und greifen Sie wie beim Äpfelpflücken abwechselnd an die Zimmerdecke.
Buchtipp: Dr. med. Reinhard Schneiderhan „Schmerzfrei daheim & im Büro", 1. Auflage 2010, Klaus Oberbeil Verlag, 128 Seiten, durchgehend farbig, € 9,90, ISBN: 978-3-9813597-0-1
